Kochbuch von Renate Gruber: 130 Gramm Liebe

Kochbuch von Renate Gruber: 130 Gramm Liebe ★★★★★

130 Gramm Liebe – Cupcakes, die glücklich machen

Renate Gruber, Fotos Rita Newman, Detailsinn Fotowerkstatt
Brandstätter Verlag  (2013)
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Katharina Höhnk

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich in die Welle Cupcakes begeistert hineingesprungen bin. Genau deshalb war der erste Blick in die Neuerscheinung von Renate Gruber wirklich betörend, aber Valentinas will es ja genauer wissen. Ein Blick reicht nicht. Sandra und Foodbloggerin Tina von Lunch for One haben sich eingelassen auf die rosarote Welt.


Katharina: Ganz kurz zu Dir als Köchin: wie lange und leidenschaftlich bist Du dabei?

Sandra: Ich koche und backe bereits mein ganzes Leben. Meine Freizeit und Ferien habe ich als Kind meist auf dem Bauernhof meiner Großeltern verbracht und dort natürlich bei der Zubereitung von Marmeladen, Kuchen, Broten, etc. meiner Oma über die Schulter geschaut und mir so viele, auch althergebrachte, Zubereitungsarten angeeignet. Ich arbeite sehr gerne mit natürlichen Zutaten, experimentiere viel und empfinde das Kochen und Backen als Entspannung.

Tina: Gefühlterweise mein ganzes Leben, einen Sonntagmittag ohne Selbstgebackenes von Mama kann ich fest nicht erinnern. Und diese Liebe & Leidenschaft zum Kochen & Backen habe ich einfach übernommen, heute gerne als Entspannung und Frustabbau nach einem anstrengenden Alltag im Büro und zur Freude der Kollegen und Freunde.

Katharina: Was hat Dir spontan an dem Buch gefallen, was nicht so?

Sandra: Das Buch „130 Gramm Liebe“ von Renate Gruber ist mit viel Liebe zum Detail geschrieben und mit wunderschönen Fotos ausgestattet. Der gesamte Aufbau ist leicht nachvollziehbar und Frau Gruber gibt viele Tipps & Tricks für die Zubereitung von Sponge und Topping. Für mich ist das Buch durchweg ein positives Beispiel für ein gelungenes Backbuch, das neben einer großen Vielfalt an Cupcake-Rezepten auch vegane Cupcakes zum Entdecken bereithält.

Tina: In die sehr stimmungsvollen, liebvoll gestalteten Bilder kann man sich quasi nur verlieben, immerhin gibt es kein Rezept für Topping oder Sponge ohne eines. Dazu schön und nicht grelle Farben, und der Verzicht auf amerikanischen „Kitsch“ und ein Einbad der beim aufschlagen genau an der Seite auch geöffnet bleibt.
Leider bin ich mit der Aufteilung der Rezepte, dem für mich unsystematischen Abdruck von Sponge und Toppings nicht so ganz zurecht gekommen, ein System konnte ich auch nicht erkennen. Hier hätte ich mir eine klarere Aufteilung gewünscht.

Katharina: Welche Rezepte hast Du nachgekocht und wie waren sie?

Sandra: Ich habe folgende Rezepte nachgebacken: Vanille-Sponge mit schnellem Kokos-Topping, Marmor-Sponge mit Tiramisu-Topping, Mohn-Sponge mit Zitronen-Topping.
Die Zutaten für alle drei Rezepte waren leicht zu beschaffen und auch das Nachbacken war einfach. Die Arbeitsschritte sind ausführlich formuliert, die Zutatenliste ist nachvollziehbar aufgebaut (in der Reihenfolge, in der die Zutaten auch im Rezept benötigt werden) und am Rande jeden Rezeptes gibt es noch Erläuterungen, Tipps & Tricks. Renate Gruber gibt zu jedem Sponge-Rezept mehrere Topping-Empfehlungen, sodass der Varianten- und persönlichen Geschmacksvielfalt keine Grenzen gesetzt sind. Die Zeitangaben der Backrezepte waren bei den oben genannten Rezepten sehr genau angegeben und trafen auch zu. Sicherlich kann dies je nach Backofentyp variieren, bei mir waren alle Cupcake-Unterteile (Sponge) perfekt nach der angegebenen Zeit.
Der Vanille-Sponge mit schnellem Kokos-Topping schmeckt wunderbar leicht und ist sicherlich auch an heißen Sommertagen genau das Richtige zum Naschen. Der Marmor-Sponge mit Tiramisu-Topping ist reichhaltig und saftig. Das Tiramisu-Topping ist fluffig, schmeckt leicht nach Amaretto und macht süchtig. Der Marmor-Sponge ist sehr einfach nachzubacken und hat die Gelinggarantie. Der Mohn-Sponge mit Zitronen-Topping ist weich, zitronig und geschmacksintensiv. Durch den Mohn bekommt der Sponge eine Saftigkeit, eine leichte Herbe, die durch das zitronige, süße Topping zu einem Geschmackserlebnis wird. 
Alle drei Rezepte machen Lust darauf, weitere Rezepte nachzubacken. Die Cupcakes sind nicht zu süß und schmecken wirklich fantastisch.

