Kochbuch von Samantha und Samuel Clark: Casa Moro

Kochbuch von Samantha und Samuel Clark: Casa Moro ★★★★☆

Casa Moro – Spanische und orientalische Küche
Samantha und Samuel Clark, Dorling Kindersley (2005)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Das Casa-Moro-Kochbuch ist eines der schönsten Kochbücher für mich. Die Fotografien mit Sonnenlicht, das großzügige Layout, die altmodische Schrifttype, das braune Papier – alles ist genau abgestimmt auf die Rezepte der Safran-Zimt-Verbindung. Eine wirkliche Einladung zum Kochen! Leider nehme ich sie selten an …

Die Autoren Sam und Samantha Clark, die wie Jamie Oliver einige Zeit im River Café gearbeitet haben, führen das sehr erfolgreiche Restaurant Moro in London. Wie viele andere erfolgreiche Restaurantinhaber in England veröffentlichen sie Kochbücher für ihre Gäste, die schon da waren und die noch kommen werden: Spanische und orientalische Rezepte für das Kochen Zuhause, erprobt in ihrer Restaurantküche. Das zweite Kochbuch von ihnen wurde auch ins Deutsche übersetzt und ist als Hardcover erschienen (leider wurde auf das prächtige Originalcover verzichtet).

Casa Moro SamanthaDie Kapitel sind klassisch strukturiert: Von den Vorspeisen über die Hauptgerichte zu den Süßspeisen. Zu jedem zweiten, dritten Rezept gibt es ein Foto. Die Rezepte finde ich lebendig durch die Anmerkungen der Clarks: Wie und wo sie das Gericht entdeckt haben, welche Bedeutung es in der Herkunftsregion hat und welche Kombinationen besonders gelungen sind. Die Zutatenlisten sind tendenziell umfangreicher. Es ist natürlich eher eine Sommerküche im Hinblick auf die Verfügbarkeit saisonaler Zutaten. Auch sind viele Fisch- und Merresfrüchterezepte zu finden. Für einige Rezepte – aber keinesfalls die Mehrzahl – ist ein Feinkosthändler unerlässlich. Koriander, Kreuzkümmel, Harissa, Paprika, Piment und Tahin werden viel verwendet. Das Augenmerk der Clarks liegt auf den Kochanweisungen: Sie sind detailliert, umfangreich und genau, was ich sehr hilfreich finde bei einer wenig bekannten Küche.

Ich benutze dieses schöne und zuverlässige Kochbuch selten. Das liegt nicht an der Fremdheit der Aromenkompositionen, die sich daher nicht immer auf Anhieb erschließen und die Experimentierlust fordern. Es ist eher der Zeiteinsatz, den manche Rezepte fordern. Dabei stehen Aufwand und erhofftes Highlight nicht immer im Einklang. Als Beispiel sei Hühner-Fatteh mit Reis, knusprigem Brot und Joghurt genannt – ich verbrachte einen ganzen Sonntagvormittag mit der Zubereitung und saß dann erschöpft beim Mittagessen. Ich fragte mich, ob die Clarks zu sehr die Möglichkeiten einer Restaurantküche gewöhnt sind? Vielleicht liegt es auch an der kulturellen Herkunft der Rezepte, bei der Zeit für das Kochen selbstverständlich ist.

Das Kochbuch der Clarks ist zweifellos eines, in dem viel Herzblut steckt. Wer Zeit mitbringt für das Einkaufen sowie Kochen und sich in die fremde Aromenwelt einlässt, wird reich beschenkt.

moro eastMEHR VON CASA MORO: Im November 2007 erschien ein neues Kochbuch der Clarks bei Ebury Press mit dem Titel East Moro. Die Rezepte kommen von den türkischen und zypriotischen Nachbarn ihres Kleingartens in einer Laubenkolonie in London East End.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2008

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