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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | June 25, 2017

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Unterwegs in Berlin – Herbst 2015

Unterwegs in Berlin – Herbst 2015

Fan Katharina Höhnk
& Jamie Oliver

In diesem Monat flatterten wunderbare Einladungen ins Haus. Hier einige Eindrücke für Euch in Langform oder vorab in aller Kürzer: dank Selfie von der souveränen Bloggerin zum Hach!-Fan in einer Sekunde, neue Idee für das Lifetime-Rezeptgedächtnis und ein kulinarisches Best-of-Erlebnis japanischer Art.

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Office Warming bei COP & COTP
Zum Office Warming luden Theresa Neubauer, Antonia und Alex Sutter. Die drei sind die Gründer von Carry-On Publishing, einem Verlag, der ausschließlich digitale Publikationen veröffentlicht. Die bekannteste ist sicher das sister MAG, mit dem sie gestartet sind und zwar ganz ohne Investorengeld. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Content Marketing und viel Leidenschaft iSv „Passionate beats Professional“.

Die neuen Büros befinden sich auf dem AEG-Gelände im Wedding, einem großen Areal von Klinkergebäuden. Kerzen leuchteten uns den Weg in das richtige Gebäude, wo wir mit Mojito Eispops empfangen wurden. Die Räumlichkeiten sind bereits toll, aber was daraus entstanden ist – wow.

Gelauncht wurde an dem Abend auch ihr neues Magazin Dearsouvenir, das mit einer 280-Seiten umfassenden ersten Ausgabe an den Start geht. Schaut unbedingt mal rein.

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Die Party war lang, die Gespräche lustig. Es gab formidable Kimchi-Sandwiches auf Sauerteigbrot mit Cheese von glutsandwiches.com.

Mit der triefenden Köstlichkeit in der Hand lauschte ich den  Ausführungen zum Thema Mütter-Stil-Typologie im Ländervergleich, die Claudia Kahnt von Hauptstadtmutti.de als Kennerin der internationalen Streetstyle-Szene vor mir ausbreitete. Für ihr Blog ist der Touristen-Boom ein wahrer Segen, erzählte sie weiter. So viele coole Mamas aus Kopenhagen, Paris und London …

Und wer hätte gedacht, dass es ein wandelndes wie bestens gelauntes Lexikon des Who-is-Who im Social Web gibt: Das ist Bloggerin Anna Sterntaler, die als Mitarbeiterin von Pinterest aus dem Tiefen schöpfte. Unsere „Notizzettel“ wurden länger und länger und sind längst noch nicht abgearbeitet.

Dearsouvenir
Das digitalen Magazin für Souvenir- und Shoppingfreunde

Erhältlich in den Stores von Apple und Android
Oder im Web: www.dearsouvenir.com

 

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Restaurant ROSS
In Berlin-Mitte gibt es eine stilvolle Neueröffnung: Geschäftsführer Sascha Bewersdorff (früher Grill Royal) und Küchenchef Uri Triest aus Israel (früher Crackers) empfingen uns in einem Restaurant mit Wohlfühl-Charakter. Der Name ROSS ist der ursprünglichen Funktion des Gebäudes abgeleitet.

Die Menükarte entspringt globaler kulinarischer Einflüsse. Autodidakt Uri Triest kocht anspruchsvoll und will seine Gäste mit ungewöhnlichen Zutaten wie Zubereitungen überraschen.

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Die beiden verfolgen zudem die Idee der shared cuisine: die besten Rezepte werden nicht gehütet wie ein Augapfel, sondern über das Blog und via Videos geteilt. Hier lässt sich nachvollziehen, was am Abend zuvor den Gaumen beglückte. Im Bild ein Salat aus Chicoreé, Birne, Walnuss und Cheddar. Mmmh.

Es war ein lustiger Presse-Abend, etwas zu viel vom guten Wein. Zuhause gab es erstmal ein Käsebrot.

Restaurant ROSS – In den Heckmann Höfen, Oranienburger Straße 32, 10117 Berlin
www.restaurant-ross.de

 

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CATERING Tenne Gömnigk – Backschwein
Einladung zum Richtfest in Potsdam. Ein schöner Nachmittag, was auch an den guten Speisen lag – wie dem genialem Backschwein aus dem Steinbackofen von Bernd Schulz. Dort gart es mehrere Stunden, so dass es außen kross und innen zart und saftig ist – manche schleckten die Finger.

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Bernd Schulz führt mit seiner Frau einen Hof mit Verkauf in Brandenburg. Seine Tiere leben hier in Freilandhaltung. Sein Backschwein bietet er als Catering an, manchmal in der Markthalle neun, aber auch direkt vor Ort an ausgewählten Abenden auf dem Hof. Sehr empfehlenswert. Auf dem Fest wurden dazu Sauerkraut und selbstgemachte Semmelknödel gereicht. Zum Kaffee gab es Linzer Torte, auf der das Haus originalgetreu prankte.

Tenne Gömnigk, Dorfstraße 10, 14822 Gömnigk
www.backschwein-tenne.de

 

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Rezepte ordnen
Alle paar Jahre unternehme ich einen Anlauf, um ein besseren Überblick über meine Rezepte zu behalten. Eine ordnendes Werkzeug zu entwickeln ist natürlich leicht. Aber eines, das ins Leben passt und über die Jahre mit nur wenig Selbstdisziplin gepflegt wird – das ist aus meiner Sicht eine Kunst. Ich zumindest arbeite gefühlt mein ganzes Leben dran.