Tina: Spinat-Feta-Sponge mit Avocado-Topping: Der Sponge war der absolute Volltreffer mit der Kombination aus Feta und Spinat, dazu super schnell zusammengerüht und gebacken. Auch am nächsten Tag schmeckten sie noch top. Das Topping war leider der Reinfall. Der Geschmack war vorzüglich, auch nicht wie zuerst befürchtet zu intensiv nach Avocado, aber es war einfach nicht fest genug zum klassischen Toppingspritzen.
Couscous-Sponge: Die Idee mit Couscous reizte mich sofort, leider habe ich die Gewürzangaben erst beim backen bemerkt. Mit 1 El. Kreuzkümmel und 0,5 Tl. Paprikapulver war der Sponge leider nur noch für die Mülltonne geeignet.
Karotten-Sponge mit Mango Topping: Nicht zu unrecht trägt das Rezept für den Sponge im Buch das „berühmt“ im Namen. Ein sehr saftiger Boden, schön ausgewogene Gewürze mit dezentem Kokosgeschmack. Und erneut ergab der Teig genau 12 Portionen. Die Zutaten fürs Topping überraschten mich zuerst, den aus Quark, Pudding und Mascarpone hatte ich bisher noch nie eins zusammen gerüht. Die Kombination mit der reifen Flugmango überrascht, und die Masse war standhaft und fluffig. Volle Punkzahl von uns. Einziger Nachteil, dass süsse Topping benötigte doch eine sehr lange Vorlaufzeit, die ich komplett überlesen hatte.

Katharina: Dein Fazit zu dem Buch und Deine Empfehlung, in welchen Händen es besonders gut aufgehoben ist?

Sandra: „130 Gramm Liebe“ ist eine Empfehlung, die in keiner Küche fehlen sollte. Jeder, der Cupcakes liebt, muss sich dieses Buch kaufen und in der Vielfalt der Rezepte schwelgen. Ob Backprofi oder Anfänger, hier findet jeder ein Rezept, das er backen möchte. Die Ausschüttung von Glückshormonen ist beim Verzehr garantiert. Mein Fazit: eines der besten Backbücher, das ich bis heute in den Händen gehalten habe!

Tina: Endlich ein Backbuch das die europäischen Geschmacksnerven fast perfekt trifft und für mich somit eines der besten Cupcake Bücher auf dem deutschsprachigen Markt, trotz kleiner Schwächen und somit ein muss für Fans der amerikanischen kleinen Köstlichkeiten.

Katharina: Wie viel Sterne bekommt das Kochbuch?


Sandra: 5 Sterne : Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut!

Tina: 4 Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Katharina: Herzlichsten Dank!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2013

7 Kommentare

  1. Leila

    Liebe Karin, liebe Katharina!

    Hier einige Tipps direkt aus unserer Backstube von CupCakes Wien:

    Bitte immer darauf achten, dass sowohl die Eier als auch die Butter zimmertemperatur haben! Die Butter soll schön streichzart sein, aber nicht zu weich. Die Masse wird dann ein Erfolg, wenn beide Zutaten ca die gleiche Temperatur haben.

    Dann lässt sich die Basis für unseren leckeren Red Velvet-Sponge zu einer herrlich fluffigen Masse schlagen 🙂

    Ich hoffe, wir konnten Euch weiter helfen!

    Liebe Grüße
    Leila von CupCakes Wien

    • Katharina

      Danke!!! 🙂

    • Karin

      Lieben Dank für die Rückmeldung. Ich werde es nochmal probieren, wenn die Temperaturen draußen angenehmer sind.
      Freundliche Grüße, Karin

  2. Katharina

    Oh je. Hm. Ich werde mal die beiden Leserinnen anschreiben, was ihre Erfahrungen sind.

  3. Karin

    Ich wollte die Red Velvet Cupcakes aus diesem Buch backen. Am Anfang des Rezepts steht, dass man Butter und Eier cremig weiß schlagen soll. Das gelingt ja nie und nimmer. Ohne Zucker gibt es keine Bindung, sondern die Butter gerinnt. Sind Euch auch einige fehlerhafte Rezepte aufgefallen?

    • Katharina

      Doch, das gelingt. Die Bindung stellt das Eigelb her wie bei einer Mayonnaise. Werner Gruber beschreibt den Vorgang sehr schön, wie das Eigelbmolekül an die eine Hand das Fett (hier die Butter) nimmt, an die andere das Wasser (hier das Eiweiß). https://valentinas-kochbuch.de/kochbuch-von-werner-gruber-die-genussformel-kulinarische-physik/
      Du könntest es hier so machen, dass Du erst weiche Butter mit dem Eigelb verrührst und später langsam (sic!) das Eiweiß hinzugibst. Beides zugleich geht aber auch, so meine Erfahrung. 🙂
      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

      • Karin

        Lieben Dank für Deine Rückmeldung. Aber ich habe Sonntag 3x den Versuch gestartet (2x mit KitchenAid und 1x mit Handmixer), aber jedesmal ist mir die Butter geronnen. Der 4. Versuch mit der Methode Butter, Zucker, Ei ist dann gelungen. Ich kann aber mal Deinen Vorschlag aufgreifen und erst die Butter nur mit Eigelb zu schlagen. Aber so steht es ja nicht im Buch 😉

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