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Katharina Höhnk

Kochbuch von Sladi Petkovic: Dieses Jahr feiern wir vegan ★★★★

Dieses Jahr feiern wir vegan – Festliche Menüs, Sladi Petkovic, DuMont Buchverlag (2022)

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Maria Gütig

Von

Alle Jahre wieder kommt das große Gelage zu den Feiertagen. Dass das mittlerweile auch wunderbar ohne Gans und Würstchen geht, will Sladi Petkovic mit seinem ersten Kochbuch zeigen. Wir verraten, wie es ihm gelingt …

„Ob Geburtstag, Jubiläum, Weihnachten oder Jahreswechsel, jede besondere Gelegenheit verdient es, mit Familie und Freunden begangen und mit guten Gesprächen und köstlichem Essen gewürdigt zu werden“, sagt Sladi Petkovic. Wenn die Küche dann noch vegan, saisonal und regional sei – wir damit also zusätzlich wie zeitgemäß an Tier- und Umweltschutz denken –, stehe dem lustvollen Schlemmen nichts mehr im Wege. Was der Koch in Koblenz mit serbischen Wurzeln schon längst mit seinem Food+Bar-Konzept namens „Oscar“ beweist, wird jetzt mit dem passenden Buch fortgesetzt.

Zum Weiterlesen:

Leseprobe beim Verlag

Website & Instagram des Autors

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Easy und schnell oder traditionell?

Auf die naheliegenden Drei-Gänge-Kapitel Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts folgen die Kategorien Drinks und (Kater-)Frühstück. Am Schluss schlägt Petkovic dankenswerterweise aus allem Vorgestellten passende Menüs vor, die wahlweise „easy & schnell“ gehen, „festlich & traditionell“ sind oder „undercover & understatement“. Abgerundet wird das Ganze durch ein reduziertes, trotzdem stimmungsvolles Layout. Warme, dunkle Bilder treffen auf klare Typo. Das matte Papier fasst sich toll an, genauso wie die zwei Lesebändchen in weihnachtlichem Dunkelgrün und Weinrot.

Kochbuchautor Sladi Petkovic (© Heyu Creative)
Kochbuchautor Sladi Petkovic (© Heyu Creative)

Obwohl es zu besonderen Anlässen gern mehr Aufwand sein darf, finde ich die Mehrzahl der Rezepte absolut machbar und zeitlich im Rahmen. Vor allem der Blick auf die zwei kleinen Icons pro Rezept lohnt sich. Sie verraten mir die „reine Arbeitszeit in Minuten“ und die Kühl- bzw. Garzeit. Denn selbstverständlich müssen das Gulasch oder die Bolo wie ihre fleischigen Vorbilder recht lange vor sich hin köcheln.

Echt aufwendig wird’s bei den Rouladen mit Biersauce und Kartoffelknödeln. Die dafür benötigten Soja-Big-Steaks (bekommt man u. a. in Veganz-Filialen als Unverpacktware) liegen sogar schon in meinem Schrank. Aber den Rouladenfake vor- und zubereiten dauert laut Buch schon 45 Minuten, und dann kommen noch die Klöße dazu … Den Aufwand habe bisher gescheut. Vielleicht auch, weil ein anderes, zeitaufwendigeres Gericht komplett misslungen ist: Die veganen Süßkartoffelgnocchi klangen köstlich, waren am Ende allerdings in ihrer zähen Konsistenz kurz vor ungenießbar.

Kochbuch von Sladi Petkovic: Dieses Jahr feiern wir veganGigantisch gute Käse-Lauch-Suppe

Also hielt ich mich überwiegend an die überschaubaren Gerichte, inklusive Volltreffern. Ganz vorn dabei seine Käse-Lauch-Suppe. Die Alternativen zu Schmelz- und Frischkäse zaubern eine fädenziehende, leckere, üppige Geschichte in die Schüssel, dass es mich umgehauen hat. Denn obwohl ich ein großes Herz für Essen ohne tierische Produkte habe, bleibe ich bei Käseersatz immer noch skeptisch. Hier absolut unbegründet. Gelungen ist mir das mit den Produkten von Simply V. Nein, wir machen hier keine Werbung. Aber Petkovic auch nicht. Und das verstehe ich nicht.

Irgendwie trauen sich vegane Kochbücher und Blogs fast nie, konkrete Marken zu featuren, weil sie entweder keine unbezahlte oder vermeintlich versteckte Werbung machen wollen?! Aber woher soll ich wissen, mit welchem Produkt das Gericht von ihm gemacht wurde, damit es wirklich schmeckt und gelingt? Da würde ich mir mehr Klarheit wünschen. Einfach auch, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Aber weiter mit den Highlights. Da müssen noch das Gulasch und No Beef Bourguignon genannt werden. Zwei Rezepte mit Jackfruit. Wie ich finde: eine großartige Alternative, mit der man am ehesten auch „eingefleischte“ Allesfresser:innen überzeugt bekommt. Das finde ich mit Seitanpulver, aus dem man einen Braten bastelt, schon schwieriger. Deshalb habe ich den auch gelassen.

Sladi Petkovic:

„Wie können wir uns mit nachhaltigen Lebensmitteln genussvoll ernähren? Das ist wohl die Frage der Fragen. Die Frage, mit deren Beantwortung sich meine Leidenschaft zu einer Lebenseinstellung entwickelte.“

Nach so viel Deftigem möchte ich noch Petkovics spannende Dessert- und Getränkezusammenstellung loben. Schande über mein Haupt, das ich bei den Nachspeisen weder das vegane Tiramisu noch den Salty Caramel Raw Cake versucht habe. Dafür wurde von den Drinks schon der Glüh-Gin getestet. Und an Silvester wird spätestens die Bowle mit Cranberrysaft, Birnencider, Lillet, Wodka, Minze und allerlei Obst ausprobiert. Aber auch der Karotten-Spritz klingt fantastisch. Und wenn alle nur noch bräsig, weil vollgefuttert, rumliegen, kommen sicher ein bis drei Espresso Martini wie gerufen.

Spannend vegan kochen geht 2022 besser denn je. Dazu trägt dieses Buch seinen Teil bei. Toll, dass es aus Koblenz kommt und nicht wie erwartbar aus Berlin oder Frankfurt. Viele deftige Klassiker werden veganisiert vorgestellt, genauso wie typische Beilagen wie Klöße oder Kartoffelsalat. Auch wenn mir nicht alle Gerichte gelungen sind und manche Mengenangabe ungenau war, feiere ich dieses Jahr definitiv vegan.

Veröffentlicht im Dezember 2022

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