Rezept von Jamie Oliver: Spanische Gazpacho

Rezept von Jamie Oliver: Spanische Gazpacho

Jamie unterwegs
Jamie Oliver, Fotos D. Loftus
Foto hier: Elisabeth von Pölnitz-Eisfeld
Dorling Kindersley Verlag (2011)
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Gazpacho ist der perfekte Cooler an heißen Sommertagen. Der Klassiker der spanischen Küche basiert zudem nur auf eine Handvoll Zutaten. Dieses Originalrezept von Jamie Oliver ist authentisch und schmeckt so, wie die kalte Suppe sein soll: frisch, sämig und säuerlich. Sie wird übrigens häufig nicht im Teller, sondern im Glas serviert. Unser Tipp: Am besten zieht Gazpacho für mind. 2-3 Stunden im Kühlschrank durch. Dann hat das Aroma Zeit zur Entfaltung. Beste Grüße, Patricia | Weitere Rezepte für Gazpacho

ORIGINALREZEPT von Jamie Oliver: Spanische Gazpacho
Für 8 Gläser (à 150 ml) oder 4 Suppenschalen

Auf meiner Reise ist mir klar geworden, dass die leuchtend roten Suppen, die man uns zu Hause in schicken Schalen als Gazpacho serviert, nicht mehr viel mit der echten spanischen Gazpacho zu tun haben. Denn diese kalte Gemüsesuppe ist eigentlich ein absolut einfaches, anspruchsloses Gericht. Der Name kommt von »caspa« (kleines Stück) – denn traditionell wird die Suppe mit Brotstückchen angedickt. Es versteht sich von selbst, dass dafür nur ein Bäckerbrot infrage kommt. Mit vorgeschnittenem, abgepacktem Brot werden Sie hundertprozentig einen Reinfall erleben.

Und falls Sie mal keine Zeit haben, die Suppe zu kühlen, gibt es eine Schnellversion: Die Schüssel während der Zubereitung einfach auf Eis stellen und das Gemüse danach kurz pürieren. Die Tomaten habe ich hier zwar geschält, aber wenn ich zu faul bin, verzichte ich darauf auch schon einmal. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch, lediglich die Konsistenz ist etwas anders. Das können Sie also halten, wie Sie möchten. Empfehlenswert ist diese erfrischende kleine Vorspeise allemal.

Zutaten
250 g Weißbrot vom Vortag
4–5 große reife Tomaten
1 kleine Gurke, geschält und grob zerkleinert
1 grüne Paprika, Kerne entfernt, grob zerkleinert
2 Knoblauchzehen, geschält
bestes spanisches Olivenöl
Sherryessig
Meersalz und frisch gemahlener
schwarzer Pfeffer

nach Belieben: 1 Prise Zucker
nach Belieben: frische Kräuter, rote Paprikaschote, Frühlingszwiebel, Serrano- Schinken oder Wachteleier zum Garnieren

Zubereitung
1. Das Brot in Scheiben schneiden, entrinden und in 100 ml Wasser einweichen. Die Tomaten mit einem kleinen Messer oben einstechen, in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser überbrühen. Das Wasser nach 30 Sekunden abgießen. Tomaten kurz abkühlen lassen, dann die Schalen abziehen.

2. Die Tomaten mit dem vorbereiteten Gemüse und dem Knoblauch in einen großen Krug oder in den Mixaufsatz der Küchenmaschine füllen. Das Brot darauf verteilen, 2 Esslöffel Olivenöl und 1 Schuss Sherryessig hinzufügen und die Zutaten mit dem Handmixer oder in der Küchenmaschine glattrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, einen ordentlichen Schuss Wasser zufügen, nochmals mit dem Mixer durchrühren und erneut abschmecken. Die Spanier geben manchmal noch eine Prise Zucker dazu, aber wenn die Tomaten richtig reif sind, ist das nicht nötig. Die Suppe wird nicht so schön rot sein, wie Sie das vielleicht gewohnt sind, denn durch das Brot bekommt sie – wie es eigentlich auch sein sollte – eine bräunlich-orange Farbe. Gazpacho mit Frischhaltefolie abdecken und in den Kühlschrank stellen.

