Kochbuch von Rachel Allen: Mein Familienkochbuch

Kochbuch von Rachel Allen: Mein Familienkochbuch ★★★★☆

Mein Familienkochbuch
Lieblingsrezepte für jeden Tag
Rachel Allen, Egmont vgs, (2009)

Katharina Höhnk

Von

Von der irischen Kochbuchautorin Rachel Allen habe ich das erste Mal in Frankreich gehört. Wir verbrachten einige Tage an der Loire. In unserem Hotel wohnte ein älteres Paar aus Dublin. Mit ihr konnte ich mich bestens über mein Lieblingsthema unterhalten. Auf meine Frage nach Kochbüchern und Autoren in Irland, empfahl sie mir eine junge Frau, nicht ohne Stolz. Sie sei so sympathisch und begabt! Auch deren Schwiegermutter wäre schon eine bekannte TV-Köchin gewesen, spezialisiert auf die irische Küche. Meine damalige Gesprächspartnerin meinte Rachel Allen, die inzwischen eine etablierte Köchin mit TV-Serie und Kochbüchern ist. Sie steht für familiäres Homecooking und lässt sich dabei von allen Küchen der Welt inspirieren.

Der Kölner Verlag Egmont VG hat nun den Bestseller Rachel’s Favourite Food at Home ins Deutsche übersetzen lassen mit dem Titel Mein Familienkochbuch. Die Rezepte sind auf elf Kapitel verteilt: Schnelle Familienessen, Geburtstag & Co, Essen im Freien, Rezepte meiner Mutter, Heimkino etc. Sie sind international mit leichter Tendenz zur kulinarischen Tradition der Insel (Scones, Chutney, Pie, Pfefferminzsauce etc.). Klassiker, einfachste Mahlzeiten und Neues präsentiert die Autorin. Rachel Allen persönliche Einleitungstexte zu den Rezepten dienen dem Lustmachen, dem Kochen und den kindgerechten Vereinfachungen. Die Zutatenanzahl ist meist sehr übersichtlich. Dabei sind auch Rezepte, deren Ingredienzien man mit etwas Glück sogar vorrätig hat, so simpel sind sie. Die Anleitungen konzentrieren sich auf das „Was ist zu tun?“ und nicht auf das Warum. Ihre Ideen für Variationen berücksichtigen den Spaß, Rezepte selbst zu entdecken. Das Layout ist angelehnt an das der englischen Autoren wie Jamie Oliver und Nigella Lawson: viel Farbe, viel Platz und Fotografien von der Autorin sowie ihren Gerichten.

Nachdem ich eine Reihe von Rezepten ausprobiert habe, ist für mich raus: Mein Familienkochbuch ist ein sympathisches und solides Kochbuch. Rachel Allens Kochbuch bietet tatsächlich Rezepte für die Familie. Sie hält ihr Versprechen, indem sie vor allem den Aspekt des Zeit- und Arbeitsaufwands für die Zubereitung berücksichtigt sowie Anzahl und Bezug der Zutaten. Das ist sehr konsequent umgesetzt. Folge ist, dass die Rezepte schlicht ausfallen, was sicherlich den meisten Kindern sehr entgegen kommt. Ich habe raffinierte Details mitunter vermisst, fand aber den zuverlässigen Aspekt der Rezepte überzeugend. Auch weil Rachel Allen sich traut, so simple Rezeptideen aufzunehmen, die so manchen verzweifelten Blick in einen fast leeren Kühlschrank abhelfen: Solche „Kochtage“ gibt es eben auch. Für Mütter und Väter, die gerade beginnen zu kochen und nach im besten Sinne lässigen Rezepten suchen, ist das Buch klasse.

Einzige Kritik: Für meinen Geschmack hätte die schöne Autorin ihre bildliche Präsenz lockerer handhaben können zugunsten von mehr Food-Fotos. Die Intensität ihrer präsentierten heilen Welt lädt ein, der Gradmesser zu werden, ob man das Buch mag oder nicht. Ein Hinweis zum Rezeptregister: Etwas mehr verlegerische „Zuneigung“ hätte gutgetan für das schnelle Auffinden und Wiederfinden von Rezepten (z. B. Steinpilzrisotto ist nicht unter Risotto zu finden, Sahnetomaten nicht unter Tomaten …).

Mein Fazit: Eine sympathische Autorin mit einem sympathischen Kochbuch.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im November 2009

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