Kochbuch von Prisca Rüegg & Phassaporn Mankongthanachok: Thaiküche

Kochbuch von Prisca Rüegg & Phassaporn Mankongthanachok: Thaiküche ★★★★☆

Thaiküche
Prisca Rüegg & Phassaporn Mankongthanachok,
Fotos M. Wissing, GU (2011)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Foodblogger Andreas aus München (Gute Gabeln), Elke aus Graz und Foodbloggerin Simona aus Freiburg (Simonas Leckereien) kochten aus dem Prachtband Thaiküche 10 Rezepte. (Sogar ein Rezept mit Wachteleiern war dabei). Ihr Resümee fällt einstimmig aus. Das ist bei den Kochbuchtests eher selten.

Wie lange kochst Du schon und wie benutzt Du Kochbücher?

RüeggAls Jugendlicher habe ich damit begonnen, meiner italienischen Mamma beim Kochen über die Schulter zu blicken. Und irgendwann habe ich dann selbst angefangen, das ein oder andere Gericht nachzukochen: Zu Beginn waren das meist sehr einfache Gerichte. Erst als ich von zuhause ausgezogen bin – da war ich ungefähr 20 Jahre alt – habe ich angefangen richtig zu kochen. Anfangs habe ich intuitiv gekocht, also Altbewährtes nachgekocht und variiert. Seit einigen Jahren koche ich aber „mit System“, das heißt: Ich probiere verschiedene Nationalküchen und -rezepte aus, versuche mich an speziellen Kniffen und experimentiere mit besonderen Zutaten. Kochbücher haben mir dabei stets als Inspiration gedient, denn ich halte mich eigentlich nie hundertprozentig an Rezepte. Diesmal blieb mir jedoch keine andere Wahl, denn in der Thaiküche kenne ich mich überhaupt nicht aus. So musste ich mich also, um es mit einem Bild zu sagen, im Dunkeln an der Wand entlangtasten. Das vorliegende Buch erwies mir dabei als Guide gute Dienste.

RüeggDie Leidenschaft fürs Kochen habe ich von meiner Mama. Ihr bei diversen Gerichten oder Kuchen zu helfen (na ja, ob ich damals eine große Hilfe war, weiß ich nicht), war für mich als Kind das Größte. Als ich etwas älter war, war es meine Aufgabe in den Ferien zu kochen. Zuerst die typischen Tätigkeiten wie Kartoffel- und Karottenschälen oder Salat zubereiten, später habe ich den Speiseplan zusammengestellt und schon damals habe ich gerne Kochbücher gewälzt und immer wieder Neues ausprobiert. Das hat sich auch bis heute nicht geändert – ich liebe es, neue Gerichte zu versuchen, neue Gewürze für mich zu entdecken und dadurch auch etwas von dem Flair anderer Länder zu entdecken. Ich koche eigentlich jeden Tag – manchmal gibt es „schnelle Küche“, manchmal wird es auch aufwändiger. Am liebsten koche ich mit und für Freunde.

Kochbücher zu lesen, ist für mich eine schöne Entspannung – ob ich nur darin blättere und mir die schönen Bilder ansehe (Bilder sind für mich sehr wichtig, damit ich mir auch einen Eindruck des fertigen Kunstwerkes machen kann) oder auf der Suche bin nach neuen, herausfordernden Gerichten. Daher ist meine Kochbuchsammlung im Laufe der Zeit immer größer geworden und wächst weiterhin stetig an. Der erste Nachkochversuch wird immer strikt nach Rezept gekocht, danach kann es sein, dass die diversen Rezepte einen Touch „Elke“ bekommen, da ich dann beginne zu variieren – etwas mehr von dieser Zutat, etwas weniger von jener oder auch aus Mangel an einigen Zutaten – einfach improvisiere.

RüeggIch koche so richtig seit etwa 10 Jahren. Ich schaue Kochbücher sehr gerne an und probiere auch Rezepte aus, jedoch nicht alle, denn ich habe einfach zu viele davon, und kaufe zusätzlich alle möglichen Zeitschriften. Wenn ich ein Rezept aus einem Kochbuch ausprobiere und ich eine Zutat nicht da habe, dann kann es schon sein, dass ich sie weglasse oder ersetze.

Zum Kochbuch: Was waren Deine ersten Eindrücke?

