Kochbuch von Sonja Riker: Suppenglück

Kochbuch von Sonja Riker: Suppenglück ★★★★☆

Suppenglück von Sonja Riker
Fotograf Patrick Wittmann, Antje Kunstmann Verlag (2010)

Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Bodenständig – überraschend – lehrreich!

Sonja Rikers Kochbuch vereint veredelte Bodenständigkeit und Praktikabilität. Ihre Suppenrezepte setzen mit erfrischenden wie markanten Ergänzungen durch Kräuter, Gewürze und Obst Kontraste. Langweiler sind hier keine zu finden, sondern überraschende Kombinationen.

„Meine Suppenleidenschaft verdanke ich meiner Tochter Sarah – denn ohne ein warmes Mittagessen drohte der Rest des Tages immer zum Jammertal zu werden.“, schreibt Sonja Riker: „Die Suppe wurde für mich als Berufstätige der Rettungsanker.“ Der Notwendigkeit folgte eine kulinarische Entdeckungsreise der Autorin, stets auf der Suche nach Suppen, die Leib und Seele guttun. Schließlich wagte Sonja Riker etwas, das wahrscheinlich die Hälfte der Berufstätigen gern täte. Als ihr Job als Journalistin den Zenit der beruflichen Befriedigung überschritten hatte, wendete sie sich mit Geschäftsinn ihrer Suppen-Passion zu. Am Elisabethmarkt in München-Schwabing eröffnete sie einen Laden, genannt „SuSa – Suppen, Saft und Gewürze“. Ihm folgte nun das Kochbuch.

Acht Kapitel mit je acht Rezepten erwarten den Homecook, geordnet nach Bedürfnissen, je nachdem was das Herz gerade braucht: Energiespender, Bauchwärmer, Alleskönner, Sattmacher, Seelentröster, Alltagserfrischer, Schlankmacher und Glücksbringer. Sonja Rikers Suppen basieren vor allem auf Gemüse, wie sie jeder Wochenmarkt bereithält. Fleisch und Fisch sind selten anzutreffen. Interessant sind ihre Ergänzungen an Gewürzen – mit asiatischen Tendenzen –, Kräutern und immer wieder Obst. Überraschende Kombinationen gibt es hier wie z. B. Rote-Bete-Suppe mit Wasabi-Sahne oder Kerbel-Kokos-Suppe. Die Rezepte gehen den begehrenswerten Schritt weiter, Gewöhnliches ist hier keinesfalls zu finden. Mancher Schritt war mir zu intensiv, insbesondere wenn Früchte ins Spiel kamen, aber die Richtung fand ich jedesmal sehr stimmig. Es war daher eher eine Frage der Menge. Gelernt habe ich vor allem in Bezug auf das krönende Element, dem Suppen-Topping. Vielfach verwendet die Autorin Sprossen, die ich bisher in meinem Bio-Laden verschmäht hatte und nun stets bereit halte.

rikerDas Buch hat trotz seiner Raffinessen im Detail eine sehr praktische Seite. Das fängt beim Einkaufen an: Exklusive Zutaten sind hier die Ausnahme. Klasse war, dass ich viele Suppen fast aus dem Stand kochen konnte oder mich meist nur um die Hauptzuaten kümmern musste. (Zugegeben, mein Gewürzregal und Vorratsschrank sind ordentlich sortiert.) Auch der Zeitrahmen ist tendenziell sehr realistisch, wahrscheinlich eingedenk der Ausgangslage der Autorin als berufstätige Mutter. (Links: die Autorin)

Sonja Riker beschränkte sich beim Verfassen der Rezepte auf das Notwendigste (mitunter nur drei Sätze). Sie sind für geübte Homecooks leichtes Spiel und wegen der Kürze gut merkbar. Aber Anfänger werden manche Angabe zur Kochzeit und mehr vermissen.

Das Suppenbuch ist zur Freude der Rezept-bitte-mit-Foto-Foodies durchgängig bebildert. Die Bilder fallen dabei schlicht aus, mitunter nur mit einer Auswahl der Rezeptzutaten. Das Seitenlayout findet dagegen nicht meine Zustimmung. Für mich steht der nüchterne Charakter, angefangen von Typo bis Farbwahl, im offensichtlichen Kontrast zu dem wärmenden Thema, den Fotos und der offensichtlichen Herzlichkeit von Sonja Riker. Aber darüber lässt sich natürlich diskutieren. Nicht zu bestreiten ist leider, dass die orangfarbene Schrift der Rezeptzutaten in Verbindung mit dem glänzenden Papier bei manchem Lichteinfall schlecht lesbar ist.

Anhaben kann das meiner Annerkennung für die Autorin und ihr Kochbuch nichts. Suppenglück – der Titel liegt nahe.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2011

4 Kommentare

  1. Grillfreund

    Meine Frau liebt Suppen. Sprich, sie liebt es, wenn man ihr eine Suppe kocht. Da ich selber eher eine “fleischfressende Pflanze” bin (der Nickname ist Programm), kann ich ein Kochbuch mit fetzigen Gemüsesuppen gut brauchen.
    Vielen Dank!

    • Katharina

      Gerne, lieber Grillfreund! Das klingt nach einem wahrlich liebevollen kulinarischen Verhältnis. Ich bin sehr angetan! 🙂

  2. Buchfink

    Herzlichsten Dank für das “Suppenglück”, um dessen Rezension ich bat. Jetzt kann ich es unbesehen bei der Buchhandlung meiner Wahl bestellen.

  3. Eric

    Sehr empfehlenswert! Das Kochbuch wurde gestern von Kind (7) und koch-unerfahrenem Vater mit Erfolg verwendet… Die Linsensuppe war hervorragend, trotz 30° Sommerhitze draussen.

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