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Katharina Höhnk

Kochbuch von Tanja Grandits: Aroma pur ★★★★

Aroma pur – Meine fröhliche Weltküche, Tanja Grandits, Fotos: Michael Wissing, AT Verlag (2007)

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Ulrike Rösler

Von

Neue Kochbücher gibt es viele, aber wieso nicht einmal den Bestand durchforsten nach vergessenen Highlights? „Aroma pur – meine fröhliche Weltküche“ von Tanja Grandits ist perfekt dafür. Autorin und Kochbuch haben es verdient.

Tanja Grandits ist eine der wenigen SterneköchINNEN und dies war ihr erstes, 2007 veröffentlichtes Kochbuch. Kurz zur Person: Tanja Grandits kommt von der Schwäbischen Alb, hat in der Traube Tonbach in Baiersbronn beim legendären Harald Wohlfahrt gelernt und leitet heute das Restaurant Stucki in Basel, wo sie sich 2 Michelin-Sterne erkocht hat.

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Um ehrlich zu sein: Mit Kochbüchern von Sterneköchen habe ich bislang eher gemischte Erfahrungen gemacht. Manchmal waren die Rezepte aufgrund exotischer Zutaten oder nicht minder spezieller Küchengeräte nicht umsetzbar. Oder aber die Angaben zur Zubereitung waren dermaßen unpräzise, dass ich die Rezepte weniger nachkochen als neu interpretieren musste. Insofern war ich sehr gespannt, als ich das Buch in den Händen hielt. Zumal kein Rezept mehr als eine halbe Seite in Anspruch nimmt … Ob das gelingen kann? Kurz vorab: Ja, es funktioniert (in den meisten Fällen) ganz wunderbar.

Tanja GranditsSehr, sehr gut!

Aber noch mal zurück zu Tanja Grandits (Foto links). Zum Kauf des Buches hatte mich das bunte Cover mit der „fröhlichen Weltküche“ verleitet; mein Hintergrundwissen damals zur Autorin: Null. Als ich den Kauf gegenüber einem kochaffinen Freund erwähnte, meinte der: „Grandits? Ist das nicht die, die nach Farben kocht?“ Ahem … ehrlich? In der Tat, das „farbige Kochen“ ist ihr Markenzeichen und ein wichtiges Element in ihren Gerichten.

Jetzt aber zum Buch. Dieses verspricht „in 75 Rezepten von Vorspeisen bis Desserts … ein Feuerwerk der Düfte, Gewürze und Aromen.“ Es werden 14 Gewürze und Kräuter porträtiert: Basilikum, Pfefferminze, Chili, Lavendel, Rosen, Ingwer, Limetten, Koriander, Zitronengras, Kreuzkümmel, Wasabi, Safran, Zimt, Vanille und Honig. Es gibt jeweils eine Grundzubereitung (z. B. Kräuteröle, Gewürzmischungen), eine oder zwei Vorspeisen / vegetarische Gerichte, einen Hauptgang mit Fisch oder Fleisch und ein Dessert. (Viele Rezepte enthalten übrigens Gemüsekomponenten, die gut für sich alleine stehen). Von jedem Gericht gibt es ein großformatiges Foto, was ich für das Anrichten sehr hilfreich fand.

Tanja Grandits über Limette:

Der Limettenbaum benötigt ein sehr heisses Klima, um zu gedeihen. Von den verschiedenen Limettenarten sind die kleineren aromatischer. Die Säure der Limette hat in meiner Küche verschiedene Funktionen.  Zum einen schätze ich den frischen Geschmack, den sie den Gerichten verleiht. Ebenso wichtig ist mir aber das Aroma selbst, das sich vor allem in der Schale befindet und das einen wunderbaren Ausgleich zu süssen Komponenten schafft.

Bevor ich auf die Rezepte eingehe, hier schon mal mein Fazit: Ich bin begeistert! Ich habe neue Techniken (Räuchern, Pökeln) und interessante Kombinationen kennengelernt (z. B. Limette mit Rosmarin) und sehr, sehr gut gegessen. Räuchern beispielsweise ging viel einfacher, als gedacht. In der lavendelgeräucherten Entenbrust bestand das Werkzeug aus einem handelsüblichen drahtgeflochtenen Topfuntersetzer, den ich in einen großen Topf gelegt habe. Reis und Schwarztee dazu, die Entenbrust auf das Gitter gelegt und los ging’s – verblüffend einfach und schnell dazu.

Nicht anspruchslos

Dennoch handelt es sich nicht um schnelle Alltagsküche. Manchmal muss man ziemlich viel schnippeln und Prozesse wie Pökeln und Marinieren benötigen einen zeitlichen Vorlauf. Aber wenn man sich mal etwas Außergewöhnliches gönnen oder gemeinsam mit Freunden kochen möchte, dann lohnt sich der Griff zu diesem Buch. Und ja, ich habe auch in Farben gekocht …

Wo viel Sonne ist, ist auch Schatten, aber der fällt hier nicht sehr tief. In zwei Gerichten fehlte etwas Salz (glücklicherweise ist das einfach zu beheben), in einem anderen war es für unseren Geschmack zu viel. In einem Rezept (Cheesecake) stimmten die Mengenangaben nicht – diesbezüglich könnten manche Rezepte generell etwas präziser sein. Und einige Gerichte enthalten teure oder schwierig zu bekommende Zutaten wie Seeteufel oder Perlhuhnbrüstchen. Diese kann man jedoch durch andere Zutaten ersetzen (allerdings muss dann ggf. das Rezept etwas angepasst werden).

Würde ich das Kochbuch meiner besten Freundin empfehlen? Unbedingt, vorausgesetzt sie verfügt über grundlegende Kochkenntnisse, hat Lust am Experimentieren und bringt Zeit mit. Die Rezepte sind nicht anspruchslos, aber auch nicht so aufwendig, wie der ein oder andere Titel manchmal vermuten lässt. Diese Reise durch die Weltküche lohnt sich!

Veröffentlicht im März 2022

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