Neue Kochbücher: Valentinas Lieblinge im März 2018

Neue Kochbücher: Valentinas Lieblinge im März 2018

Von Katharina Höhnk

Wenn der Winter noch einen letzten dramatischen Tusch spielt, bevor der Frühling sich zaghaft rekelt, dann meldet sich rhythmisch die Reiseträumerei. Sie kann ein gedanklicher Befreiungsschlag „Raus aus der Kälte“ sein, aber auch der Anfang der Reisevorfreude. Pudelwohl fühlt sich die kleine Träumerei, wenn sie schon einmal vorkosten darf. Das unterstützen wir natürlich gerne.

Unsere Liste der Kochbuch-Neuerscheinungen umfasst offensichtliche Lieblingsdestinationen und solche, die es vielleicht erst werden. Dabei sind einige Hingucker, und zwar Länderküchen, die bisher weniger im Fokus des Genres standen. Sie klingen kulinarisch besonders interessant, weil es abseits der ausgetrampelten Pfade manchmal authentischer zugeht. Wir werden darüber natürlich berichten. Aber erst mal viel Vergnügen beim Stöbern.

 

 

Süßes Belgrad – eine kulinarische Reise
Sara Plavic
Fona Verlag
Blog von Sara Plavic
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Inspiriert von den wunderbaren Kuchen und Torten ihrer serbischen Mutter und Großmutter hat sich die Autorin und Foodbloggerin Sara Plavic auf die Suche nach den traditionellen Rezepten für süßes Gebäck, Torten und Kuchen, feinen Küchlein und herzhaftem Kleingebäck begeben. Mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer serbischen Familie ist sie zu dieser kulinarischen Entdeckungsreise aufgebrochen und stellt in ihrem Buch nun sowohl die typischen Rezepte als auch die schönsten Kaffeehäuser Belgrads vor.

Die pulsierende Metropole an der Mündung der Save in die Donau ist allemal eine Erkundung wert, nicht nur wegen der langen Kaffeehaus-Tradition. In der „Kafana“, dem Belgrader Kaffeehaus, spiegeln sich die Stadt und ihre Menschen wie in einem Mikrokosmos wider: die bewegte Geschichte und die lebendige Kultur, die Gastfreundschaft und die kulinarischen Traditionen. Heute wie damals trifft man sich hier auf einen „Turska kafa“ (entspricht einem türkischen Mokka) und Buchteln, Mohnstrudel oder herzhaften Hörnchen und zum geselligem Beisammensein mit Familie und Freunden.

Neben den Rezepten, in denen sich Einflüsse der osmanischen, österreich-ungarischen und böhmischen Küche finden, gibt es Kapitel zur serbischen Ess- und Kaffeekultur, zu den traditionellen Festen und zur Geschichte sowie eine Übersichtskarte und eine Beschreibung empfehlenswerter Cafés und Kaffeehäuser.

Merken Sie sich Belgrad schon mal für Ihren nächsten Städtetrip vor! Und bis dahin backen Sie einfach einen der köstlichen Strudel, Torten oder feinen Kleinigkeiten nach.

Valentinas erster Blick
Es gibt blinde Flecken auf der Landkarte der Kochbücher. Serbien gehört zweifellos dazu. Das hat sich nun geändert. Sara Plavic von birdslikecake.de hat sich ihrer Wurzeln und der Backliebe ihrer weiblichen Vorfahren erinnert. Herausgekommen ist ein moderner wie romantischer Blick auf das süße Leben an der Donau. Interessant.

 

Meze ohne Grenzen – Rezepte, Geschichten, Menschen
Gabi Kopp
Rotpunktverlag
Leseprobe
Website der Autorin
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Meze – die kleinen, frischen Gerichte des östlichen Mittelmeerraums und des Orients stehen für eine bunte, frische und abwechslungsreiche Esskultur – mit Betonung auf Essen und Kultur gleichermaßen! Gabi Kopp hat auf Reisen im Libanon, in der Türkei, Zypern und Griechenland in unzählige Küchen und Kochtöpfe geschaut, Rezepte dokumentiert und Köchinnen und Köche aufgespürt, die die traditionelle Meze-Küche pflegen oder auch neu interpretieren. In diesem Buch stellt sie 175 Rezepte für vegetarische und vegane Meze, Meze mit Fisch, Fleisch oder Meeresfrüchten sowie Rezepte für Süßspeisen vor. Die Gerichte lassen sich vielfältig kombinieren und eignen sich bestens zur Inspiration eigener Kreationen. Porträts von Köchinnen und Köchen, Hintergrund- und Produktinformationen, dazu die farbenfrohen Illustrationen vermitteln ein reiches, lebendiges Bild dieser grenzüberschreitenden Esskultur.

