Kochbuch von Susanne Bodensteiner: Feierabendfood

Kochbuch von Susanne Bodensteiner: Feierabendfood ★★★★☆

Feierabendfood: 70 After-work-Rezepte zum Runterkommen
– von Vorrats-Quickies bis Luxus-Soulfood
Susanne Bodensteiner, Fotos: Nicky Walsh
Gräfe und Unzer Verlag (2018)
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Heike Hartmann

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Einen entspannten, frohen und auch noch leckeren Feierabend wünscht sich wohl jede*r – mit diesen Rezepten gibt es so etwas wie eine Gelinggarantie!

Auf dem Buchumschlag wirft eine bronzefarbene Lampe warmes Licht auf einen Teller mit Hähnchen, Süßkartoffelstampf und Avocado auf einer Sofalehne, das sieht schon einmal sehr einladend und nach einem leckeren Feierabend aus.

Die Autorin des Buches, Susanne Bodensteiner tummelt sich als Lektorin schon lange im Foodbereich und beschäftigt sich mit Trendthemen wie Streetfood, Regionalküche, veganer Küche, aber auch die italienische oder die Thai-Küche liegen ihr am Herzen und sie hat in diesen Bereichen auch schon an dem ein oder anderen Kochbuch mitgewirkt.

Alle diese Richtungen spiegeln sich auch im vorliegenden Werk der Autorin wider. Für die Fotos zeichnet die Engländerin Nicky Walsh verantwortlich, die spürbar von der Brit-Food-Szene inspiriert ist, was zu frischen und kreativen Bildern führt, die Lust auf die Rezepte machen. Ich mag das hübsch gewählte doppelte F des Titels und möchte ihm schon beim Durchblättern des Bandes gleich noch ein drittes F hinzufügen: Das Buch macht einfach F wie Freude. Die Rezepte lassen sich allesamt auf die Formel bringen: Einfach und schnell – das ist ein Zusammenklang, der jedem Feierabend guttut, ist er doch ach gefühlt immer zu kurz.

Auch die Kapitelaufteilung macht Spaß. Zum Einstieg gibt es Tipps für einen entspannten Vorrat mit besonderes pflegeleichten Zutaten, die man gut immer im Haus haben kann, von Antipasti im Glas über Parmesan bis zu Staudensellerie und roten Zwiebeln, nicht unbedingt überraschend, aber kompakt gehalten und hilfreich.

Aus diesem Vorrat lassen sich Gerichte zubereiten, für die man dann „after work“ gar nicht mehr einkaufen muss, die „Quickies aus dem Vorrat“, die im ersten Abschnitt behandelt werden, so wie beispielsweise das Rührei mit Zwiebel, Käse und Kürbiskernen, eine nette und leichte Kombination, bei der Käse den Eiern den Kick gibt und die Kürbiskerne einen knackigen Biss beisteuern, Rührei reloaded.

Der Ofen kocht für mich

Das Folgekapitel will ohne Kochen auskommen, Okay, ein Backofen sollte vorhanden sein und muss angeworfen werden, aber dann geht es ratzfatz: zum Beispiel einfach Lachskoteletts mit Fenchel und etwas Frischkäse und Kräutern in Folie einpacken und nach 20 Minuten wieder befreien – fertig ist die aromatische Feierabendmahlzeit inklusive Soße mit feinsten Aromen, hier abgerundet durch die Zugaben von Orangenschale und Schnittlauch.

Weiter geht es mit richtigen Seelenschmeichlern und schnellem Soulfood wie Clafoutis mit Tomaten, quasi ein Pfannkuchen aus dem Ofen, herzhaft gewürzt und mit Tomaten anstelle mit Kirschen wie beim französischen Klassiker. Zum Rahm-Pilzragout gesellen sich Heidelbeeren, die einen fruchtigen, aber nicht süßen Überraschungseffekt geben.

Schnell, lecker und dazu noch gesund

Im Schlusskapitel wird es dann „Gesund und schnell – und richtig lecker“ und es kommen Gerichte auf den Tisch, die mit besonders vielen Vitaminen angereichert sind und kleine, während des Arbeitstages begangene Sünden (Pommes, Schokolade, Cola …) ausgleichen sollen. Da landet dann beispielsweise Rote Bete mit Blauschimmelkäse im Glas, und auch das Masala-Hähnchen vom Titel hat es in diese Liga geschafft, vermutlich wegen der schmackhaften Beilagenkombination von Süßkartoffelstampf und Avocado.

Bei vielen Rezepten werden in Klammern auch noch kleine alternative Tipps für Zutaten oder Zubereitungsart angegeben, wie etwa anstelle von Crème fraîche aufgeschäumte Milch für die Garnitur des Erbsencreme-Süppchens mit Chili zu verwenden oder TK-Kräuter statt selbst geschälter Zwiebel und Knoblauch für die Linguine mit scharfem Zitronenöl und Garnelen.

Hinzukommen als Extra einige Tipps, wie sich die Entspannung am Feierabend noch steigern lässt durch etwas sportliche Betätigung, leckere Getränke oder mit Musik.

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Informationen zur Autorin

Die Zuordnung der Rezepte zu den einzelnen Kapiteln finde ich zwar nicht immer zwingend, aber das stört nicht weiter. Alle 70 Rezepte kommen mit überschaubaren Zutaten aus und wirken in sich abgerundet, sie sind ansprechend bebildert, gut und kompakt beschrieben und schnell und einfach zuzubereiten. Das Verkaufsversprechen wird absolut eingehalten. Gut, ganz riesige Überraschungen und völlig Exotisches findet der erfahrene Foodie in der Zusammenstellung vielleicht nicht, aber es ist ein anregendes alltagstaugliches Buch. Es richtet sich tendenziell an  Homecooks, das seinen Feierabend bislang bei Käsestullen oder mit Fast Food kulinarisch gestaltet hat und hier auf einen Weg geführt werden möchte, der zeigt, dass leckeres und gesundes Essen nach getaner Arbeit eine Wohltat ist und sich prima in den Alltag integrieren lässt. Gute Laune ist dabei garantiert. Ich unterschreibe sofort!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Februar 2019

1 Kommentare

  1. Ingrid

    Ich habe mir das Buch in unserer städtischen Bücherei ausgeliehen und war von den unterschiedlichen Gerichten sehr angetan, am Liebsten mochte ich das Masala-Hähnchen, dass ich allerdings nicht mit diesem Gewürz (weil ich keins mehr zuhause hatte) sondern mit Ras el-Hanout. War schärfer, sehr würzig und vor allem sehr lecker. Ich werde mir das Buch jetzt kaufen, denn die ansprechenden Rezepte machen mir den Feierabend genussvoll.

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