Kochbuch von Nadine Horn & Jörg Meyer: Vegan kann jeder!

Kochbuch von Nadine Horn & Jörg Meyer: Vegan kann jeder! ★★★★☆

Vegan kann jeder! Über 100 unkomplizierte Rezepte für jeden Tag
– das eat this! Kochbuch
Nadine Horn & Jörg Meyer
Fotos Miriam Gröner
NeunZehn Verlag (2014)

Patricia Rahemipour

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Wieder haben zwei Blogger den Schritt in die Printwelt gewagt. Und das ist gut so. Denn sie können kochen, sind kreativ und haben ein gelungenes Kochbuch vorgelegt. Und das schreibt eine, die Veganes eigentlich links liegen lässt.

Es ist einer dieser Tage im Frühjahr, an dem man so sehr mit dem Berliner Wetter hadert. Der graue Himmel nimmt überhaupt kein Ende und nichts kann einen glücklich machen. Höchstens vielleicht gutes Essen.

Schnell ist der Rechner aufgeklappt und die neue Auswahl an Kochbüchern auf unserem „Rezensenten-Blog“ durchstöbert. Schnell ist die Email geschrieben und ein Missverständnis verzapft. Zwei Tage später bringt mir mein Mann – in seiner Eigenschaft als Kochbuchbote (es gibt Schlimmeres!!) – Vegan kann jeder ins Haus. Mit vielen Grüßen. Nur – ich wollte es nicht.

kochbuch-vegan-kann-jeder-eat-this-blogVegan – eigentlich „Nein, danke!“

Denn vegan lebe ich nicht und für mich ist jedes Kochbuch mit „Grundhaltung“ eine Umstellung, die ich nicht so ohne weiteres integrieren kann. Schnell war also die nächste Mail mit der Bitte um Tausch geschrieben. Natürlich ist das kein Problem, nur die Frage nach dem Wann und Wie wurde erst einmal vertagt.

Währenddessen wurde der Berliner Himmel nicht einsichtiger. Stures Grau schien weiter die einzige Farbe im Repertoire zu sein und eines Abends saß ich vor dem verschmähten Buch und fing an zu blättern. Optisch ist es nett, aber nicht herausragend. Die Selfmade-Bilder reichten nicht aus, mir Lust auf veganes Kochen zu machen.

Der geübte Leser wird jetzt mit dem Kopf schütteln und sich daran erinnern, dass diese Rezension doch mit vier Sternen daher kommt. Richtig. Denn da war ja noch was: die Rezepte.

Wie gut waren die denn?

Wie der Zufall so wollte, blätterte ich weiterhin lustlos durch die Seiten und stieß auf die Auberginenköfte. Da war doch noch eine Aubergine im Kühlschrank. Nun denn, wenn es hier schon steht, dann kann man es auch ausprobieren. Meine Stimmung war etwa eine halbe Stunde später und nach etwa der Hälfte der gemachten Köfte ins Gegenteil umgeschlagen. Wie gut waren die denn?

Die Kapitel des Buches sind thematisch gegliedert, weshalb ich schon am nächsten Tag wieder mit Vegan kann jeder in der Hand dastand. War da nicht ein Kapitel mit dem verlockenden Titel Für Freunde und Familie? Und unkompliziert steht ja schon auf dem Umschlag. Sollte sich das Buch also ruhig mal in unserem Familienalltag behaupten.

Das nächste Highlight – Blumenkohl

Der Versuch wurde in Form von Blumenkohlsteaks gemacht. Mein Mann ist ein visueller Mensch. Und er sieht Schönheit überall. Das führt dazu, dass wir immer und damit meine ich IMMER entweder Blumenkohl oder Brokkoli im Kühlschrank haben. Die sind ja so hübsch.

kochbuch-vegan-kann-jeder-insideNur irgendwann sind wirklich alle Suppen gekocht und alle Eintöpfe gegessen. Daher bin ich für alle Ideen in Richtung der Verarbeitung dieser beiden Schönheiten natürlich recht dankbar. Und dieses Gericht wird sicher noch öfter gemacht werden.

Nicht nur wegen der Schönheit. Der erst gebratene und dann im Ofen gebackene Blumekohl wird zusätzlich noch mit einer Paste bestrichen. Das in Verbindung mit dem Tomatenreis, der sehr saftig ist, ist wirklich ein Genuss.

In Punkto Familientauglichkeit wäre ich allerdings etwas zurückhaltend. Meine Kinder sind prinzipiell schon bereit Gemüse zu essen, allerdings steht es bei solchen Gerichten vielleicht etwas zu sehr im Mittelpunkt.

Definitiv auch für Kocheinsteiger

Mit diesen beiden Startern war klar, dass ich das Kochbuch nun auch „zu Ende“ kochen würde. Es folgen noch eine Reihe von Gerichten. Wie etwa die geröstete Kürbissuppe. Sie erwähne ich gerade deshalb, weil die beiden Buchautoren bei keinem der Gerichte aus dem Blick verloren haben, dass sie Alltagstaugliches vorstellen wollten. Machbarkeit und Beschreibung sind auch für Kocheinsteiger keine Herausforderung und sie werden mit sehr leckeren Ergebnissen belohnt.

Ein seltener Glücksfall eines veganen Kochbuchs. Es macht sogar skeptischen Nicht-Veganern Freude, kann ich berichten, denn an den Erwerb des Buches schließt sich nicht der nächste an, nämlich der von teuren veganen Ersatzprodukten (bis auf wenige Ausnahmen: Hefeflocken und Seitan). Im Gegenteil – ich konnte direkt loslegen. Vor allem die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen (von Sesamnudel bis Naanbrot), die in diesem Buch bedient werden, haben mich schließlich von der kulinarischen Idee der Autoren überzeugt und erst recht die Gerichte auf dem Teller. Wird weiter im Gebrauch bleiben.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2015

2 Kommentare

  1. Lena

    Mir gefällt der Blog der Autoren schon sehr gut, obwohl ich keinen Wert auf vegane Ernährung lege. Deine Rezension macht mir Appetit auf das Buch, danke!
    Viele Grüße Lena

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