RüeggDer erste Eindruck: Ein ganz schöner Wälzer mit seinen 360 Seiten! Was Design und Gestaltung anbetrifft, ist das Buch wirklich sehr schön aufgemacht. Die Bilder sind hochwertig, appetitanregend und übersichtlich platziert. Die Auswahl der Rezepte ist nicht zu exotisch (für meinen Geschmack), soll heißen: die Zutaten sind allesamt im gut sortierten Asiamarkt zu finden. Neben den Gerichten gibt es allerlei nützliche Informationen zu Warenkunde, Zutaten und Gerichten. Was sind beispielsweise Zwergwasserlinsen… oder Pakalanablüten? Das Kochbuch erklärt es! Es ist übersichtlich strukturiert und die einzelnen Kapitel – „Snacks“, „Suppen“, „Reis und Nudeln“, „Currys“ – werden jeweils mit interessanten Informationen eingeleitet. Die einzelnen Rezepte sind mit Tipps und Variationsvorschlägen ergänzt. Ich finde es angenehm, dass die Informationen aufs Wesentliche (nämlich das Essen) beschränkt sind und nicht zu viel Anekdotisches bieten.

RüeggMein erster Eindruck – sehr farbenfroh. Den Einstieg mit etwas Information über Land und Küche fand ich sehr interessant und bringt das Land bzw. die Küche etwas näher. Das Kochbuch ist mit sehr schönen Aufnahmen der meisten Gerichte versehen, was für mich immer wichtig ist, da mich meistens Fotos zum Probieren von Gerichten animieren. Auch die einzelnen verwendeten Zutaten werden erklärt und mit Fotos gleich anschaulich gemacht. Schön finde ich auch, dass die Einteilung nach Suppen/Fleisch/Fisch etc. gestaltet ist und immer vorab wieder Informationen dazu. Und im Anhang findet man dann auch noch ganze Menüvorschläge für einzelne Anlässe.

RüeggIch fand das Buch gleich sehr schön anzusehen, die Bilder sind toll und sehr ansprechend. Das erste, was ich dachte, war, dass ich wohl in einem asiatischen Lebensmittelladen einkaufen gehen muss und ob ich überhaupt dort alle Zutaten kriege.

Welche Rezepte hast Du ausprobiert und wie fandest Du sie?

RüeggScharfes Curry mit Rindfleisch und Auberginen: Ich habe mich schon einmal an einem Curry versucht. Damals hat es leider überhaupt nicht geklappt. Dieses Curry ist mir nun wirklich gelungen – wie mir auch meine Gäste bestätigt haben – obwohl ich die falschen Thai-Auberginen gekauft habe. Anstelle der runden, grün-weißen makeur-Auberginen habe ich erbsengroßen phuang-Auberginen gekauft. Hätte ich vorher in der Warenkunde nachgelesen, wäre mir das nicht passiert. Das Gericht war einfach zu kochen und hat hervorragend geschmeckt – trotz des Auberginen-Missgeschicks. Und was die Schärfe anbetrifft: die ist durchaus auszuhalten!

Klebereisbällchen und Wachteleier in Kokosmilch: Dieses Gericht habe ich gekocht, weil mich die Kombination „Wachteleier & Kokosmilch“ interessiert hat. Die Klebereisbällchen hatten jedoch keinen richtigen Geschmack, sie schmeckten etwas fade. Und die Wachteleier in der köchelnden Kokosmilch zu pochieren, war auch nicht ganz einfach. Da braucht es schon ein bisschen Übung – nichts für Kochanfänger. Das Gericht hat mich nicht so recht überzeugt.

Süße Fingerbananen: Ein kleiner, aber ganz feiner Nachtisch! Die Prise Salz harmonierte mit der Süße der Bananen und der Kokosmilch. Ich hätte davon einen ganzen Topf vernaschen können.

RüeggAlso – heute musste es schnelle Küche geben, der Hunger war groß, die Geduld gering. Daher habe ich mich für Kaho Pad Gung (Gebratener Reis mit Garnelen) entschieden.
In 20 Minuten sollte es fertig sein – und – es war fertig. (Wenn man den Reis wirklich schon vorher fertig hat). Ansonsten ist das Gericht sehr einfach zu kochen – nicht viele Zutaten (die man ja meist sowieso zuhause hat) und absolut geeignet, wenn man nicht mehr einkaufen gehen will. Geschmacklich hat es mich dann sehr überrascht. Die Kombination aus lediglich drei Gewürzen hat einen wunderbar runden Geschmack ergeben – und mit einem Spritzer Limettensaft auch noch drauf war es dann perfekt. Mmhh, war wirklich sehr gut und ich werde es sicher wieder kochen.

