Kochbuch von Tanja Dusy: Besser Esser

Kochbuch von Tanja Dusy: Besser Esser ★★★★☆

Besser Esser – Dein Rezepte-Guide
durch den Ernährungsdschungel
Tanja Dusy
Fotos Coco Lang
Gräfe und Unzer Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

Doris Brandl

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

In den Kochbuchregalen stapeln sich inzwischen die Kochbücher, die Gesundheitsvorteile versprechen. Tanja Dusy will uns mit ihrem ebenfalls auf Bildungsreise durch den Ernährungsdschungel schicken. Was kann, was darf, was soll man essen?

Die Autorin vieler Kochbücher haben wir auf Valentinas schätzen gelernt durch ihre exzellenten Rezepte. Mein persönlicher Favorit ist ihr Frankreich-Kochbuch, in dem richtig viel Butter und Eier verwendet werden. Aber die Zeiten ändern sich. Statt Hedonismus geht es in ihrer Neuerscheinung um den „Besser Esser“. Das macht mich neugierig. Als verantwortungsbewusste Feierabendköchin bin ich dem Thema ‚Gesunde Küche‘ durchaus zugeneigt. Schließlich kann es nicht jeden Abend Quiche oder Coq au Vin geben.

Ein angenehm küchentaugliches Format hat das Buch aus dem GU-Verlag. Alle Gerichte sind appetitlich fotografiert. Tanja Dusy (Foto links) startet noch ziemlich klar mit Frühstücksvorschlägen. Danach wird es kunterbunt: Smoothies, Aufstriche, Müslis, Salate, Suppen, Eintöpfe, Sandwiches, Quiches, Pasta, Aufläufe, Burger und auch Süßes ist dabei. Von allem etwas.

Zwischendurch werden die mittlerweile so heikel gewordenen Themen wie Superfoods, Milch, Fett, Brot und Kohlenhydrate, roh oder nur bis 40°, Snacks, Zucker und Soja in Form von Sprechblasen als eine Art Frage-Antwort-Spiel aufklärerisch behandelt. Erklärt wird zum Beispiel, dass Weizen nicht dumm und krank macht; Cola und Apfelsaft dieselbe Zuckermenge haben, nur der Apfelsaft zusätzlich Vitamine und gesunde Vitalstoffe hat. Fett – ja oder nein; oder ist No-Carb die Lösung? Vieles ist aus meiner Sicht bekannt, aber weniger dem „Schlechter Esser“.

Nur ohne Fisch und Fleisch ein ‚Besser Esser‘?

Obwohl Dusy beim Thema Fette auch auf die guten Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel in fettem Fisch hinweist, suche ich vergeblich nach Fisch- oder Fleischrezepten. Alles ist mindestens vegetarisch, wenn nicht sogar vegan, laktosefrei, raw oder glutenfrei. Dabei ist doch auch tierisches Eiweiß wichtig für eine gesunde Ernährung. Aber Eiweiß ist hier kein Thema. Schade. Also habe ich manche Rezepte emanzipiert darum erweitert und zu dem leckeren Kokos-Linsen-Curry Fisch und zum Ofengemüse Hähnchenbrust serviert.

Besser Esser = Besser Wisser

Gleich beim ersten Durchblättern steht auch schon fest, womit ich starte: Die knallroten Granatapfelkerne im Grünkohlsalat haben es mir angetan. Mit rotem Quinoa, Avocado und Nüssen ist er sowohl optisch wie auch geschmacklich ein Volltreffer und obendrein noch sättigend. Der Grünkohl will nämlich ordentlich gekaut werden. Dieser Salat hat uns inzwischen schon mehrmals begeistert.

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Als weiteres Highlight entpuppte sich die Möhrensuppe, die schnell zubereitet und auch gleich zur neuen Lieblingssuppe erklärt wurde. Ingwer, Kurkuma und Mandarinensaft geben ihr den besonderen Geschmack und das Topping aus Joghurt und Sonnenblumenkernen ist das i-Tüpfelchen auf der Suppe. Ebenso farbintensiv wie lecker ist der Linsen-Endivien-Salat mit Kürbis. Schwarze Belugalinsen, orangefarbener Kürbis, grüne Endivienblätter und dazu geröstete Kürbiskerne mit einem lieblichen Dressing – das ist Futter für alle Sinne.

Insgesamt wird eine internationale Bandbreite an Rezepten geboten: ob Bibimbap oder Kimchi-Pfannkuchen – wie man es beim Koreaner mag, indische Speisen wie die Kartoffel-Tikka, asiatische Nudelsuppen oder Sommerrollen, mexikanische Tacos oder der nordafrikanische Eintopf Shakshuka. Orientalische Einflüsse sind dabei mit Buchweizen-Pilaw und Französisches mit Quiches und Tartes. Selbstverständlich wird Zucker weitgehend gemieden. Auch ihm ist eine Themendoppelseite gewidmet. Alternativ wird mit Ahornsirup, Agavendicksaft und getrockneten Früchten gesüßt.

Wer sich mit gesunder Küche bisher nicht beschäftigt hat, der kann einiges zum aktuellen Stand der Ernährungswissenschaften und den diversen (Un-)Verträglichkeiten erfahren, oder auch einfach mal darüber nachdenken, ob nicht nur die Lebensmittelindustrie mit den sogenannte Superfoods kräftig verdient. Kenner der gesunden Küche wissen vermutlich vieles davon. Die Rezepte selber unterstreichen daher für mich das Anliegen des Buches. Denn ob Kreuzkümmel oder Zimt und Schwarzkohl oder Seidentofu: Jedes Rezept ist besonders im Geschmack, wohltuend und bedient sich aus der Fülle des Nahrungsmittelangebots, das die Natur uns stellt.

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Veröffentlicht im Oktober 2017

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