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Katharina Höhnk

Kochbuch von Roxy Pope & Ben Pook: One Pot Vegan ★★★★

One Pot Vegan, Roxy Pope & Ben Pook, Fotos: Dan Jones, Riva Verlag (2020)

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Sabine Cikic

Von

One Pot Vegan von Roxy Pope und Ben Pook verspricht „schnelle und einfache Rezepte für Topf, Pfanne oder Blech“. Gegen schnell und einfach habe ich gar nichts einzuwenden, gegen vegan sowieso nicht und auch nicht gegen weniger gebrauchtes Geschirr beim Kochen. Ich bin gespannt auf die Rezepte und wie sie – auch kulinarisch – überzeugen.

Auch mit Einzug der Spülmaschine in unseren Haushalt hat sich an meinem Kochverhalten nichts geändert: Seit jeher versuche ich mit beinahe sportlichem Ehrgeiz, beim Kochen benötigte Utensilien und Geschirr auf ein Minimum zu reduzieren. Denn auch wenn die Spülmaschine später bequem den Abwasch erledigt, ist es aus Ressourcensicht ja nicht egal, wie oft sie laufen muss. Und einige spezielle Töpfe und Pfannen sowie scharfe Messer allgemein dürfen ja sowieso nicht hinein.

Kochbuchautoren Ben Pook und Roxy Pope
Kochbuchautoren Ben Pook und Roxy Pope

Das Autorenpärchen Roxy Pope und Ben Pook (Foto links), besser bekannt durch ihr Blog So Vegan, hat in seinem Kochbuch One Pot Vegan 80 Rezepte auf die drei Kapitel „Leichte Gerichte“, „Hauptgerichte“ und „Desserts“ verteilt. Vorangestellt ist ein kurzer Einleitungsteil mit einer Übersicht immer wiederkehrender One-Pot-Utensilien, am Ende gibt es eine Kalorienübersicht aller Rezepte sowie ein Register.

In 80 veganen Rezepten um die Welt

Zu fast allen Rezepten gibt es ein appetitlich-buntes Foto, das Lust macht, sofort in die Küche zu sprinten. Farbenfrohe Salate mit gebackenem Gemüse, schnelle Nudelgerichte mit asiatischen Zutaten, wärmendes Dal, Tofu à la Fish ’n’ Chips oder süße Naschereien – ich habe keine Probleme, bei der vielfältigen Auswahl Rezepte zum Nachkochen herauszupicken.

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Beim Nachkochen fallen mir dann zwei Dinge auf: Der Ofen kommt für meinen Geschmack zu oft zum Einsatz. Etwas mehr als die Hälfte der Rezepte wird in ihm zubereitet. Hier hatte ich mir mehr „Topf“ bei „One Pot“ erhofft. Zum anderen bedeutet das Kochen mit wenigen Utensilien nicht zwangsläufig, dass es schnell und unkompliziert geht.

So wird etwa der Tofu für die vegane Variante des berühmten Palak Panir gebraten, aus der Pfanne genommen und beiseitegestellt, damit die Pfanne für die Zubereitung der Spinatsoße verwendet werden kann. Bis diese fertig ist, kühlt der knusprige Tofu aus und muss später wieder in der Soße erwärmt werden. Hier mache ich mir für ein besseres Ergebnis doch lieber die Mühe, eine zweite Pfanne zu spülen. Und verwendet auch gleich für die Soße besser einen Topf, in dem sich der Spinat leichter als in einer Pfanne pürieren lässt.

Kochbuch von Roxy Pope & Ben Pook: One Pot Vegan
Kochbuch von Roxy Pope & Ben Pook: One Pot Vegan

Hier und da gestatte ich mir also beim Nachkochen auch mal ein paar kleine Ausnahmen in technischer Hinsicht. Puristen werden sich vielleicht fragen, ob man außer einem Topf, einer Pfanne oder einem Blech wirklich keine weiteren Utensilien benötigt. Ganz so einfach ist es dann oft nicht. Ob Mixer, Pürierstab, Sieb oder einfach ein paar Schüsseln oder Tellern – das ist dann doch der Preis, den man für kulinarische Abwechslung „bezahlt“.

Insgesamt waren wir mit den Ergebnissen zufrieden. Die Zutatenlisten sind nicht superlang, aber auch nicht kurz. Wie so oft summieren sich die Kleinigkeiten wie verschiedene Gewürze, Nüsse, Tomatenmark oder Paniermehl.

Klar vorne: Gemüse, Gemüse, Gemüse

Roxy Pope & Ben Pook zum Thema One Pot:

„Es kann ziemlich stressig sein, tagsüber genug Zeit für die Zubereitung leckerer und nahrhafter Mahlzeiten freizuschaufeln. Und wir wollen unsere Zeit auch nicht damit verschwenden, stapelweise Töpfe und Pfannen abzuwaschen! Deshalb findest du in diesem Buch 80 unserer besten und auch bewährten Rezepte, bei denen nur ein Kochgeschirr verwendet wird. Das kann ein Topf sein, eine Pfanne, ein Blech oder eine Kuchenform.“

Die ausprobierten gemüsebasierten Rezepte, also Rezepte, die ohne Tofu o. Ä. als Fleischersatz auskommen, fand ich etwas gelungener. Der gebackene Blumenkohl etwa mit einer cremigen Kokos-Garam-Masala-Soße und knusprigem Brösel-Pekannuss-Topping kommt auf jeden Fall wieder auf den Tisch. Genau wie das Schwarze Dal aus Belugalinsen, das wunderbar wärmt und am besten gleich in der doppelten Menge zubereitet wird.

One Pot Vegan von Roxy Pope und Ben Pook ist ein Kochbuch, das sich prima in den Alltag eingliedert. Mit einer halbwegs ausgestatteten Vorratskammer und einigen frischen Zutaten lassen sich viele Rezepte im Handumdrehen zubereiten. Hier und da könnten die Rezepte geradliniger sein, um Geschirrspülen am Ende noch mehr zu vermeiden, bzw. könnten durch den Einsatz einer weiteren Pfanne oder eines Topfes deutlich abgekürzt werden. Eine Abwägungssache. Auch sollte jeder wissen: „One Pot“ bedeutet hier auch oft „One Pot in Oven“. Ich persönlich spüle Bleche und Auflaufformen einfach weniger gern. Und möchte auch nicht jeden zweiten Tag den Ofen anwerfen. Als vegane Rezeptsammlung insgesamt jedoch ein schöner Titel, wenn man beim Punkt „One Pot“ Abstriche macht.

Veröffentlicht im Mai 2022

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