Valentinas erster Blick
Gabi Kopp ist eine versierte Autorin des Zusammenspiels von Rezepten, Illustrationen und Geschichten. Auf Valentinas hat sie uns schon zweimal überzeugen können. Eine gute Nachricht ist es daher, dass dieses neue, 311 Seiten starke Kochbuch an seine konzeptionellen Vorgänger anknüpft. Aber überzeugt auch das Thema? Meze – eigentlich ein durchdekliniertes. Dieser vorschnelle Gedanke ändert sich abrupt mit dem ersten Stöbern. Die Rezepte bieten weit mehr als die üblichen Verdächtigen. Für Kenner.

 

Lissabon – Rezepte aus dem Herzen Portugals
Rebecca Seal
Dorling Kindersley Verlag
Leseprobe
Die Autorin bei Twitter
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Auf sieben Hügeln ruhend bietet Lissabon traumhafte Strände, ein pulsierendes Stadtleben sowie wunderschöne Naturidylle. So vielseitig und faszinierend wie die portugiesische Hauptstadt und ihre Umgebung ist auch das dortige Essen. Von rustikalen Bars in Bairro Alto bis zu schicken Cafés in Chiado – werfen Sie einen Blick in die Kochtöpfe Lissabons und entdecken Sie die einmalige kulinarische Vielfalt!

Probieren Sie Stockfischkroketten mit Piri-Piri-Mayo, gebackenen Schweinebauch mit Süßkartoffeln, Teigtaschen mit Knoblauchwurst oder gebackene Äpfel mit Portwein und Quitte. Über 100 traditionelle und moderne Rezepte präsentieren Ihnen den gesamten Facettenreichtum der deftig-rustikalen portugiesischen Küche. Unterlegt mit atmosphärischen fotografischen Eindrücken von den schönsten Ecken der Stadt lernen Sie Lissabons Küche von ihrer besten Seite kennen: traditionell und gleichzeitig jung und weltoffen – Lissabon bietet ein einmaliges Erlebnis für alle Sinne!

Valentinas erster Blick
Lissabon gehört zu den Lieblingsdestinationen in Europa. Berechtigt. Die Stadt ist eine Augenweide und das Zuhause der begehrten Pasteis de Nata. Die Kochbuch-Neuerscheinung führt diese Sympathie fort: liebevoll und bildhübsch in der Aufbereitung, kulinarisch auf das Klassische konzentriert. Eine ideale Vorbereitung für ein Ausreißer-Wochenende in der Sonne.

 

Korsika: Das Kochbuch. Authentisch – einfach – echt
Nicolas Stromboni
Christian Verlag
Website des Autors
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Wie schmeckt eigentlich Korsika? Nach Fisch und Meeresfrüchten, nach Wildschwein, Lamm und Zicklein, zubereitet mit feinstem Olivenöl und vielen Kräutern wie Rosmarin, Myrte und Fenchel. Reisen Sie mit dem Genussmenschen Nicolas Stromboni durch seine korsische Heimat, begleiten Sie ihn zu den kulinarischen Wurzeln Korsikas, treffen Sie mit ihm einheimische Produzenten und kosten Sie seine rund 80 Rezepte der korsischen Küche.

Valentinas erster Blick
Authentisch – einfach – echt titelt das Kochbuch und das trifft auch den ersten Eindruck. Ländliche Küche und ihre Zutaten stehen in der Neuerscheinung im Vordergrund. Im Kontrast dazu die edle Anmutung der Fotografien. Porträts und Landschaftsaufnahmen komplettieren die Idee des Buches, ein Bild der Region zu zeichnen. Ob mehr Coffee-Table-Buch oder Kochbuch für die Praxis muss sich erweisen.

 

Zu Gast in Highclere Castle – Geschichten und Rezepte aus dem echten Downton Abbey
Fiona Countess of Carnarvon
Callwey Verlag
Website der Countess of Carnarvon
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Highclere Castle ist eines der bekanntesten Häuser der Welt – nicht erst seit der fantastisch erfolgreichen britischen Fernsehserie Downton Abbey. Bereits durch Jahrhunderte hindurch wurden hier Royals, Staatsmänner und Technikpioniere ebenso wie bekannte Persönlichkeiten aus Musik, Kunst und Literatur empfangen. Die 8. Countess of Carnarvon lädt ein, fünf Wochenenden in Highclere zu verbringen, die den Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die heutigen Tage führen. Sie gewährt Einblicke in die Anekdoten des Hauses und seiner Gäste und erlaubt den Blick durchs Schlüsselloch: Sie führt den Leser durch ihr großartiges Schloss, teilt die Kunst des Gastgebens im Wandel der Jahrhunderte und verrät rund 100 köstliche Rezepte und Menüs, die die Besucher zu allen Gelegenheiten erfreuten.

Ein wahres Genussbuch – für Downton Abbey-Fans und alle, die Freude an wahrer Historie und spannenden Insider-Geschichten haben! Hier lädt Euch die Schlossherrin, Lady Carnarvon, höchstpersönlich ein – enjoy!

