Kochbuch von Terry Tan: Asia-Kochschule

Kochbuch von Terry Tan: Asia-Kochschule ★★★★☆

Asia-Kochschule
Terry Tan, Foto J. Small, Dorling Kindersley Verlag (2010)
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Patricia Rahemipour

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Wort gehalten

Schon mal alles richtig gemacht? Terry Tan hat. Mit seiner Asia Kochschule kann sich auch der ungeübte Laie in ferne Kochgefilde entführen lassen und wird sicher nicht scheitern. 

Der Autor Terry Tan hat seine Asia Kochschule aus dem Jahr 2003 überarbeitet und erweitert. Mehr als doppelt so viele Rezepte, viele neue Kochutensilien und weitere Gastautoren prägen den Band. Dabei wird der Begriff der asiatischen Küche wirklich ernst genommen und es finden sich Rezepte aus den Regionen Chinas ebenso wie aus Singapur, Malaysia und Indonesien. Kenntnisreich sind die Rezepte der Regionen zusammengefasst, deren Küche von gemeinsamen Traditionen geprägt ist. Das ist für den Leser gut nachvollziehbar. Überhaupt ist vieles gut nachvollziehbar in diesem Kochbuch. Es beginnt traditionell mit einer Einführung, begleitet den Leser bei der Materialwahl (ein wichtiger Punkt vor allem für ungeübte Köche asiatischer Rezepte) und schließt mit einem Glossar der Zutaten. All das ist illustriert mit ansprechenden Fotos (pro Rezept eines bzw. jedes Utensil oder jede Zutat wird abgebildet). Dies ist auf sehr angenehme Weise konventionell und wird dem Titel der Schule durchaus gerecht.

Doch auch wenn sie nicht nochmals in die Schule gehen wollen – ja, richtig gelesen, ich finde diesen Titel sehr unglücklich – legen Sie dieses Kochbuch bitte nicht voreilig aus den Händen. Mir wäre es fast so gegangen.

Doch ich muss weiter vorn beginnen: Einer der Gründe, warum ich in Berlin wohne, ist die schier endlose Zahl guter asiatischer Restaurants. Schon 1992 wackelte ich , tapfer begleitet von meinen Studienkollegen, regelmäßig zum Prenzlauer Berg, um in dem damals gerade eröffneten ersten Thai Restaurant die Hälfte meiner monatlichen Einkünfte durchzubringen. Komischerweise hat sich der Kontakt zu meinen damaligen Kommilitonen als nicht so beständig erwiesen wie der zur asiatischen Küche….

Der Trend hat sich zum Glück durchgesetzt und heute kann man hier nicht nur mit endlos viel sondern sich auch rasend günstig mit exotischem Essen versorgen. Warum also selber kochen? Nun, die Zeiten ändern sich. Nachdem mich meine Kinder inzwischen tapfer begleiten müssen, habe ich wenigstens ab und an ein Einsehen, serviere Apfelpfannkuchen aus der eigenen Pfanne und brate still und heimlich später am Abend Köstlichkeiten asiatischer Herkunft. Meine Freude Terry Tanns Buch besprechen zu dürfen, brauche ich nicht extra betonen.

Ich habe mir vorgenommen aus jeder Region mindestens ein Gericht zu kochen. Das stellte zunächst eine kleine logistische Herausforderung dar, da die Zutaten nicht immer leicht zu beschaffen waren. Aber ein Großeinkauf in Lichtenberg hat Abhilfe geschaffen. Nun ist ein Grundstock vorhanden, der erstaunlich lange haltbar ist, und so komme ich in letzter Zeit sogar oft dazu, Reste “asiatisch” zu verarbeiten.

Eine solche Resteverwertung führte zum ersten Gericht: Mit einem Schweinefleischrest habe ich ein Babi Goreng zubereitet. Das Fleisch wird zunächst in einer Würzpaste gebraten und erst dann durch Kokosmilchbeigabe auf sanfte Art gegart. Wichtig ist hier wie bei allen Gerichten, sich wirklich an das Rezept zu halten und die Gewürze erst zu schmoren. Das ist alles in wenigen Minuten machbar, wie überhaupt die meisten Rezepte im Buch was für Schnelle sind. Das Geschmackserlebnis am Ende hat die sklavische Vorgehensweise gerechtfertigt. Gerade die Kombination des sehr würzigen Fleisches mit dem klaren Geschmack der Gurke… köstlich.

Nicht nur der Geschmack überzeugt, auch bei den Beschreibungen und den Zeitangaben, wie oben schon gesagt, alles richtig gemacht. Das überzeugt umso mehr, als es sich bei dem Buch, das zwar unter Tans Namen erschienen ist, um ein echtes Gemeinschaftswerk handelt. Viele Autoren, viele Fotografen, viele Lektoren, zwei Verlage – trotzdem ist alles aus einem Guss und von erstaunlicher Einheitlichkeit, die niemals Eintönigkeit ist. Danke.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2011

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