3. Die gut gekühlte Gazpacho in Gläser oder Tassen geben, mit Olivenöl beträufeln und nach Belieben garnieren – zum Beispiel mit gehackten Kräutern, fein geschnittener Paprikaschote oder gehackter Zwiebel, Serrano-Schinken oder auch mit halbierten, hart gekochten Wachteleiern.

Köstlich, erfrischend und supereinfach!

Zur Kochbuch-Rezension mit weiteren Rezepten:

Veröffentlicht im Mai 2011

10 Kommentare

  1. Bärbel

    Einfach wundervoll und ganz easy zuzubereiten bei der Hitze!

  2. Edith

    In Andalusien ist jede Gazpacho anders..mal mehr grün, mal mehr rot. Mal als Vorspeise, mal als Nachspeise. Mal dickflüssig, mal mit Eiswürfeln. Man kann übrigens einfach Tomatenmark dazufügen, dann wird sie röter und es gibt mehr Aroma. Ich werfe meistens alles portionsweise in den Mixer (ohne Einweichen und Tomaten enthäuten) und püriere sie. Schmecke ab. fertig.

    • Katharina

      Ah, super Idee. Ich hatte einmal einen legendären Abend in Andalusien: frisch angekommen, dann in einen lebendigen Sommerabend und mit Glück in der DER Tapas-Bar gelandet. Der Auftakt: Gazpacho. Göttlich.

  3. Margit Kunzke

    Die weiße Variante ist die Ajoblanco, eine kalte Mandelsuppe mit Knoblauch. Rohes Ei kommt da ganz bestimmt nicht hinein, denn das wäre in Spanien bei der sommerlichen Hitze viel zu gefährlich. Rohes Ei ist auch ganz untypisch für Spanien. Die Ajoblanco wird gewürzt mit Olivenöl und Sherryessig und je nach Region mit weißen Trauben oder mit Jamón Serranostreifchen dekoriert. Die sehr dickflüssige Salmorejo ist eine Spezialität aus Córdoba und enthält Tomate, altbackenes Brot, Olivenöl, Sherryessig und etwas Knoblauch. Man serviert sie gut gekühlt als Vorpeise. Gazpacho andaluz wird nicht \“ordentlich\” mit Wasser verdünnt, sondern bekommt nur einen kräftigen Schuß eiskaltes Wasser. Sie soll schön sämig bleiben und nicht zu flüssig sein…

  4. Susue

    Die orangene Farbe kommt auch daher, das die Gazpachomasse ordentlich mit kaltem Wasser verdünnt wird. Der Gazpacho soll nämlich sehr dünnflüssig sein, so dass man, wenn man will, ihn aus der Tasse trinken kann. Und er muss am besten ein paar Stunden ruhen.
    Es gibt eine tolle weisse Variante, ganz ohne Gemüse, aber mir Knoblauch, es wir noch ein rohes Ei und gemahlene Mandeln hinzugefügt. Köstlich.
    Wenn man eine Gazpachomasse ohne Paprika und Gurke vorbereitet und kein Wasser zufügt, haben wir salmorejo ein dip, das man in Andalusien sehr oft als Vorspeise serviert, gern mit gekochten Eiern oder mir Serranoschinken.

    • Katharina

      Wow, die Knoblauch-Ei-Mandel-Variante klingt ja zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. 🙂

    • Luculla X

      Nein, liebe Susue, Gazpacho andaluz ist nie dünnflüssig.

  5. Margit Kunzke

    Ein feines Rezept. Die Gazpacho bekommt ihre rot-bräunliche Farbe bei dieser Zubereitungsart übrigens nicht durch das Brot, sondern wegen der Tatsache, daß die Tomaten im Mixer püriert wurden. Deswegen geben die Spanier meist eine rote Paprikaschote dazu. Abgesehen davon ist eine Gazpacho auch nicht knallrot, sondern eher orangefarben ist …

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