Rezept von Deb Perelman: Jumbosandwich mit Ratatouille

Rezept von Deb Perelman: Jumbosandwich mit Ratatouille

Eine kleine Küche in New York – Das Kochbuch
zum weltweit erfolgreichen Blog Smitten Kitchen
Deb (Deborah) Perelman
Berlin Verlag (2016)

Ratatouille ist Comfort-Food per se – zumindest in meinen Augen. Zusammen mit Polenta oder als Beilage zu Fisch, köstlich! Aber schon mal als eine Art Panini ausprobiert? Warum bin ich da noch nicht darauf gekommen??? Und dann noch in der Kombi mit einem cremigen Ziegenfrischkäse! Wahre Wonne! Damit das Ganze aber machbar bleibt, wird es wie ein feines Gratin arrangiert und im Ofen gebacken, so sieht das Rundum-Paket auch noch adrett aus. Mit frischen Kräutern bekommt es noch den letzten Schliff, und sobald das Baguette die Sauce aufgesaugt und die Aromen des Gemüses aufgenommen hat, darf man genüsslich reinbeißen und – ja leider, es lässt sich nicht vermeiden – rumsauen. Annahita

ORIGINALREZEPT von Deborah Perelman: Jumbosandwich mit Ratatouille (hier zum englische Rezept)
Ergibt 6 bis 8 Portionen, genug als Füllung für zwei Baguettebrötchen à 20 cm Länge, die in herzhafte Einzelsandwichs à 5 cm zerteilt werden können

Nichts gegen Avocado und Hummus, aber vegetarische Sandwichs können schon etwas … dürftig sein. Arm an Substanz. Als wären alle, die zeitweilig oder lebenslang auf Fleisch verzichten, zwangsläufig genussfeindliche Asketen, die auf Sprossen schwören und sonst nichts. Meine vegetarisch lebenden Freunde aber sind der Beweis, dass dieses Klischee vom freudlosen Vegetarier nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich versucht, ein Sandwich zu kreieren, das ebenso sättigend, gehaltvoll und den Bauch durchwärmend ist wie ein Sandwich mit Frikadellen, nur ohne Frikadellen eben. Für die ich als Ersatz allerdings nicht auf typische Alternativen wie Käse oder Linsenbratlinge zurückgegriffen habe, sondern stattdessen auf herzhaftes Ratatouille, meinen vegetarischen Lieblingseintopf. Mein Ratatouille bereite ich nicht auf traditionelle Art zu (wobei jedes Gemüse stundenlang separat in einem eigenen Topf gekocht und zu etwas so Heldenhaftem komponiert wird, dass man es nie zu einem profanen Sandwichbelag degradieren würde), sondern wie in Ratatouille aus dem Hause Pixar. Ja, wie in dem Zeichentrickfilm. Meine Version ist denkbar minimalistisch: das klassische Ratatouille-Gemüse wird in feine Scheiben gehobelt, auf einer dünnen Schicht pikanter Tomatensauce angeordnet und dann im Backofen geschmort. Heraus kommt ein Gericht, das nicht nur köstlich ist, sondern auch zeitsparend in der Zubereitung.

Trotzdem war ich skeptisch, als ich zum ersten Mal ein geröstetes Baguettebrötchen mit diesem Ratatouille belegt habe. Rechnete im Stillen damit, dass hier noch nachgeholfen werden müsste – mit etwas Ziegenkäse etwa oder sogar einer dünnen Schicht Prosciutto? – um ein wirklich herzhaftes Ergebnis zu erzielen. Schichten von geschmortem Gemüse können doch unmöglich dem Vergleich mit gebratenen, dick mit Käse und Zwiebeln belegten Fleischklopsen standhalten, oder? Zu meiner Freude aber wurde ich eines Besseren belehrt.

Tipp
Eine tolle Ergänzung ist hier weicher Ziegenkäse, mit dem die beiden gerösteten Brötchenhälften bestrichen werden können, ehe das Gemüse hinzugefügt wird. Man kann das Baguette auch ganz weglassen und diese Ratatouille auf Polenta, Couscous oder anderen Körnerspeisen servieren.

Zutaten
1 Aubergine, möglichst lang und dünn
1 Zucchini, lang und dünn
1 gelber Kürbis, lang und dünn
1 bis 2 rote Paprika oder Spitzpaprika
½ kleine Zwiebel
250 g Tomatenmark oder Tomatensauce aus der Dose
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 EL (30 ml) Olivenöl
Salz
Chiliflocken oder Piment d’Espelette
1 EL frische Kräuter, z. B. Thymian, fein gehackt
2 Baguettebrötchen à 20 cm (oder in entsprechende Länge geschnittenes Baguette)

Zubereitung
1. Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen und Gemüse vorbereiten: Bei Aubergine, Zucchini und Kürbis die Stiele abschneiden und sie dann in millimeterdünne Scheiben hobeln (per Gemüsehobel) oder schneiden. Von der Paprika den Stiel abschneiden und vorsichtig das Innere entfernen, so dass die Paprika intakt bleibt. Quer in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel ebenfalls in dünne Scheiben schneiden.

2. Tomatenmark in eine 2-l-Auflaufform verteilen. Zwiebel, Knoblauch, 1 EL Olivenöl, einige Prisen Salz und eine Prise Chiliflocken dazugeben und gut verrühren. Die vorbereiteten Auberginen-, Zucchini-, Kürbis- und Paprikascheiben so in der Form anordnen, dass sie sich dicht an dicht überlappen. Die Paprika dürfte einen größeren Durchmesser haben als die anderen Gemüse und daher gewisse Probleme bereiten, aber auf die Optik kommt es weniger an, sie schmort auch so gut durch. Es kann sein, dass am Ende noch Gemüse übrig bleibt. Anschließend das Gemüse mit dem zweiten EL Olivenöl beträufeln und mit Thymian bestreuen. Auflaufform mit Alufolie abdecken und Gemüse 45 Minuten im Ofen schmoren lassen, bis es fast ganz gar ist.

3. In der Zwischenzeit die Baguettebrötchen durchschneiden. Nach 45 Minuten Alufolie von der Auflaufform entfernen, Backofen auf 220 °C (Umluft 200 C°) hochschalten und Gemüse weitere 15 Minuten in der offenen Form schmoren. Die Hälften der Baguettebrötchen auf ein zweites Blech legen und 5 bis 10 Minuten im Ofen rösten.

4. Zum Portionieren empfiehlt sich ein langer dünner Spatel, nach Art eines Glasurmessers. Spatel vorsichtig das aufgeschichtete Gemüses schieben, herausheben und auf die untere Hälften eines gerösteten Brötchens geben. Wiederholen, bis das Brötchen ganz bedeckt ist, und dann auf die erste noch eine zweite Schicht Gemüse packen. Vorgang mit der zweiten unteren Brötchenhälfte wiederholen. Was noch an Sauce in der Form ist, auf dem Gemüse verteilen. Beide Sandwichs mit der oberen Brötchenhälfte komplettieren, in portionsgroße Stücke schneiden und servieren.

Zur Kochbuch-Rezension mit weiteren Rezepten:

Veröffentlicht im Dezember 2016

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