Kochbuch von Wagamama: Wagamama

Kochbuch von Wagamama: Wagamama ★★★★☆

Wagamama – Die besten Rezepte aus
der Nudelbar. Frische Ramen,
Bowls & Currys
Fotos: Howard Shooter
Christian Verlag (2020)
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Julia Eckl-Dorna

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Als ich in London studierte, war Wagamama einer der wenigen Orte, wo man als Student*in im Zentrum es sich leisten konnte, authentische asiatische Küche zu genießen. Als ich nun nach langer Zeit London wieder besuchte, hatte sich so vieles komplett verändert. Aber Wagamama gibt es noch immer am selben Ort an der Southbank, und das immer beliebte Yaki Soba war noch genauso gut wie damals. Umso mehr freute ich mich, dieses Kochbuch in Händen halten zu können und das einfache Streetfood nun auch zu Hause genießen zu können. Nur – schmeckt es selbstgekocht auch so gut?

Das erste Restaurant der Wagamama-Kette öffnete 1992 in London seine Pforten, mittlerweile umfasst das Imperium 140 Standorte weltweit. Ihr neuartiges Konzept war, eine Nudelbar nach dem Vorbild japanischer Ramen-Schnellimbisse zu eröffnen. Als eine der ersten hatten sie lange Tische mit Sitzbänken anstatt individueller Sitzgelegenheiten. Die schnelle Abfertigung in den Lokalen bleibt mir lebhaft in Erinnerung. Wenn man auf die Frage „Wollen Sie ein Dessert?“ mit „Nein, danke“ antwortete, lag sofort die Rechnung vor einem am Tisch und es wurde erwartet, dass man innerhalb weniger Minuten das Restaurant verlässt. Aber abseits dieser Effizienz waren und sind die Wagamama-Bars Orte mit gutem und leistbarem Essen im Herzen Londons (und mittlerweile in 23 anderen Ländern).

Kochbuch von Wagamama: Wagamama

Schlichtes Auftreten, gute Grundlagen

Das Kochbuch entspricht ganz der schlichten Marketing-Linie des Konzerns: Auf dem Einband erstrahlt eine lecker angerichtete Bowl, über der das Wagamama-Logo mit dem roten Stern prangt. Zu Beginn wird die Geschichte der Restaurantkette und ihres Prinzips der Kraft des „Positive Eatings“ auf wenigen Seiten mit schlichten Schwarz-Weiß-Bildern erläutert.

Zum Weiterlesen

Leseprobe beim Verlag

Website von Wagamama

Mehr asiatische Kochbücher bei Valentinas

Für Neulinge der asiatischen Küche werden die Grundzutaten sowie angenehmerweise auch Alternativen für die weniger gängigen Gewürze und Ähnliches erläutert. Dieser kurzen Einführung folgt ein ausführlicher Rezeptteil, der sich vor allem ausgewogenen Bowls und Ramen widmet. Aber auch frische Beilagen und eingelegte Zutaten kommen nicht zu kurz.

Besonders angetan haben es mir die Grundlagenkapitel ganz am Schluss – die Gemüse- und Fleischbrühen sind zwar nicht immer unaufwendig, aber geschmacklich eindeutig umami. Und auch wenn ich bei dem Gyozarezept, das ich ausprobiert habe, noch einen Fertigteig für Gyozas aus meinem Vorrat im Tiefkühler verwendet habe, so werde ich sicher noch das ausführlich bebilderte Rezept für den Teig ausprobieren.

Im Ramen- und Curryhimmel

Kochbuch von Wagamama: Wagamama

Wer – so wie ich – ein Fan von Ramen ist, hat hier wirklich die Qual der Wahl im positiven Sinn. Ob Tantanmen-Ramen mit Rinderbrust, Ramen mit Hähnchen oder Ramen mit Miso-Kabeljau – sie klingen alle verführerisch und die Zutatenlisten sind (was bei Ramen eher selten ist) überschaubar.

Ich entscheide mich für die Fisch-Version und werde nicht enttäuscht: Der Kabeljau ist dank der Marinade aus Misopaste und Sojasuce angenehm würzig. Die einzigartig gute Gemüsebrühe wird mit frischem Pak Choi ergänzt und mit Austern- und Fischsauce fein abgeschmeckt. Ein Wohlfühlgericht der ersten Klasse.
Aber auch die Currys tragen die Handschrift der Profis. So wird im Handumdrehen aus frisch zubereiteter Currypaste, Kokosmilch, knusprig gebackenem Tofu und frischem Gemüse ein perfektes, kambodschanisch inspiriertes Abendessen.

Rezensentin Julia:

„Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Ergebnisse dennoch fantastisch – was will man mehr?“

Doch nicht nur abends bereichert das Kochbuch unseren Speiseplan: Der tropische Kokosporridge mit Mango-Chili-Passionsfrucht-Sauce ist zum Familienlieblingsfrühstück geworden, wobei wir mittlerweile klimaschonend die Früchte durch saisonal erhältliches Obst ersetzt haben. Aber die Sauce aus Ahornsirup, Ingwer und einer Messerspitze Chili erweckt auch den größten Morgenmuffel.

Was macht dieses Kochbuch so besonders? Japanisch inspirierte Rezepte, die einfach zuzubereiten sind, ohne viel an bekanntem Umami-Geschmack einzubüßen. Eine echte Empfehlung für jeden Liebhaber von Bowls, Ramen und Currys. Und ja, es schmeckt fast so gut wie im Restaurant … nur das London Feeling fehlt.

Japanische Küche leicht gemacht und doch wohlschmeckend – fast 30 Jahre Erfahrung hat Wagamama in der Zubereitung von diversen Bowls und Ramen, noch lange bevor diese Gerichte ein internationaler Trend wurden. Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Ergebnisse dennoch fantastisch – was will man mehr?

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2020

2 Kommentare

  1. Katharina

    Guten Morgen Andreas, ja, das ist kein leichter Fall und man könnte auch anders entscheiden: Julia war für 5 Sterne, ich für 4, weil der reine Fokus auf Rezepte und die Tatsache, dass es ein CI-Buch ist, sich nicht in die Summe bisherigen fügt, die mehr vermitteln. Herzlichst Katharina

  2. Andreas

    „Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Ergebnisse dennoch fantastisch – was will man mehr?“
    Wenn dies so ist: warum dann nur vier von fünf Sternen?

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