Über Julia Childs Kochbuchbuchlektorin Judith Jones: The Tenth Muse

Über Julia Childs Kochbuchbuchlektorin Judith Jones: The Tenth Muse

The Tenth Muse – My Life in Food
Judith Jones, Alfred. A. Knopf

2007 erschien die US-Biografie The Tenth Muse – My Life in Food von Judith Jones, die als Lektorin viele berühmte Kochbücher auf den Weg gebracht und gestaltet hat. Vor dem Hintergrund persönlicher Erlebnisse, Kochbuch-Projekten mit heute prominenten Autoren, erzählt sie von den Veränderungen der US-Gesellschaft bzgl. Kochen und Genuss. Außerdem gibt sie ihre Erfahrung preis, was ein gelungenes Kochbuch für die Homecooks ausmacht und wer dafür der richtige Autor sein könnte.

Judith Jones wuchs in New York auf. Nach Beendigung des College folgte sie einer Einladung in das Paris der Nachkriegszeit. Sie beschloss zu bleiben, obgleich ihre Eltern nicht begeistert waren. Judith Jones entdeckte die französische Küche und Lebensart, sie begann zu kochen. „But I realized that my attempts to persuade my family that feeding others was a noble calling fell on deaf ears. In my next letter, I cajoled, „I know you didn‘t send me to an expensive college to have me become a cook. But you must understand that in France cooking is not regarded as demeaning. It is an art.“
Zurück in New York fing sie als Junior Editor für den Alfred W. Knopf Verlag an zu arbeiten. Sie lektorierte französische moderne Klassiker wie Satre und Camus. Bedauernd stellte sie fest, dass die Fortsetzung des französische Savoir-vivre kaum möglich war: Nahrungsmittel und Koch-Know-How fehlten.

Julia ChiildEines Tages landete ein Kochbuch-Manuskript auf ihrem Arbeitstisch. Verfasst von drei Frauen, die sechs Jahre daran gearbeitet hatten. Andere Verlage hatten es abgelehnt, da sie es für unverkäuflich hielten. „From the moment I started turning the pages I was bouleversée as the French say – knocked out. This was the book I‘d been searching for.“ Heraus kam Mastering the Art of French Cooking von Julia Child, Simone Beck und Louisette Bertholle. Ein Buch, das das Kochwissen einer Generation Frauen und Männer prägte und der Beginn der Erfolgsgeschichte Julia Child war.
Es folgten weitere Kochbücher u. a. mit Claudia Roden, Marcella Hazan (eher schwierig) und Edna Lewis, zu deren Gäste Tennessee Williams and Truman Capote gehörten. Judith Jones endet mit ihrer jüngsten Erfahrung, dem Gärtnern und seine Bedeutung für das Kochen „…What grows together goes together“.

Judith Jones kommt u.a. auf ein Thema immer wieder zurück: Die speziellen Anforderungen an Kochbücher für Homecooks. Als die amerikanische Food Szene Interesse an fernen Kochkulturen hat, schreibt sie: „…I felt that it was more important than ever that these cuisines be presented so that we had a sense of how they had evolved and how they could be translated to our own home kitchens … I dicovered one characteristic they (Anm.: the authors) had in common: They were amateur cooks who had to learn for themselves and so could identify with the home cooks‘ needs.“

In dem Kapitel “What is Taste?“ schreibt sie zu der aktuellen Diskussion: „… And certainly there is an appetite now for reading all about the behind-the-scenes workings of a restaurant kitchen where the testosterone flows, the vovabulary consists of four-letter words, and the competitions is brutal. But what does that have to do with taste?“. Wen sie da wohl meint?

Das Buch hat mir schöne Stunden geschenkt: Judith Jones gibt ihre Liebe zum Kochen und Essen weiter, erzählt von einem spannenden und erfüllten Berufsleben. Es sind ihre Reflexionen bzgl. des Food-Business, die dem Buch Substanz geben, und ihre erzählerische Begabung. Besonders gerne habe ich die Kapitel über die die Zeit in Paris gelesen und die Zusammenarbeit mit den Kochbuchautoren.

Anmerkung: „The Tenth Muse“ geht zurück auf Die Physiologie des Geschmacks (1826) von Jean Anthèlme Brillat-Savarin zurück. Er dichtete den neun klassischen Musen Gasterea als zehnte hinzu.

Veröffentlicht im Januar 2009

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