Rezept von Gerhard Jenne: Zwetschgen-Streuselkuchen

Rezept von Gerhard Jenne: Zwetschgen-Streuselkuchen

Erst die Rezension, dann die Rezepte – so ist auf Valentinas der Lauf der Dinge. Aus saisonalem Anlass muss er auf den Kopf gestellt werden. Annick reichte mir atemlos entzückt dieses Rezept weiter aus dem Kochbuch Konditor & Cook von Gerhard Jenne. Mehr darüber bald und ausführlich. Genießt jetzt erstmal den fabelhaftesten Zwetschgen-Streuselkuchen vom Blech. Katharina, nicht minder entzückt

ORIGINALREZEPT von Gerhard Jenne: Zwetschgen-Streuselkuchen

Es ist vor allem in der Weihnachtszeit, dass unsere Einkaufslisten für unsere Shops besonders viele deutsche Zutaten aufweisen. Aber auch im Sommer gehören Kuchen wie dieser Zwetschgen-Streuselkuchen zu den festen Klassikern in unserem Angebot. Wer schon einmal im Herbst im Süden Deutschlands unterwegs, wird Varianten dieses Kuchens in jeder Bäckerei und Konditorei gesehen haben. Dabei behauptet natürlich jeder von sich, den besten Zwetschgenkuchen überhaupt zu backen und man kann viel Zeit damit verbringen, seinen persönlichen Favoriten zu finden. An sonnigen Tagen platzen die Terrassen der Cafés aus allen Nähten, sie sind voll besetzt mit Kunden, die Zwetschgenkuchen essen – natürlich nicht ohne einen großen Klecks Schlagsahne! Es hilft, eine Menükarte zur Hand zu haben, mit der man die obligatorischen Wespen verscheuchen kann, die sich mit genauso großer Begeisterung über den Zwetschgenkuchen hermachen wollen.
Ich sage im Süden Deutschlands, weil die Stadt Bühl, die am Fuße des Schwarzwaldes liegt, den berühmten Bühler Zwetschgen ihren Namen gab. Zwetschgen sind eine Unterart der sonst runden Pflaume und von einer deutlich dunkelvioletten Farbe. Die in England übliche Sorte Victoria kann Zwetschgen am ehesten ersetzen, ist jedoch heller und etwas saurer im Geschmack.
Manchen mögen ihren Zwetschgenkuchen am liebsten pur, nur mit Zimtzucker bestreut, andere überbacken ihn mit Mandelblättchen. Mein Favorit ist der Zwetschgen-Streuselkuchen.

Zutaten
1 kg Zwetschgen
2 EL Zucker
¼ TL gemahlener Zimt
1 Portion Hefeteig (siehe unten)
1 Portion Streusel (siehe unten)

Zubereitung
1. Die Pflaumen halbieren, entsteinen, die Hälften dann noch einmal längs durchschneiden.

2. Zucker und Zimt mischen. Die Pflaumen in einer Schüssel mit der Zucker-Zimt-Mischung bestreuen.

3. Ein tiefes Backblech (30×40 cm) mit etwas Butter fetten. Den Hefeteig auf einer leicht bemehlten Fläche auf Backblechgröße ausrollen, dann das Blech damit auskleiden.

4. Die Zwetschgenviertel leicht überlappend in Reihen auf den Teig legen. Die Streusel gleichmäßig auf den Zwetschgen verteilen. Weitere 20-30 Minuten gehen lassen.

5. In der Zwischenzeit den Ofen vorheizen (180°C, Gas Stufe 4). Den Zwetschgen-Streuselkuchen im vorgeheizten Ofen etwa 35 Minuten backen, bis die Streusel schön goldbraun gefärbt sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

6. Wenn die Zwetschgen etwas zu herb sein sollten, kann der Kuchen vor dem Servieren noch leicht mit Puderzucker bestäubt werden, oder man mischt noch ein wenig Zucker mit Zimt und bestreut den Kuchen damit.

ORIGINALREZEPT von Gerhard Jenne: Hefeteig

Zutaten
300 g Weizenmehl Type 550
20 g frische Hefe oder 7 g Trockenhefe
100 ml Milch, zimmerwarm
1 TL Honig
50 g Zucker
50 g Butter
1 Ei, Kl. M
1 kl. Prise Salz

Zubereitung
1. Für den Hefeteig zunächst einen Starter ansetzen. Die ideale Temperatur dafür liegt zwischen 25° und 28°C. Sollten die übrigen Zutaten sehr kalt sein, kann die Milch auf 30°-35°C erwärmt werden. Die Milch nicht heißer erhitzen, da die Hefe sonst nicht mehr richtig aufgeht!

2. Für den Starter die Hälfte des Mehls in eine Schüssel sieben, die frische Hefe darüber zerkrümeln (Trockenhefe unterrühren). Milch und Honig zugeben und alles mit einem Teigspatel gründlich mischen, bis Sie einen geschmeidigen Teig erhalten (dies geht am besten, wenn man zum Schluss den Teig von Hand knetet). Den Teig zu einer Kugel formen und mit Frischhaltefolie abgedeckt bei Raumtemperatur 1-2 Stunden gehen lassen, bis er seine Größe verdoppelt hat. Man kann diesen Prozess beschleunigen, wenn man den Teig an einem warmen Ort, z.B. auf dem warmen Ofen, gehen lässt. Dabei aber darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch liegt.

3. Nun das restliche Mehl und die weiteren Zutaten zugeben und alles mit den Knethaken des Handrührgeräts oder von Hand zu einem groben Teig kneten. Der Teig ist am Anfang sehr klebrig, wird aber mit der Zeit immer geschmeidiger. Wer lieber von Hand knetet tut dies am besten auf einer sauberen, bemehlten Arbeitsfläche. Den Teig richtig schön kräftig 3,5 Minuten lang durchkneten, das ist gleichzeitig ein tolles Workout für Ihre Hände – genießen Sie es!

4. Den Teig wiederum in einer Schüssel mit Frischhaltefolie bedeckt gehen lassen, bis er seine Größe erneut verdoppelt hat. Der Teig kann nun verwendet werden.

ORIGINALREZEPT von Gerhard Jenne: Streusel

Zutaten
85 g Weizenmehl Type 405
50 g Zucker
50 g gesalzene Butter, in kleine Würfel geschnitten (oder ungesalzene Butter plus 2 kräftige Prisen Salz)

Zubereitung
Alle Zutaten für die Streusel in eine Schüssel geben. Entweder mit dem Handrührgerät oder von Hand zu Streuseln verkneten. Wer letzteres bevorzugt, vermischt am besten zunächst Mehl und Zucker und gibt dann die Butterstückchen dazu. Die Mischung wird dann in schnellen Bewegungen zwischen den Fingern zerrieben, bis man schöne Klümpchen (Streusel) erhält.

Zur Kochbuch-Rezension mit weiteren Rezepten:

Veröffentlicht im September 2014

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