Kochbuch von Martin Kintrup: Pesto, Salsa & Co. selbst gemacht

Kochbuch von Martin Kintrup: Pesto, Salsa & Co. selbst gemacht ★★★★☆

Pesto, Salsa & Co. selbst gemacht
Einfache Rezepte für raffinierte
Würz- und Grillsaucen
Martin Kintrup
Fotos Melanie Zanin
GU (2015)
Mehr über den Verlag

Sabine Cikic

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Was wären Würstchen ohne Ketchup oder Senf, Pommes ohne Mayo, Kokosmilchcurrys ohne Currypasten oder Papas Arrugadas ohne Mojo? Richtig: langweilig!

In Pesto, Salsa & Co. selbst gemacht widmet sich Autor Martin Kintrup (Foto unten) den heimlichen Stars, die einem Gericht oft erst den letzten Kick verleihen. Und dabei geht es um vielmehr, als es der Untertitel des Buches vermuten lässt, neben Würz- und Grillsaucen geht es hier nämlich nicht nur um Ketchup, Senf, Mayo & Co., sondern auch um Chutneys und Confits, Salatsaucen, Kräuterpestos, Currypasten und vieles mehr.

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Allrounder mit praktikabler Leichtigkeit

Das Buch beginnt mit einer Vorstellung nützlicher bzw. notwendiger Küchenutensilien, erklärt, worauf es bei Herstellung und Aufbewahrung ankommt, und gibt Anregungen fürs Hübschmachen von Gläsern und Flaschen, denn selbstredend eignen sich viele der Köstlichkeiten von Feigensenf bis Weihnachtskonfitüre hervorragend zum Verschenken. Allein hier hätte ich mir gewünscht, dass mit weniger Rosa und weniger Schleifchen gestylt worden wäre. Styling und Fotos sprechen ansonsten nämlich erfreulicherweise eine sachliche, aber nicht unterkühlte Sprache und sind sehr ansprechend.

Ob Whiskey-Barbecuesauce zur Grillparty oder schnelles Abendessen mit Käsebrot und Zwiebelconfit unter der Woche, Rhabarberschwemme im Garten oder Zwetschgen der Saison (Chutney!) – das Buch ist ein echter Allrounder und so findet sich wirklich für jede Gelegenheit ein passendes Rezept. Selten habe ich mich so mühelos durch ein Buch gekocht. Dass das Buch in etwa A5-Format hat, ist ebenfalls sehr küchentauglich und so darf das Buch sogar eine Zeitlang in der Küche „wohnen“, damit es stets schnell zur Hand ist.

Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert, die Anleitungen ausführlich, selbst wenn mal nicht so viel Platz auf den Seiten zur Verfügung steht. Stets gibt der Autor an, zu welchen Gerichten die Köstlichkeit besonders gut passt, häufig werden sogar Rezepte für Varianten oder Begleitgerichte geliefert. So ist bspw. ein Rezept für vegane Fischsauce im Buch – als Variante zur Teriyakisauce. Und natürlich fehlt bei der Tahinisauce auch nicht das Rezept für die obligatorischen Falafel-Bällchen. Ich staune wirklich, dass das auf so kleinem Raum so wunderbar funktioniert.

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Klassiker & Highlights

Die Zutatenlisten sind überschaubar lang und dürften die meisten vor keine allzu großen Herausforderungen stellen. Auch die Zubereitung der von mir getesteten Rezepte verlief geschmeidig und katastrophenlos, die Ergebnisse waren stets lecker und zufriedenstellend. Dabei schmeckten die Klassiker klassisch – nicht mehr, nicht weniger. Aber es gibt auch Highlights, wie z.B. das Zitronen-Knoblauch-Confit mit rosa Pfefferbeeren und viiiel Knoblauch, oder das deftig-fruchtige Rhabarberchutney mit Korinthen und ebenfalls Knoblauch und rosa Pfeffer, auf die man so nicht gekommen wäre. Und auch die Klassiker lassen sich ja nach Gusto abwandeln, sollte einem das Rezept mal zu bodenständig sein. (Foto links: der Autor)

Ein treuer Begleiter, der sowohl Rezepte für übliche Standards wie Ketchup, Mayonnaise und Barbecuesauce liefert, aber auch mit so mach einer Überraschung punkten kann und immer wieder das berühmte i-Tüpfelchen liefert. Ein Buch, das sich zudem bedenkenlos an Kochnovizen verschenken lässt und an all jene, die fertiggekauften Sößchen, Dips und Co. misstrauen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2015

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