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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | March 23, 2017

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Kochbuch von Torsten Hülsmann & Antonio Buntenkötter: Street Food Homemade ★ ★ ★ ★

Kochbuch von Torsten Hülsmann & Antonio Buntenkötter: Street Food Homemade
Rezension

Street Food Homemade
Torsten Hülsmann &
Antonio Buntenkötter
Fotos Oliver Brachat
Hölker Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

VIER STERNE: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Thomas Knogge Von

Ein paar Gewürze, frische Zutaten und die Erinnerung an den letzten Urlaub reichen aus, um mit Street Food Sehnsucht und Fernweh zu wecken. So jedenfalls die beiden Autoren Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter, die auf unterschiedlichsten Festivals ihre Vorstellungen von Street Food unter die Leute bringen. Passt es da, ein Buch zum Nachkochen für zu Hause zu schreiben?

Die gusseiserne Grillpfanne, der Pizzastein, der Reiskocher und am besten Gas-Kochplatten, das und noch mehr gehört nach diesem Buch zu einer richtigen Küchenausstattung für das „ultimative Street-Food-Erlebnis“, für den „richtigen Geschmackskick“. Nach dieser Einführung legt das Buch los mit Basics, also Erdnusssauce, Sweet Chili Dip, Tomatenketchup, aber auch verschiedenen Pickles (wie Rote-Bete, Gurken, Jalapeño), sowie die verschiedenen Teigarten für Brötchen und Hotdogs, etc.

Dann folgen die Rezepte für vielseitiges Street Food – Wiener Backhendl gibt es nach den Frühlingsrollen, Falafel vor den frittierten Sardellen und der gute alte Brathering folgt den Hotdogs. Im Kapitel Salads & Sides gibt es French Fries und Tabbouleh und bei den Sweets so was wie Pastéis de Nata und Berliner. Zum Abschluss noch einige Drinks wie Strawberry Caramel Milkshake und Masala Chai.

Die Rezepte sind übersichtlich strukturiert, die Vorgehensweise in einzelnen Schritten nummeriert, und zu jedem Rezept gibt es ein geschmackvolles Foto. Die Portionen sind dabei sehr unterschiedlich, mal 4-6 oder 6-8, mal 9 und mal 16 oder auch 20 – halt straßentauglich …

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Hausgemachtes Street Food?

Eigentlich widerspricht ein Kochbuch der Idee von Street Food, denn – wie die Autoren (links ein Foto) selber schreiben – viele Köche haben sich auf 2-3 Gerichte spezialisiert, die dann auch ausgezeichnet schmecken. Aber dieses Buch lädt ein, sich umzuschauen in der Welt der kleinen handlichen Portionen, um sich selbst zu einem Spezialisten seines Lieblingsessens zu machen.

Geeignet dafür ist beispielweise das Rezept „Hand-Pie-Füllung“ – mit Guinness, Malzessig und Muscovado-Zucker. Hier lohnt es sich mit den Mengen zu variieren und seinem eigenen Geschmack zu folgen. Den Teig unbedingt so, wie in der Anleitung beschrieben, mit eiskaltem Wasser und eiskalter Butter anfertigen, erst so zerfällt er später herrlich bröselig beim Reinbeißen im Mund.

Die 16 Pakoras mit Panch Phoran können auch mit dem süßlich frischen Mangochutney kalt zum Picknick mitgenommen werden, und die traumhaften Patéis de Nata sind ein schnell gefertigtes, aber beeindruckendes Mitbringsel für einen Nachtisch zum Essen bei den Nachbarn. Der Schweinebraten muss nicht immer brav mit Kartoffeln auf den Tisch, sondern darf auch mal dick geschnitten mit Zwiebel-Pickles in ein Brötchen geklemmt werden. Das alles geht eben auch hausgemacht!

Die Portionen lassen sich anpassen und die Rezepte sind nicht besonders aufwendig. Es wird nicht heranreichen an den Geschmack der Nachtmärkte in Asien, wo man mit Freunden und der Familie zum Essen ausgeht. Aber es reicht, um ein Stück auf einer kulinarischen Reise zu wandeln.

Street Food ist eben auch Soul Food

„Essen ist unsere Leidenschaft, Kochen unsere Berufung, Straßen sind unsere Bühne, Küchen unser Revier“ – das ist das Motto der beiden Köche, die auf ihrer Homepage einige Rezepte veröffentlicht haben und auf Facebook etwas aktuellere Kommentare geben. Jedenfalls ist das Motto zu schmecken!

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Wenn ich auf der Homepage den Blog aus dem Jahr 2015 lese und mir dort die Vorgehensweise beim Kochen erzählen lasse, stelle ich fest, dass mir diese schnelle, manchmal vielleicht etwas rüde und doch herzlich-poetische Art des Schreibens besser gefällt, als der präzise Schreibstil des Kochbuchs.

Ein Auszug: „Wie immer ist dieses Rezept nur eine persönliche Präferenz, spielt ein wenig mit der Zusammensetzung, mehr oder weniger Knobi wer es mag, mehr Chili wer mehr Spice mag.“ Das gefällt mir besser, hier merke ich unmittelbar die Leidenschaft und das Können! Diese direkte Sprache hätte dem Buch gut getan, sie hätte die Verbindung zu den beiden Köchen geschaffen und noch mehr Leichtigkeit hineingebracht. Einfach fürs nächste Mal merken!

Ideen für eine schnelle Leckerei gesucht? Oder etwas Besonderes für ein Picknick? Street Food in kleiner Menge für die Familie ausprobieren? Das alles klappt wunderbar mit diesem Buch! Und mit den Gedanken an den Urlaub wird Street Food eben schnell zu Soul Food – so wie es die Autoren sagen …

Nachgekochte Rezepte:

Corn Fritters
Zusammen mit der Guacamole eine schnell gemachte Leckerei. Erfordert ordentlich Pfeffer!

Hand-Pie
Butter und Wasser müssen für den Teig eiskalt sein, dann schmeckt er so wunderbar bröselig (er muss 4 Stunden in den Kühlschrank). Das Fleisch bekommt durch Guinness, Malzessig (nach meinem Geschmack kann’s auch etwas mehr sein) und Muscovado-Zucker einen besonderen Geschmack, wobei ich deutlich (!) mehr Flüssigkeit für das Köcheln benötigte.

Geschrieben im Dezember 2016