Valentinas erster Blick
Wer eine Schwäche für das alte England hat und ein Fan der Serie Downton Abbey ist, wird hier Trost finden für das abrupte Ende. Zwar steht nicht die fabelhafte Köchin Mrs. Patmore mit ihrer Kochkunst im Mittelpunkt, sondern das original Schloss, Rezepte der heutigen Countess of Carnarvon und historische Dinner. Den Fan erwartet festliche englische Küche at its best, die keine Sterneköchin erfordert, sondern nur Lust am Kochen. Sehr ansprechend.

 

Teheran – Die Kultrezepte
Parvin Razavi
Christian Verlag
Die Autorin bei Twitter
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Kennen Sie Halim, das orientalische Porridge? Das Schmorgericht Khoresht-e Karaws, den Grillspieß Djudje Kabab? Oder den persischen Pudding Fereni? Dieses Orient-Kochbuch präsentiert Ihnen traditionelle persische Küche, oftmals modern interpretiert. Dazu spürt es dem Leben in Teheran nach, einer Stadt, in der nichts erlaubt, aber alles möglich ist. Traditionell und strikt, daneben modern und pulsierend. Lassen Sie sich inspirieren!

Valentinas erster Blick
Orientalisches Porridge, Frühstückslinsenbrei mit Minzöl und Karotten-Orangen-Marmelade sind ein aufregender Auftakt. Danach wird es kulinarisch ruhiger und vertrauter. Den Titel – Kultrezepte – sollte die Interessierte dabei keinesfalls zu wörtlich nehmen bzw. einfach überlesen. Teheran wird zwischen den Buchdeckeln als Ort mit seinen traditionellen wie authentischen Rezepten vorgestellt. Auf jeden Fall spannend.

 

Sri Lanka – Das Kochbuch
Bree Hutchins
Christian Verlag
Website der Autorin
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Die singhalesische Küche erinnert stark an die indische, lebt zudem von Einflüssen aus Thailand und China. Bree Hutchins hat sich aufgemacht, die versteckten Küchen Sri Lankas zu erkunden. Auf ihrer bildgewaltigen Reise durch Ceylon porträtiert sie Menschen, die die singhalesische Küche täglich leben und lieben – und erfragt ihre liebsten Rezepte. Vom scharfgewürzten Curry bis zu den traditionellen Hoppers, Pfannkuchen aus Mehl und Kokosmilch.

Valentinas erster Blick
Optisch ist dieses Buch erst mal kein Gewinner. Wie die indische Küche werden die Gerichte Sri Lankas von der ganzen Welt von Brauntönen dominiert, die fotografisch wenig hermachen. Das beigefarbene sowie verspielte Layout weiß dem auch nichts entgegen zu setzen. Aber lässt man diesen schlechten Start in die Welt der Kochbücher zur Seite, offenbart sich hier eine Muschelkette einfacher wie unbekannter Rezepte und Zutaten.

 

Und wie soll man das essen?
Ashley Blom
Dumont Buchverlag
Leseprobe
Blog der Autorin
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Der Verlag über seine Neuerscheinung
Es könnte so schön sein: Sie befinden sich in angenehmer Gesellschaft – vielleicht bei einem geschäftlichen Essen, einer schicken Dinnerparty oder dem ersten Treffen mit den zukünftigen Schwiegereltern – und plötzlich liegt ein ganzer Fisch auf Ihrem Teller. Oder Austern. Und Sie haben absolut keine Ahnung, was zu tun ist. Was, wenn Sie etwas essen müssen, das Sie hassen? Wenn Sie den Wein verkosten sollen, den dann die ganze Tischgesellschaft bekommt? Und wer zahlt eigentlich die Rechnung? ›Und wie soll man das essen?‹ verrät, wie Sie diese und ähnliche Situationen elegant bewältigen können, ohne vom Tisch zu fliehen, um auf der Toilette per Handy hektisch das Internet nach einer adäquaten Lösung zu durchforsten. Schritt für Schritt werden fünfzig Etikette-Fragen rund ums Essen geklärt, damit Sie sich in Zukunft ganz entspannt auf die guten Gespräche konzentrieren können.

• Eine Kokosnuss öffnen, das richtige Besteck auswählen und scharf essen, ohne ins Schwitzen zu kommen
• Knifflige Techniken, gute Manieren und perfekte Strategien humorvoll erklärt

Valentinas erster Blick
Das Büchlein nimmt sich dreier Gefahrensituationen an: kniffelige Techniken am Tisch (Stichwort Schweinekopf), edle Etikette und andere Fettnäpfchen. Neben Knallern findet sich auch Offensichtliches. Die Lektüre beweist trockenen Humor, manches kann man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Veröffentlicht im März 2018

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