Aus Valentinas Küche: Mohntorte nach Kofranek

Aus Valentinas Küche: Mohntorte nach Kofranek

Von Isabel Geigenberger
Foto: Elisabeth von Pölnitz-Eisfeld

Dieses Rezept stammt aus der handgeschriebenen Rezeptsammlung meiner Mutter – und der genauere Ursprung ist leider nicht mehr bekannt. Allerdings ist Herr Kofranek Autor einiger österreichischer Koch- und Backbücher, ob es daraus stammt oder einer Zeitschrift oder direktere Wege gefunden hat, lässt sich nicht mehr eruieren.

Ein an Eiern großzügiges Rezept, das Geheimnis seiner saftigen Mohnigkeit liegt wohl im Aufkochen des gemahlenen Mohns mit Milch, so quillt er und speichert Saftigkeit. Für mich bisher das ultimative Mohngeschmackserlebnis, und zu meiner Freude entzückt diese eher österreichisch-böhmische Geschmacksrichtung auch Nordlichter und internationale Gäste.

REZEPT: Mohntorte nach Kofranek

Die Torte beglückt bei geringer Süße mit intensivem Mohngeschmack, gern nimmt man ein zweites Stück dazu. Servieren mit geschlagener Sahne. Ich habe einzelne Stücke auch schon eingefroren und mit wenig Qualitätsverlust zu anderer Zeit serviert.

Ich habe den Kuchen auch schon in einer rechteckigen 17-cm-Form gebacken, dabei erhöhte sich die Backzeit um etwa 8 Minuten.

Zutaten
300 g Mohn, gemahlen
¼ l Milch
100 g Butter
50 g Schokolade, gerieben (hoher Kakaoanteil)
200 g Zucker
8 Eier
120 g Biskuitbrösel

Zutaten für die Glasur
150 g bittere Schokolade
200 g Zucker
125 ml Wasser

Zum Tränken: etwas Rum oder Orangensaft oder ähnliches

Springfom: 24 oder 26 cm Durchmesser

Zubereitung
1. Zu Beginn den gemahlenen Mohn mit der Milch aufkochen lassen, gut verrühren und auskühlen lassen. Die Eier trennen, das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers und einer Prise Salz steif schlagen. Die zimmerwarme Butter mit der anderen Hälfte des Zuckers und den Dottern schaumig rühren. Biskuitbrösel zusammen mit den Schokoladenraspeln mischen und die Mohnmasse unterrühren. Die entstandene Mischung unter die Eidottermasse ziehen, dann vorsichtig den Eischnee unterheben.

Ich mache das auch gern mal im Wechsel, mal etwas Eischnee unter die Brösel, ein bisschen Eischnee unter die Dottermasse und dann die beiden zusammenführen. Am Ende soll die Masse noch möglichst luftig und fluffig sein, aber keine Eischneespuren mehr enthalten.

In eine Springform geben und 45 Minuten bei mittlerer Hitze backen (180 Ober-/ Unterhitze, 160 Umlauft etwa).

2. Nach dem Auskühlen die Torte halbieren und beide Hälften mit etwa 0,1 l Flüssigkeit tränken.

Im österreichischen Original wird dafür Rum genommen, kinderfreundlicher ist Orangensaft oder vielleicht auch eine Mischung davon. Ich mische auch gern etwas Saft mit Grand Marnier und zuletzt kam ein österreichischer Fruchtpunsch zum Einsatz.

3. Die untere Hälfte mit Aprikosen-(Marillen)-Marmelade bestreichen, also aprikotieren. Das geht etwas leichter, wenn man die etwa 3 EL Marmelade mit etwas Saft/Rum/Grand Marnier in der Mikrowelle kurz erwärmt und verrührt. Die beiden Hälften zusammensetzen und im Ganzen erneut aprikotieren. Antrocknen lassen.

4. Mit einer dunklen, dünnen Schokoladenglasur bedecken, z. B. wegen des schönen Glanzes mit dieser gekochten Sacherglasur: Wasser in einen Topf geben, erhitzen, Zucker einrühren, aufkochen lassen und fünf bis sechs Minuten sprudelnd kochen. Leicht abkühlen lassen. Die Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen, nach und nach die Zuckerlösung dazugießen und mit einem Schneebesen verrühren. Kräftig rühren, bis eine glatte, dickflüssige Glasur entstanden ist. Die lauwarme Glasur am besten in einem Schwung über die Torte gießen. (Diese dabei idealerweise auf einen Gitterost stellen und die herabfließende Glasur auf einem Blech oder Backpapier auffangen). Mit nur wenigen Strichen verteilen und mehrere Stunden durchtrocknen lassen.

Zur Kochbuch-Rezension mit weiteren Rezepten:

Veröffentlicht im September 2017

Meistgelesen

Themen A-Z