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Katharina Höhnk

Kochbuch von Mounir Toub: Die schnelle arabische Küche ★★★

Die schnelle arabische Küche – 30-Minuten-Rezepte inspiriert vom Orient, Mounir Toub, Fotos: Mitchell van Voorbergen, Knesebeck Verlag (2022)

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Sabine Cikic

Von

„Schnell“ und „arabisch“ sind zwei Buzzwords, auf die ich gerne anspringe. Denn schnell darf es bei mir gerade unter der Woche gerne gehen, wenn es gilt, ein Abendessen auf den Tisch zu zaubern. Und klar, kulinarisch ist es gar nicht egal, wie dieses aussieht und schmeckt. Da kommen mir Gerichte aus der farbenfrohen und aromatischen arabischen Küche sehr gelegen.

Kochbuchautor Mounir Toub (© Dana van Leeuwen)
Kochbuchautor Mounir Toub (© Dana van Leeuwen)

Mounir Toub (Foto links), Jahrgang 1978, wurde in Eindhoven geboren und ist den Niederländern in seiner Heimat als „Chef Toub“ aus dem Fernsehen bekannt und ist auch Dozent an diversen Bildungseinrichtungen. Er ist ausgebildeter Koch, der, wie er schreibt, die Liebe zum guten Essen seiner Mutter verdankt. „Die schnelle arabische Küche“ ist sein viertes Buch und das erste, das nun auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Das Buch im festen Hardcovereinband präsentiert 84 Rezepte, die schon auf den ersten Blick zeigen, dass hier jemand am Werke war, der das Beste aus zwei Welten vereinen möchte. Klassiker aus westlichen Küchen treffen auf Pantry-Zutaten der arabischen Welt. Da wird die kalte Gurkensuppe mit Nordseekrabben und Sonnenblumenkernen mit Tahini verfeinert, werden Sloppy Joes zu Sloppy ToubToub – eine vegetarische Variante aus Linsen und Champignons mit Rauchpaprikapulver –, oder Schokobrötchen mit Anis und getrockneter Minze verfeinert.

Zum Weiterlesen:

Leseprobe beim Verlag

Website und Instagram des Autors

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Das Beste aus beiden Welten

Mounir Toub kennt sich aus mit zeitgeistigen Geschmacksvorlieben. So finden sich in „Frühstück & Lunch“ Pancakes, French Toast mit Zatar oder Birnen-Brombeer-Crumble. Die weiteren Kapitel „Streetfood & Snacks“ mit bunt belegten Fladenbroten und Lammköfte-Tacos, „Burger & BBQ“ mit Brokkoli-Fischburger und Halloumikebabs, „Suppen & Salate“ mit Harira und Perl-Couscous-Salat mit Pfirsichen (Foto unten), Brombeeren und Burrata, „Eintöpfe, Couscous & Tajines“, „Aus dem Backofen“ mit Kürbipastilla oder gefülltem Fladenbrot sowie „Süßes & Gebäck“ mit Schoko-Anis-Brötchen und Birnentarte mit Kardamomjoghurt geben die internationale Gangart vor.

Kochbuch von Mounir Toub: Die schnelle arabische Küche
Kochbuch von Mounir Toub: Die schnelle arabische Küche

Ich werde schnell fündig unter den appetitlich fotografierten Rezepten und beginne das Nachkochen mit der „Blitzschnelle(n) Harira“, einem Rezept von Mounir Toubs Frau, die mit dem gemeinsamen Sohn auch auf einigen Fotos im Buch auftaucht. Das Rezept wird mit einer Gemüsebasis aus pürierten Dosentomaten, Koriander, Petersilie, Stangensellerie und Zwiebeln zubereitet. Als sättigende Einlage werden Kichererbsen, Linsen, Vermicelli und kleine Hackbällchen in der Suppe gegart. Sie ist einfach köstlich und trotz der kurzen Zubereitungszeit von aromatischer Tiefe.

Auch das Schokoladen-Tahini-Softeis ist so lecker, dass wir es jederzeit wieder zubereiten würden. Da mein Mixer beim Pürieren der gefrorenen Bananenstücke fast den Geist aufgegeben hat, werde ich allerdings beim nächsten Mal abweichen und das fertige Püree einfrieren.

Mounir Toub:

„Ich liebe es, Brücken zu bauen und verschiedene Küchen, Kulturen, Geschmacksrichtungen und Menschen zu verbinden.“

Einige Rezepte im Buch sind um ein Basisrezept herum kreiert, das dann in vier verschiedenen Varianten verwendet wird. So etwa das Fladenbrot, das wir mit dem Räucherlachs und dem Zucchini-Hummus-Belag ausprobiert haben. Eine schöne Idee, die in der Einfachheit an Pizza erinnert, aber bunter und frischer daherkommt. Ich werde sie mir merken und künftig öfter mal Milchpide aus dem türkischen Laden auf diese Weise belegen, das geht dann noch schneller.

Empfehlenswert: Gute Vorratshaltung und Finetuning

Wer geschmacklich mehr aus den Rezepten herausholen möchte, sollte einige Grundvorräte besser selbst zubereiten. Das Basishummus von Toub, zubereitet aus Dosenkichererbsen, konnte mich nicht überzeugen. Hier empfehle ich das Rezept von den Hummus Bros. (das gut halbiert werden kann), denn es ist mit etwas zeitlicher Planung die deutlich bessere Alternative. Muhammara, für das Toub kein Rezept bietet, dürfte im Laden schwer zu finden sein, ist aber schnell selbst hergestellt.

Auch angegebene Kräuter- und Gewürzmengen können leicht an individuelle Vorlieben angepasst werden. So waren mir im Kräutercouscous etwa zu wenige Kräuter, dafür zu viel Limette drin. So pendelte sich die Rezension nach mehr und mehr nachgekochten Rezepten für mich bei drei Sternen ein. Zu viele Rezepte wollten für meinen Geschmack noch verfeinert werden.

In „Die schnelle arabische Küche“ präsentiert Autor Mounir Toub Rezepte, die ich größtenteils weniger der arabischen Küche denn einer international inspirierten, zeitgemäßen Küche zuordnen würde. Es geht hier nicht um möglichst „authentische“ Gerichte unter dem Fokus der schnellen Zubereitung, sondern um eine Alltagsküche, die beeinflusst ist von der Herkunft des Autors: geboren und aufgewachsen in den Niederlanden, groß geworden mit den arabischen Rezepten der Mutter. Der Fokus liegt klar auf schnell und easy, und es gibt einige gute Ideen, die ich aus diesem Buch mitnehmen werde. Doch geschmacklich konnten mich die Rezepte oft nicht vollends überzeugen.

Veröffentlicht im August 2022

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