Kochbuch von Tanja Dusy: Suppen

Kochbuch von Tanja Dusy: Suppen ★★★★☆

Suppen von Tanja Dusy
Fotografie Wolfgang Schardt, Gräfe und Unzer (2010)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Stefanie Czybik

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Suppen gehen eigentlich immer. Und dieses Buch tritt den Beweis an, denn es zeigt die ganze Vielfalt der Suppen- und Eintopfwelt von bewährten Klassikern hin zu interessanten Neuentdeckungen und gibt dazu noch gute Suppenaufwertungstipps in Form von Toppings und Beilagen. Die Rezepte sind gut nachkochbar, die Gestaltung des Buches passt. Was mir fehlt? Tanja Dusy.

Das Buch schlägt in insgesamt sechs Kapiteln kulinarisch einen großen Bogen: Im ersten davon – „Klar & kräftig“ – geht es um die Herstellung von Brühen. Dies ist eine eher langwierige Angelegenheit und im Alltag nicht immer gut zu bewältigen. Aber ganz am Anfang wird bereits klargestellt, dass Fond aus dem Glas oder Instantbrühe auch okay sind. Das beruhigt mein Gewissen und lässt das Nachkochen nicht bei jeder Suppe zu einer zweitägigen Wochenendveranstaltung werden. Ist die Grundlage einmal vorhanden, kann man sich dann einem der zahlreichen Rezepte der nun folgenden Kapitel „Fein & cremig“, „Sommerlich aromatisch“, „Erfrischend kühl“, „Würzig & Exotisch“ sowie „Üppig & herzerwärmend“ zuwenden. Hier braucht man Entscheidungsstärke, denn die Bandbreite reicht von Cremesüppchen mit interessanten Aromenkombinationen, über ganz klassische Rezepte hin zu deftigen Eintöpfen, Warmes für den Winter, Kaltes für den Sommer, Suppenbeilagen, Toppings und auch süße Suppen fehlen nicht. Bei dieser Suppen-Eintopf-Kaltschalen-Vielfalt fehlt mir die individuelle Handschrift von Tanja Dusy. Sind das alles ihre Lieblingsgerichte? Hat sie diese Rezepte gesammelt oder neu kreiert? Man erfährt es leider nicht.

Hat man sich einmal für ein Rezept entschieden, enttäuscht das Ergebnis keinesfalls. Die Rezepte lassen sich wunderbar und leicht nachkochen, sind gut und schrittig beschrieben, einige sind zusätzlich mit einer Kochvariante sowie Beilagentipps versehen. Die Zutatenlisten und der Kochaufwand sind dabei sehr unterschiedlich. Kommen die Cremesüppchen mit wenigen Zutaten aus und sind auch schnell zubereitet, erhöht sich die Anzahl der Zutaten bei einigen Eintöpfen und für die Kochzeit sind dann auch mal mehrere Stunden einzuplanen. Positiv aufgefallen ist mir: Die Zutaten sind einfach gehalten, man muss keineswegs mehrere Spezialgeschäfte dafür aufsuchen.

Bei der Gestaltung des Buches hat man sich entschieden, jedes Rezept zu bebildern, mal ganzseitig, mal eher klein, dazwischen immer mal ein Stimmungsfoto. Suppenbilder gehen manchmal ja völlig daneben, hier finde ich sie ganz gelungen, wenn auch zum Teil etwas sehr verspielt (da wanderte mein Blick eher zum Drumherum und dem Tellerdekor denn zum Tellerinhalt). Der Rezepttext kommt dagegen eher nüchtern daher, hier gab es keine gestalterischen Experimente oder individuelle Freiräume. Gestaunt habe bei den Kalorienangaben: Das hatte ich schon seit mehreren Jahren nicht mehr in einem Kochbuch gesehen.

Nach dem Ausprobieren mehrerer Gerichte kann ich sagen: Suppen ist ein typisches Buch seines Verlages. GU steht für mich für gute und vielfältige Rezepte (die in Suppen nahezu ohne Fehler daherkommen). Und ich greife im Alltag gern auf diese bewährten Rezepte zurück, denn für meine Familie gilt: Suppen gehen immer.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im April 2011

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