Kochbuch von Rose Carrarini: Rose Bakery

Kochbuch von Rose Carrarini: Rose Bakery ★★★★★

Breakfast, Lunch, Tea
Rose Carrarini, Fotos Toby Glanville
Phaidon (2008)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Im Winter 2007 entdeckte ich die englische Ausgabe des Kochbuchs Rose Bakery, die nun auch auf Deutsch vorliegt. Kochbuchautorin ist die Britin Rose Carrarini, die in Paris zwei moderne Varianten französischer Bistros führt. Anfänglich konnte ich nicht glauben, dass sie den Franzosen erfolgreich Porridge serviert. Das kulinarisches Relikt steht überraschenderweise auch auf der Karte – und im Kochbuch.

„Ich bin keine ausgebildete Köchin. Was ich heute weiß, habe ich zum einen von anderen Köchen gelernt und zum anderen dadurch, dass ich auf Kundenwünsche eingegangen bin und viel gelesen habe. Vor allem aber ist mir klar, was ich von einem Essen erwarte: einen gesundheitlichen Nutzen, Geschmack und appetitliches Aussehen sowie die Freiheit, manches zu mögen und anderes nicht.“ schreibt die Autorin.

Das Kochbuch hat drei Kapitel, bei denen kleine Gerichte im Mittelpunkt stehen: Unter Breakfast finden sich Rezepte u. a. zu Früchten (z. B. Früchte-Taboulé), Getränken wie Smoothies, Müsli, Pancakes und Scones. In dem Kapitel Lunch gibt es Rezepte zu Suppen (Kohlrabi-Gurke-Frühlingszwiebeln-Salat), Salat, Risotto und Pasta. Es folgt das süße Kapitel Tea mit Tarts, Kuchen und Keksen etc. (Die Kochbuchautorin hat offensichtlich eine Schwäche für Rühr- und Blechkuchen, daher sind dekadente Sahnewerke nicht zu finden. Mitunter habe ich das vermisst.)

Warm, distanziert & fokussiert

Rose Carrarini hat jedem Rezept (kurz) einleitende Worte hinzugefügt im Hinblick auf die Beliebtheit bei den Gästen, Varianten oder worauf bei dem Rezept ankommt. Ihr Ton ist warm, aber distanziert, ganz auf die Hauptsache konzentriert und detailorientiert. Es sind keine überflüssigen Anmerkungen zu finden.

Die Zutatenlisten sind übersichtlich, dabei sind exklusive Produkte kaum zu finden (Getrocknete Steinpilze fallen bei diesem Kochbuch bereits unter exklusive Zutat.). Die Kochanleitungen sind knapp, detailliert und begründet. Gerade Letzteres ist hilfreich, weil ich so Rezepte schneller selbst beherrsche.

Festes naturfarbenes Papier, großartige Fotos der Rose Bakery, der Lieferanten und von einzelnen Gerichten, ein schlichtes, prägnantes Seitenlayout (etwas kleine Schrift) ergeben in der Summe ein äußerlich schönes und eigenwilliges Kochbuch, das ich gerne zur Hand nehme.

Für Picknicks, Brunchs oder Feste

Jetzt, nachdem ich eine Reihe von Rezepten nachgekocht habe, wiegt das Kochbuch viel schwerer. Ich begann mit anfänglicher Skepsis – es blieb Bewunderung. Die Rezepte sind bodenständig und haben dabei das gewisse Etwas. (Genau das, was ich von einem Kochbuch für Homecooks erwarte.) Sie sind angenehm unprätentiös im Hinblick auf die Zutaten, aber im Geschmack “rund” durch einfache, dabei aber raffinierte Details. Es lohnt sich daher, die Kombinationen der Zutaten und Zubereitung genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier habe ich einiges gelernt. Da ich bereits seit zwei Jahren die englische Ausgabe benutze, hat sich Art der Kochbuchnutzung manifestiert: Steht ein Picknick, Brunch oder Fest an, fällt mein Blick zunächst in die “Rose Bakery”. Denn ihre Rezepte lassen sich (meist) gut vorbereiten und sind robust im Hinblick auf Transport und Sommersonne.

Meine Kritik an dem Kochbuch trifft die Backzeiten und Formalien: Meine Backzeiten weichen trotz Backofenthermometer leicht ab. Die Schriftgröße ist nicht leserfreundlich, der Verzicht auf Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis führt dazu, dass der Leser viel blättert beim Suchen. Aber als Kochbuchliebhaberin mit einer Schwäche für besondere Gestaltung schaue ich darüber großzügig hinweg.

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Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2009

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