Als nächstes habe ich Pad Grapau Gai Sai Tua Fak Yao (Hähnchenbrustfilet mit Chili und Basilikum) versucht. 10 Vogelaugenchillis standen in der Vorgabe – das hab ich dann doch nicht gewagt und nur die Hälfte genommen. Und auch mit den Thai-Bohnen musste ich improvisieren, da ich sie leider nicht bekommen habe. Als Alternative kann man aber sehr gut Bohnschoten nehmen oder auch grünen Paprika (Tipp der thailändischen Dame, bei der ich eingekauft habe).
Das Resultat war wirklich köstlich, wenn auch etwas trocken, da nur 3 EL Wasser dazukommen. Mit etwas mehr Flüssigkeit hätte es mir noch besser geschmeckt. Und für europäische Geschmacksnerven, die die Thai-Schärfe nicht gewöhnt sind, sind 4 -5 Chillis reichlich genug. (steht aber auch im Rezept, dass man hier variieren kann) Aber meine Freunde waren begeistert und es ist absolut nichts davon übrig geblieben.

Auf das dritte Rezept hab ich mich wirklich sehr gefreut:Pad Hed Hu Nuh Gai Sai King (Wolkenohrpilze mit Hühnerbrust und Ingwer).
Vorab – es sind wirklich Pilze mit Fleisch und nicht umgekehrt. Man sollte auf jeden Fall eine sehr große Wokpfanne nehmen, denn 100g Wolkenohrenpilze ist ganz schön viel. Hatte zuerst die Befürchtung, dass ich mich verlesen habe, aber es kommen wirklich so viele rein. Geschmacklich war es wirklich gut, aber auch hier wieder – relativ trocken. Auf diese Menge 4 EL Wasser waren für mich eindeutig zu wenig. Im Gesamten war es aber ein voller Erfolg im Freundeskreis.

RüeggSatay-Spiesschen mit Erdnusssauce: Die habe ich sogar zweimal zubereitet, dens ich fand sie sehr, sehr lecker. Und die Zutaten würde ich auch in einem normalen Einkaufsladen finden. Ich habe die gelbe Currypaste selbst zubereitet, das war schon ein bisschen aufwändig, wahrscheinlich würde ich die Gerichte aus diesem Buch nächstes mal mit fertiger Currypaste zubereiten.

Kokossuppe mit Hähnchen (oder Garnelen): Die Suppe habe ich auch zweimal zubereitet, einmal mit Hähnchen und einmal mit Garnelen. Schon wenn die Suppe kocht, riecht sie total lecker durch die Gewürze, die drin sind. Ich kann sagen, die schmeckt genauso gut mit Garnelen wie mit Hähnchen.

Rotes Curry mit Papaya und Huhn: Das Curry war sehr lecker, das einzige Problem war, eine geeignete Papaya zu finden, da im Rezept eine halbreife angegeben ist. Und ich hatte nur eine nicht so reife gefunden, die hat leider nach gar nix geschmeckt, alles andere war lecker. Ich glaube, was viele Menschen falsch machen, wenn sie ein Curry kochen, ist, dass sie das Fleisch vorher anbraten, aber in den thailändischen Kochbüchern wird es in Kokosmilch gegart.

Gebratenes Schweinefilet mit Ananas: Das Gericht hat mich nicht ganz so überzeugt. Was fehlte, war eine Sosse. Das Fleisch war sehr saftig und die angebratene Ananas lecker, aber das Ganze an sich doch sehr trocken. Das würde ich nicht nochmal kochen.

Dein Fazit zu dem Kochbuch?

RüeggEin tolles Buch, um in die Thaiküche einzusteigen und sich mit dieser vertraut zu machen. Man erhält einen guten Überblick über Gerichte und Zutaten. Das Buch zeichnet sich durch eine große Bandbreite an schönen Rezepten aus. Vor allem fühlt man sich im Asiamarkt nicht mehr so verloren, wenn man Dornengrasgemüse von Turibaum-Blütenknospen unterscheiden kann. Ich werde in Zukunft auf jeden Fall öfters thailändisch kochen – dieses Buch ist dabei eine große Hilfe.

RüeggFür Thai-Koch-Einsteiger (wie mich) finde ich das Kochbuch sehr gut. Es wird viel nebenbei erklärt, die Gerichte sind nicht schwierig zu kochen und brauchen auch – nach der anfänglichen Schnippelei – nie sehr lang. Und die Ergebnisse sahen wirklich so aus wie auf den Fotos!

RüeggIch finde das Kochbuch sehr schön, und einige Gerichte, die ich ausprobiert habe, würde ich auf jeden Fall nochmal kochen und auch andere ausprobieren. Das einzige Problem ist, dass man leider nicht immer alle thailändischen Gewürze und Gemüse findet. Ich wollte einen Salat ausprobieren und habe leider nicht alle Zutaten in dem thailändischen Laden gefunden. Aber an sich finde ich das Kochbuch gut, ist mal was anderes.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im März 2012

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