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Katharina Höhnk

Kochbuch von Tove Nilsson: Thai ★★★★

Thai – Über 80 Rezepte für jeden Tag, Tove Nilsson, Fotos: Lennart Weibull, Autorenfoto: Wolfgang Kleinschmidt, Hölker Verlag (2020), Mehr über den Verlag

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Maike von Galen

Von

Die große Welt in meine kleine Küche will Tove Nilsson mit ihren „Thai“-Rezepten holen: Mit frittiertem Fisch, Kaffir-Curry und karamellisiertem Schweinebauch hat sie 80 alltagstaugliche Gerichte versammelt. Ein spannendes Aromenspiel, bei dem mir als Neuling der Landesküche nicht immer alles im ersten Versuch gelingt, aber es zeigt, worauf es ankommt.

Fein geschnittenes Gemüse, sämiges Curry und gehackte Chilis schmücken das Cover des „Thai“-Kochbuchs, dessen Versprechen in der Unterzeile mich sofort neugierig macht – über 80 Rezepte „für jeden Tag“ will die schwedische Kochbuchautorin Tove Nilsson (Foto unten) darin gesammelt haben, die die thailändische Küche auf eine einfache Zauberformel herunterbrechen: Süße, Säure, Salz und Schärfe.

Gesammelt hat Nilsson die Rezepte nicht nur in Thailand selbst, sondern bemerkenswerter Weise auch in den Metropolen der Welt, wo sie Currys und Reis „in rauen Mengen“ essen musste, um dem Geheimnis der fremden Küche auf die Spur zu kommen. In New York, L. A., Berlin und Bangkok schmecke thailändisches Essen viel spannender als die immer gleichen Satayspieße in Erdnusssoße, die man vom Schnellimbiss um die Ecke kennt, verspricht die Autorin, die wohl als eine der Ersten formuliert, dass es kulinarische Hotspots der südostasiatischen Küche schon längst außerhalb des Landes gibt.

Nudelsieb & Hackmesser

Den Rezepten stellt Tove Nilsson einen Theorieteil voran, der die Grundlagen der thailändischen Küche erklärt: die bereits erwähnte Zauberformel – Süße, Säure, Salz und Schärfe – ebenso wie das nötige Zubehör (einen hochwertigen Wok, ein Nudelsieb, ein Hackmesser) sowie einen Grundvorrat an Soßen und Pasten, der für viele der Rezepte gebraucht wird. Die Rezepte selbst teilt sie dann in Snacks und Kleinigkeiten, Salate, Suppen und Currys, Grillgerichte, Wokgerichte und Desserts ein.

Ein erstes Blättern durch das Buch löst bei mir sofort Hunger aus – die Fotos erwecken gekonnt den Eindruck, man blicke auf einen wild gedeckten Familientisch. Gern würde man spontan zugreifen, den Schweinefleischdip kosten, an den Kokos-Curry-Hähnchenflügeln nagen, ein paar salzige Kaffir-Pommes naschen. Die Rezepte selbst sind dann schlichter aufgemacht, immer wieder aber mit kleinen Tipps und Anmerkungen versehen, etwa: „Eigentlich enthält das Rezept noch Gallensaft, darauf habe ich hier aber verzichtet.“ Man merkt: Nilsson ist bemüht um Authentizität, aber setzt auf westliche Praktikabilität.

Die thailändische Zitrone: Tamarinde

Ich beginne mit den Grundlagen: So statte ich erst mal meinen Vorratsschrank ordentlich aus, ehe ich mich ans erste Gericht wage. Denn ohne Palmzucker, Fischsoße, Klebreis und Tamarindenpaste geht nichts. Etwas ängstlich schaue ich auf die Mengen Chili, die Nilsson mir in nahezu jedem Rezept vorschlägt – schon ein Bruchteil davon kommt mir wahnsinnig viel vor, so dosiere ich deutlich vorsichtiger.

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Website & Instagram von Tove Nilsson

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Weniger zurückhaltend bin ich bei der Verwendung von Tamarindenpaste, was mir bei der gerösteten Kürbissuppe böse auf die Füße fällt. Die angegebene Menge macht die Suppe für mich fürchterlich sauer, vom Kürbis ist nichts mehr zu schmecken. Ganz anders bei der klassischen „Tom Kha Gai“-Nudelsuppe, die unglaublich gut nach Zitronengras duftet und so gut schmeckt, dass ich sie gleich zweimal hintereinander gekocht habe.

Säure, Süße, Salz und Schärfe – nicht immer ist mir hier die perfekte Balance, wie die thailändische Küche sie anstrebt, gelungen. Vermutlich auch, weil das Aromenspiel fein justiert werden will. So muss wohl auch ich noch ein paar Berge Reis erklimmen, ehe ich dem Geheimnis ganz auf die Spur komme. Die Rezepte von Tove Nilsson sind dabei ein guter Pfad zu diesem Ziel: raffiniert und doch nicht zu aufwendig, exotisch und doch wunderbar heimelig wärmend. Ein wunderbares Einsteigerbuch für einen Ausflug in die Küche Thailands.

Veröffentlicht im Mai 2021

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