Inzwischen weiß ich – es muss Offline sein. Eben weil ich nicht dauernd am Rechner sitzen will, ich arbeite schon permanent dran.

Ein alphabetisches Register für die besten Gerichte habe ich bereits (ein umfunktioniertes Adressbuch). Hier notiere ich unter jeweiliger Hauptzutat oder Gang die Rezepte mit Quellenangabe.

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Nun habe ich festgestellt, dass ich mich aber an die Comme-ci-comme-ca-Gerichte und Pleiten auch gerne erinnere.
Und ein weiterer Leidensdruck ist – je saisonaler man kocht, desto größer werden die zeitlichen Abstände, dass ich Rezepte manchmal bis auf Rudimente vergesse.; die folgende Suche in meiner Kochbuch- und Linksammlung ist die berühmte Nadel im Heuhaufen.

Meine neue Idee ist ein Jahreskalender, der nicht ausgetauscht wird, sondern solange von Neuem begonnen wird, bis alle Seiten vollgeschrieben sind. Hier notiere ich grob an dem jeweiligen Tag bzw. in der Woche, welche Rezepte ich gekocht habe. Nicht so sehr die Kühlschrank-inspired, außer sie waren brillant.

Meine Hoffnung ist, dass ich mich in den kommenden Jahren an die Gerichte wie Momente mehr erinnere, einen längeren Genuss quasi habe. Und auch um die Botanik stärker zu antizipieren, was der Vorfreude gut tut. (Juhu, der Rhabarber kommt – der Frühling ist da.)

 

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Jamie Oliver im Wedding
Sein 17. Kochbuch im Gepäck reiste Jamie in Berlin an. Der Verlag lud für die Präsentation in die Fabrik 23 im Berliner Wedding ein. So hip der Bezirk derzeit gehandelt wird, so progressiv war auch die Organisation des Events, denn es wurden alle zusammen eingeladen – Journalisten, Blogger, Instagramer und Foodies. Das ergab eine quirlige Atmosphäre.

Kulinarisch hat sich Jamie der Gesundheits-Welle angeschlossen. Spaß und lecker reicht nicht mehr. Aber Superfood-mäßig Kochen bringt ja optisch Verpflichtungen mit sich. Ich war gespannt, ob man ihm das ansehen wird – oder das Anliegen letztlich eher theoretisch-trendiger Natur ist. Und eindeutig ja – schlank wie selten, frischer Teint (nein kein Make-up) und sehr aufgeräumt trotz Medien-Horde (siehe Foto, an seiner Seite Programmleiterin Monika Schlitzer).

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Seine Rezepte konnte man gleich vor Ort probieren an liebevoll arrangierten Essstationen. Wissenswertes dazu erklärten Jamies eigens aus UK mitgebrachte Mitarbeiter – wie in einem guten Restaurant. Mein Tipp ist übrigens das selbstgemachte Granolapulver (S. 18) – vielfältigst einsetzbar vom Frühstück bis Pancake und Getränk, lecker. Ach ja, und seine neue Show hat auch begonnen auf RTL Living.

Auf diesem Foto sieht man den Weltstar mit der fabelhafte Martina Olufs vom Kochbuch-Kontor in Hamburg, die wie ich in die Gunst eines Fan-Selfies kam – trotz Andrang. 
Ich glaube, das Foto wird auch in Kürze in ihrer Kochbuchhandlung hängen. Berichtet bitte.

Jamies Superfood für jeden Tag
Genial kochen, gesund genießen, glücklich sein

Dorling Kindersley Verlag, 2015
Zum Video
Bei Amazon bestellen

 

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Restaurant ZENKICHI
Wenn man länger in Berlin lebt, hat man sich ans Verpassen gewöhnt. Diese Stadt mit ihren Novitäten ist nicht zu fassen, das Hinterhecheln gibt man spätestens im Jahr 3 auf. Stattdessen setzt man auf Freunde und das gleichgesinnte Netzwerk. So kam dieser Restaurant-Tipp zu mir: unsere Isabel hatte die japanische Brasserie in Mitte schon länger als vielversprechend ins Auge fasst. Nun war es an der Zeit, endlich zu kosten. Der nächste freie Slot wurde gebucht.

An dem Gebäude rannten wir erstmal vorbei, denn der Eingang ist in einem gesichtslosen Glasbau, der „sonstige Administration“ beherbergt. Ein Nebeneingang führt in einen Keller, wo man mit der japanisch eigenen absoluten Höflichkeit in Empfang genommen wird.

Es duftet leicht Spa-mäßig, etwas verwirrend, und alles wirkt sehr geheimnisvoll. Durch einen nachgeahmten Bambuswald führte man uns dann in ein Separee, die Karte wurde gereicht und eine Jalousie wurde herabgelassen. Hups. Nun waren wir wirklich unter uns.

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Ein großartiges Tasting folgte – und zwar als Omakase-Menü und als Basic Sake. (Im Bild: Tempura)

Der Grilled Saikyo Black Cod ging als eines der besten Gerichte in mein Langzeitgedächtnis ein: fein-würzig und zart wie Butter, die Haut knusprig. Die Frozen Black Sesame Mousse als Dessert war hinreißend: perfekte Süße, eine tiefes Sesam-Aroma, das durch die cremige Konsistenz sich in Leichtigkeit wandelt. Was für ein gelungener Abend.

Zenkichi
Modern japanese Brasserie
Johannistsraße 20. 10117 Berlin

www.zenkichi.de

Geschrieben im November 2015

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