Rezept von Marcella Hazan: Brathuhn mit Zitrone

Rezept von Marcella Hazan: Brathuhn mit Zitrone

Die klassische italienische Küche
Marcella Hazan
Foto hier: Elisabeth von Pölnitz-Eisfeld
Echtzeit Verlag (2015)

So einfach, so effektiv – die Zitrone macht das Huhn herrlich zart und saftig, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Ein Gedicht! Katja

ORIGINALREZEPT von Marcella Hazan: Brathuhn mit Zitrone / Pollo Arrosto con i Limoni
Für 4 Portionen

Wäre dies ein Stilleben, es müsste «Huhn mit zwei Zitronen» heißen, denn mehr benötigt man nicht dazu. Kein Fett zum Braten, keine Flüssigkeit zum Begießen, keine Füllung, die zubereitet werden muss, keine Gewürze außer Salz und Pfeffer. Und hat man das Huhn in den Ofen geschoben, braucht man es lediglich einmal herumzudrehen. Für den Rest sorgen das Huhn, die beiden Zitronen und der Ofen. In all den Jahren sind immer wieder Leute zu mir gekommen, die sagten: «Ich habe Ihr Huhn mit zwei Zitronen ausprobiert, und es ist das einfachste, saftigste und köstlichste Huhn gewesen, das ich je gegessen habe.» Und dem kann ich nur zustimmen.

Soll das Huhn heiß gegessen werden, die Garzeit so kalkulieren, dass man es servieren kann, wenn es aus dem Ofen kommt. Übriggebliebenes Fleisch schmeckt auch kalt sehr gut, wenn man es mit etwas Garflüssigkeit feucht hält und nicht unmittelbar aus dem Kühlschrank, sondern zimmerwarm isst.

Zutaten
1 Poularde (1,4 bis 1,8 kg)
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 kleine ungespritzte Zitronen

Zubereitung
1. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

2. Das Huhn innen und außen gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Fettpolster an der Bauchhöhle wegschneiden. Das Huhn für etwa 10 Minuten auf einen schräg gestellten Teller legen, damit das Wasser aus der Bauchhöhle ablaufen kann. Anschließend mit einem Tuch oder Haushaltspapier gründlich trockentupfen.

3. Das Huhn mit reichlich Salz und Pfeffer bestreuen und die Gewürze mit den Fingern auf der Haut und in der Bauchhöhle verreiben.

4. Die Zitronen mit kaltem Wasser abwaschen, mit einem Küchentuch trockenreiben und mit der flachen Hand kräftig auf der Arbeitsfläche hin- und herrollen, damit sie weicher werden. Jede Zitrone mindestens 20 mal mit einem runden Zahnstocher, einer Spicknadel, einer spitzen Gabel oder dergleichen einstechen.

5. Die Zitronen in die Bauchhöhle des Huhns stecken. Die Öffnung mit Holzspießchen oder mit einer Spicknadel und Küchengarn verschließen. Die Öffnung sollte gut verschlossen sein, doch muss noch Luft entweichen können, da das Huhn sonst beim Braten platzen kann. Die Schenkel an beiden Gelenkenden mit Küchengarn zusammenbinden, aber in ihrer natürlichen Stellung belassen und das Garn nicht fest anziehen. Wenn die Geflügelhaut unbeschädigt ist, bläht sich das Huhn beim Braten auf, und das Küchengarn soll lediglich verhindern, dass sich die Schenkel nach außen ziehen und die Haut zerreißen.

6. Das Huhn mit der Brustseite nach unten in einen Bräter legen und keinerlei Fett hinzufügen. Das Huhn gart im eigenen Saft, und es besteht keine Gefahr, dass es im Bräter ansetzt. Den Bräter in das obere Drittel des vorgeheizten Ofens stellen. Nach 30 Minuten das Huhn mit der Brustseite nach oben drehen. Wenn es gelingt, die Haut dabei nicht zu verletzen, bläht sich das Huhn wie ein Ballon auf und sieht dann bei Tisch besonders ansprechend aus. Man sollte sich darüber jedoch keine allzu großen Gedanken machen, denn der Geschmack leidet in keiner Weise, wenn sich das Huhn nicht aufbläht.

7. Das Huhn weitere 30 bis 35 Minuten garen. Dann die Ofentemperatur auf 200 °C erhöhen und noch 20 Minuten weiterbraten. Die Garzeit beträgt pro 500 g 20 bis 25 Minuten. Es ist nicht erforderlich, das Huhn ein zweites Mal umzudrehen.

8. Das Brathuhn – unabhängig davon, ob es sich aufgebläht hat oder nicht – als ganzes auftragen und die Zitronen bis zum Tranchieren in der Bauchhöhle belassen. Der Saft, der sich in der Bauchhöhle angesammelt hat, schmeckt überaus köstlich und sollte unbedingt über das in Scheiben geschnittene Fleisch geschöpft werden. Die Zitronen sind nach dem Braten zusammengeschrumpft, enthalten aber immer noch etwas Saft; nicht darauf drücken, sie können spritzen.

Zur Kochbuch-Rezension mit weiteren Rezepten:

Veröffentlicht im Mai 2016

Meistgelesen

Themen A-Z