Kochbuch von Markus Sämmer: The Great Outdoors

Kochbuch von Markus Sämmer: The Great Outdoors ★★★★★

The Great Outdoors – 120 geniale Rauszeit-Rezepte
Markus Sämmer, Fotos: Peter Greppmayr
Autorenfoto: Steffen Schulte-Lippern
Neuer Umschau Buchverlag (Jahr)
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Maria Kufeld

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Wie kocht man lecker und effizient, wenn Kühlschrank und Einbauküche fehlen? Das zeigt Markus Sämmer in „The Great Outdoors“. Der sportbegeisterte Koch weiß, welches Frühstück extralange anhält, wie man mit einem Rezept zwei verschiedene Dinge zubereitet und warum Quinoa auf über 5000 Metern keine gute Idee ist …

Unterwegs clever kochen dank „120 genialen Rauszeit-Rezepten“. Das ist nicht wirklich tief gestapelt. Wenn man bedenkt, dass es nach einem Jahr allerdings auch schon die vierte Auflage des Buches gibt, eine englische Version und mit „The Great Outdoors – Winter Cooking“ den Nachfolger, spricht das ganz offensichtlich für gute Arbeit.

Es könnte daran liegen, dass der Autor, Markus Sämmer (Foto links), seine zwei großen Leidenschaften in dem Buch vereint. Der Koch vom Ammersee ist nämlich bekennender Outdoor-Crack. Er angelt, taucht, klettert, fährt Mountainbike und Ski, surft und besteigt gern mal Berge im 6000er-Bereich. Da darf die richtige Verpflegung natürlich nicht fehlen. Und so hat er ein Buch darüber geschrieben, wie man draußen nahrhaft und abwechslungsreich kocht.

Die Kapitel sind komplett aufs Campen eingestellt. Es geht los mit den Vorbereitungen „At Home“ und dem „Wake-up Call“ für reichhaltige Frühstücksvariationen. Schnelles Powerfood fasst er unter „Quick Refuel“ zusammen. Wirklich mitgedacht wurde auch beim „Dine in“ mit wenig Kochaufwand im Bus und „Dine Out“ für Größeres auf Grill oder Lagerfeuer. Zum Schluss verführt Sämmer noch mit „Sweet Love“ und verrät im „Refresh“-Abschnitt seine besten Wachmacher und Durstlöscher.

Quadratisch, praktisch, gut

Dazu sind sämtliche Gerichte mit Icons versehen, an denen man etwa erkennt, ob das Essen besonders schnell geht, viel Energie liefert, vegetarisch ist oder kaum Ausrüstung benötigt wird. Mengenangaben macht Sämmer in Tassen oder Packungsgrößen, denn wer will schon die Küchenwaage oder den Messbecher dabei haben müssen?

Auch sonst verstecken sich hinter einigen Rezepten tolle Campinghacks. Wie die Vier-Minuten-Tee-Eier, bei denen man parallel zu den Frühstückseiern gleich noch den Tee kocht. Das spart Zeit, Gas und Wasser. Oder Bolognese, die man zu Hause vorbereitet, tiefkühlt, als Coolpack mitnimmt und für die man, wenn sie aufgetaut ist, nur noch das Nudelwasser aufsetzen muss.

Sehr gut gefällt mir auch die Doppelseite zum Thema „Camping-Kaffee“. Ob du mit Filter, Schraub- oder Pressstempelkanne kochst – Markus Sämmer verrät, wie der Kaffee perfekt wird. Sogar an die Mokkatrinker hat er gedacht, genauso wie an Besitzer des „Perkomax“ (, den ich erstmal googeln musste).

Garantiert Neues – selbst für Fortgeschrittene

Und wenn versierte Camper und Outdoorsportler bis hierhin nur müde lächeln, legt das Buch ganz nonchalant noch eine Schippe drauf. Da wird für Fortgeschrittene erklärt, wie der mediterrane Hähnchenschmortopf im Dutch Oven gelingt, da er „nichts für Zeltcamper und Bus-Kocher“ ist. Wie Tiramisu auch ohne Ei und Sahne schmeckt. Und dass Quinoa auf über 5000 Metern „einfach ewig nicht gar wird“.

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Ich muss gestehen, dass ich die Rezepte nicht in der freien Wildbahn sondern zuhause getestet habe. Der VW-Bus war bereit, doch das Wetter nicht. Trotzdem meine ich, dass sie draußen genauso gut funktionieren wie am heimischen Herd. Wollte man etwas kritisieren, dann vielleicht, dass Sämmer als echter „Aktivist“ seinen Schwerpunkt oft auf den Energiegehalt des Essens legt. Entweder machen die Gerichte wie Quinoasalat richtig satt oder er stellt mit der schnellen Ratatouille leichte Rezepte vor, mit denen man „der Futternarkose garantiert entgeht.“ Die Kürbiskekse etwa waren kleine Powerpakete, mir schmeckten sie zu gesund. Und ich würde ein echtes Omelett seiner Power-Frittata immer vorziehen. So ein bisschen Foodkoma gehört bei mir im Urlaub dazu.

„The Great Outdoors“ punktet mit reichhaltigen Gelingrezepten, die man situationsbedingt zuhause, auf dem Campingkocher oder Lagerfeuer zaubert. Dazu jede Menge Bilder – von Essen und wunderschöner Natur – bei denen man sofort den Rucksack packen möchte. Schließlich ist Camping laut Sämmer „das gelebte Glück der Einfachheit“. Und mitgedacht wurde am Ende noch in einem entscheidenden Punkt, denn Größe und Gewicht des Buches sind nicht ganz traveltauglich. Für unterwegs kann man einfach das kleine Booklet mitnehmen, das nochmal sämtliche Rezepte enthält und reisefreundliche 44 Gramm wiegt.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2018

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