Kochbuch von Michael König: Lecker hoch 5

Kochbuch von Michael König: Lecker hoch 5 ★★★★☆

Lecker hoch 5 – 80 Lieblingsrezepte, 5 Varianten, 400 Mal lecker
Michael König
Fotos: Adelina Hartmann
Autorenfoto: Oliver Bodmer
Olivia Verlag (2017)

Ulrike Thyll

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

So etwas habe ich bis jetzt noch nie gesehen in Kochbüchern, und doch liegt es so nahe. Denn in Foodzeitschriften sieht man oft einige Seiten mit Rezepten zu einem Grundprodukt. Der Autor Michael König und der Olivia Verlag komprimieren dieses Format noch einmal deutlich, indem sie jeweils fünf Varianten eines Rezeptes mit jeweiligem Foto auf einer Doppelseite versammeln und diese Struktur zum Grundprinzip des gesamten Buches erheben. Der Clou: Jeweils ein Platzhalter bleibt frei für den Eintrag eines eigenen Lieblingsrezeptes.

Bodenständig

Sowohl die grundsätzliche Rezeptsuche (was koch ich mal?) als auch die Inspiration (was könnte ich diesmal anders machen?) werden bedient, und das sehr übersichtlich. Die gesamte Kocharbeit für das Fotoshooting erfolgte im Team um Autor Michael König (Foto unten) innerhalb von sechs Tagen, was dazu beigetragen haben mag, dass das Styling eher reduziert und die Rezepte überwiegend handfest-bodenständig sind, ohne piefig zu sein.

Es werden die Bereiche Salate, Suppen, Hauptgerichte, Beilagen und Snacks, Saucen und Nachtisch auf jeweils acht bis 20 Doppelseiten präsentiert. Im Großen und Ganzen wird das gewählte Prinzip durchgehalten, ließe sich allerdings noch um eine Schraubendrehung verbessern, wenn man tatsächlich immer eine Zutat sauber variiert hätte. Beim Rote-Bete-Salat ist das beispielsweise so (fünf Varianten), aber beim Kartoffelsalat ist die Nr. 5 dann mit Süßkartoffeln gemacht, oder Kürbis- und Möhrensuppe wurden in eine Kategorie gepackt.

Praktikabel, unaufwendig und schmackhaft

Überzeugend sind dann vor allem solche Seiten, die sich von der Fleisch- zur vegetarischen Variante bewegen wie bei den Chilis oder beim Gulasch. Der Clou mit dem Eintrag des eigenen Rezeptes ist gut gedacht, aber leider nur halbherzig umgesetzt, weil der zur Verfügung gestellte Raum für die Einträge wohl kaum ausreicht.

Besser geht (fast) immer, und die oben genannten Kritikpunkte sind nur Kleinigkeiten angesichts der insgesamt optisch und funktional überzeugenden Umsetzung des Konzepts. In den Kochversuchen entpuppten sich alle erprobten Rezepte als praktikabel, unaufwendig und schmackhaft. Natürlich ist man geneigt, bei den Standards seine eigenen Wege hinein zu mogeln, wie z. B. beim Gulasch, wo ich inzwischen nur noch mit Niedrigtemperatur arbeite, oder beim Chili con Carne, wo in unsere Variante noch andere Gewürze hineingehören als angegeben. Dies ist aber kein Problem, nein geradezu erwünscht angesichts der weißen Fläche (dem Platzhalter für das eigene Rezept) auf den jeweiligen Seiten.

Zum Weiterlesen

Leseprobe beim Verlag

Wir haben an zwei Tagen das vegetarische Chili gleich an das mit Fleisch angeschlossen, um das Konzept als solches zu erproben, und waren sehr angetan. Das zeitnahe Ausprobieren einer vegetarischen Variante ist ein zusätzlicher Reiz und Gewinn des Buches (kann ein vegetarisches Rezept mithalten angesichts der köstlichen Originalvariante – es kann!).

Michael König und der Olivia Verlag haben hier ein schönes und praxisnahes Kochbuch für die Alltagsküche vorgelegt, das optisch inspiriert und mit leichter Hand demonstriert, wie einfach frische Küche ins Leben integrierbar ist – und wie variantenreich sie sein kann.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2018

Meistgelesen

Themen A-Z