Kochbuch von Tanja Dusy: Buddha Bowls

Kochbuch von Tanja Dusy: Buddha Bowls ★★★★★

Buddha Bowls – Gesund & bunt.
50 x Energie aus der Schüssel
Tanja Dusy
Fotos Klaus-Maria Einwanger
Edition Michael Fischer (2017)

Thomas Knogge

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

„All in a bowl“ – der Weg zu einem glücklichen Lächeln, zu einem angenehm satten Gefühl und zu mehr Energie: Das verspricht Tanja Dusy. Und, ich muss es gleich sagen: Genau so ist es! Mit diesem Buch wurde ich schnell zum anerkannten Bowl-Maker in der Familie und noch besser: Alle mögen es!

Buddha-Bowls – sehen die propper gefüllten runden Schalen voller Köstlichkeiten wirklich aus wie ein Buddhabäuchlein, oder zaubert der Geschmack der Ein-Schüssel-Gerichte ein selig-zufriedenes Lächeln auf das Gesicht des Essers? Es gibt da so einige nette Erklärungsansätze für den Namen des Trends. Gewiss ist wohl auch, dass „Buddha-Bowl“ – oder im japanischen „Zuhatsu“ – die größte von drei Schüsseln genannt wird, die den Kopf und die Weisheit Buddhas verkörpert und während eines meditativen Speiserituals Verwendung findet.

Den in vielen Ländern Asiens verbreiteten Ein-Schüssel-Gerichten ist nach Tanja Dusy (Links ein Foto von ihr) gemein, dass „verschiedene Zutaten und Aromen sich ganz entspannt in einer Schüssel zu einer harmonischen Gesamtmahlzeit vereinen“. Und das bedeutet: komplexe Kohlenhydrate, Proteine, Mineralstoffe und Vitamine, und dann noch sekundäre Pflanzenstoffe, die Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen haben.

Genussvolles Zubereiten und ebensolches Essen

Schon zweimal habe ich die Banana-Choc-Bowl für das Frühstück machen dürfen: Gefrorene Bananenscheiben, Erdnussmus, Mandelmilch und Kakaopulver wandern in den Mixer, als Topping gibt es Pekannusskerne, Chia-Samen, Blütenpollen und ein paar Früchte. Diese Bowl kam sehr gut in der Familie an. Cremig-kühl und knackig – nicht nur für den Morgen eines schönen Sommertages. Oder die Otsu-Bowl: der Nudelsalat japanischer Art mit erfrischend säuerlichem Dressing auf der Basis von Buchweizennudeln, gemischt mit Salatgurke, Romana-Salat, Koriandergrün, Frühlingszwiebeln und Sesamsamen sowie Ofen-Tofu. Ein gehaltvolles und doch leichtes Essen, eben „eine leckere Art, lange satt zu bleiben“, wie Tanja Dusy schreibt.

Überhaupt ist das Ganze ein großer Genuss. Mit dem Auge fängt es schon an, oder nein, eigentlich schon mit der Kreativität und Sorgfalt, die verschiedenen Zutaten in der Bowl anzurichten, langsam steigert sich dabei die Vorfreude, die Augen genießen still, der Speichel drängt danach, die Geschmacksstoffe aus der Nahrung lösen zu dürfen, und endlich erfolgt der erste Biss und die Tausenden Geschmacksknospen im Mund leisten Großartiges für die vollendete gustatorische Wahrnehmung – einfach lecker.

In einer typischen Bowl stecken zur Hälfte Gemüse und manchmal auch Früchte, ein Fünftel bis ein Viertel Kohlenhydrate von Getreide und Hülsenfrüchten sowie die gleiche Menge an Proteinen aus Fleisch, Fisch oder Milch- und Sojaprodukten plus etwa ein Zehntel an Ölen, Nüssen und Saaten. Eine Creme oder ein Dressing sollte nicht zu sparsam angerichtet werden, denn es bildet die Verbindung zu den verschiedenen Zutaten.

Die Colors-of-Asia-Bowl ist ein gutes Beispiel. Das Orange der geraspelten Möhre, das Gelb der Paprikastreifen, das violette Rot des durchgekneteten Rotkohls, das Grün der Koriandercreme mit der orange-erdigen Farbe der gegrillten Süßkartoffeln, und das alles auf dem weißen Reis – was für ein Farbenspiel! Die Koriandercreme klebt bald an der Rohkost und am Reis und verbindet alles mit den warmen Süßkartoffeln.

Übersichtliche Struktur, klare Anweisungen

„Buddha Bowls“ präsentiert 50 übersichtlich gestaltete Rezepte, jedes mit einem Bild auf der linken und einer übersichtlichen Anweisung auf der rechten Seite. Nach einer kurzen Einführung über gesunde Kohlenhydrate, gesunde Eiweiße und gesunde Fette geht es in die Kapitel Breakfast Bowls, Easy Bowls und Super Bowls. Zwischendurch gibt es Erklärungen zu verschiedenen Zubereitungsformen von Tofu, Süßkartoffeln, Kohl, Rote Bete und Falafel.

Meist erfordern nur ein oder auch mal zwei Elemente etwas mehr Zubereitungszeit, die anderen Zutaten müssen nur geputzt, gewaschen und geschnitten werden, sodass die Vorbereitungszeit zumeist sehr überschaubar ist.

Die Fotos von Klaus-Maria Einwanger sind zentral für das Buch. Sie zeigen, wie die Bowls angerichtet werden (können), wie die Farben miteinander wirken, und sie sind – gerade weil die Schüssel als Grundelement immer wieder den gleichen Rahmen bietet – schnell das erste Auswahlkriterium für ein Rezept!

Für Einsteiger ist „Buddha Bowls“ absolut geeignet, für Könner ein Quell neuer Inspiration! Frische Bilder, klare Anweisungen, leckere Gerichte – was will Mensch mehr. Und dann noch absolut familientauglich. „Das Glück wird wohl so schmecken“, meint Tanja Dusy zu den Buddha Bowls – das kann ich mir nach diesem Buch gut vorstellen!

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Veröffentlicht im September 2017

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