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Wir berichten über die spannendsten Kochbücher und ihre besten Rezepte.

Viel Freude!
Katharina Höhnk

Kochbuch von Marian Flint: Selbst angebaut ★★★

Selbst angebaut
Supereinfach Gemüse anbauen und superlecker kochen
Marian Flint, Fotos A. de Leeuw, edel Verlag (2013)

Mehr über den Kochbuch-Verlag

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Katharina Höhnk

Von

Foodblogger Andreas von Gute Gabeln und Lisa haben für Valentinas aus dem Koch- und Gartenbuch einige Rezepte ausprobiert. Hier ihre Erlebnisse und Eindrücke.



Katharina:  Ganz kurz zu Dir als Köchin: wie lange und leidenschaftlich bist Du dabei?

Andreas: Die Kochlehre habe ich im zarten Alter von neunzehn Jahren zugunsten eines Studiums ausgeschlagen. War das ein Fehler? Seit ich mein Foodblog „Gute Gabeln“ betreibe, tut’s jedenfalls nicht mehr ganz so weh. Wie dem auch sei – ich koche was das Zeug hält. Wochentags mache ich mich meist an kleine, einfach Gerichte, am Wochenende tische ich gerne groß auf, wenn’s die Zeit erlaubt. Dabei interessieren mich vor allem Geschichten und Einsichten rund ums Kochen, die mich zu Gerichten und kulinarischen Experimenten inspirieren. Das Thema Essen -und sein buchstäblicher Dunstkreis- zählen zu meinen großen Leidenschaften.

Lisa: Ich selbst koche gerne und oft. Gerne auch einmal etwas aufwendiger.

Katharina:  Was hat Dir spontan an dem Buch gefallen, was nicht so?

Andreas: Gewöhnliche Kochbücher gibt es heute zuhauf. Da stechen Bücher hervor, die sich einem speziellen Thema widmen und neue Perspektiven einnehmen – so wie das vorliegende Kochbuch. „Selbst angebaut“ ist eigentlich eine Anleitung zum Gemüse-Eigenanbau im Garten, auf dem Balkon oder direkt neben der Eingangstür – mit passenden Rezepten für das selbstgepflanzte Gemüse. Das Buch glänzt mit seiner „super einfachen Obstkistenmethode“, die weder Kenntnisse noch viel Zeit voraussetzt, um seinen eigenen Gemüsegarten zu betreiben. Die Abschnitte des Buches, in denen der Eigenanbau auf geringstem Raum erklärt wird, empfand ich als originell und gewinnbringend – auch wenn das Buch in dieselbe Richtung einschlägt wie die trendige Selbstversorger- und Guerilla-Gardening-Bewegung dieser Tage. Aber machen wir uns nichts vor: Unmengen an Gemüse sind in einer landläufigen Obstkiste nicht anzubauen. Der Eigenanbau auf dem Balkon ist eher ein munterer Zeitvertreib als ein autarkes Selbstversorgen. Die Rezepte sind vereinzelt pfiffig (Eiswürfel mit essbaren Blütenblättern, Eis mit Nusspesto), aber nicht durchgängig originell.

Lisa: Als ich den Titel des Buches „Selbst angebaut“ las wusste ich: „Das ist was für mich.“ In meinem Garten sprießen auch jede Menge Radieschen, Möhren und Petersiliensamen – alles was das Gärtnerherz eben noch so höher schlagen lässt. Nun hielt ich eben dieses Buch in Händen. Ich war zwar von der Aufmachung angetan, vom Kochinhalt aber zunächst etwas enttäuscht; sobald man sich mit dieses Buch etwas näher beschäftigt, ist die Enttäuschung jedoch schnell verflogen. Selbst angebaut – Supereinfach Gemüse anbauen und superlecker kochen – so der Titel des Buches von Flint, Snor und Boot. Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Kochbuch um zwei Dinge: Im kleinen Stil Gemüse anbauen und es selbst kochen. Der Schwerpunkt liegt hier jedoch eindeutig im Gemüseanbau. Die Rezepte sind Basic Rezepte, teils für  Kinder kreiert. Insofern kann man hier nicht von einer Sterneküche sprechen, was aber auch sicher nicht der Anspruch war.
Das (Koch-?)Buch ist eine Mischung aus Kochen und Gärtnern. Das Buch ist sehr gut für Anfänger geeignet, sowohl was das Anbauen von Gemüse in Obstkisten betrifft, als auch für den Anfänger in der Küche. Wer das Konzept des Buches vor dem Kauf erkannt hat und sich deshalb dafür entscheidet, ist hier goldrichtig. Das Buch erklärt effektiv, wie man den noch so kleinsten Balkon zum Ackerbau nutzen kann und von den ertragreichen Ernten leckeres, nicht zu aufwendiges Essen, auch für die Kleinen zaubern kann. Das Buch ist auf einem sehr persönlichen Level geschrieben und berichtet auch mal vom eigenen Misserfolg im Gartenbetrieb.

In  den ersten drei Kapiteln wird dem Leser das Anbauendes des „Grünen Goldes“ nähergebracht. Es wird von den richtigen Nährwerten, Düngern und Vorzuchtmethoden berichtet, aber auch, wie man die Tiere von seinem kleinen Grün fernhalten kann. Besonders kreativ ist das Kapitel des Guerilla-Gardenings, bei dem Pflanzensamen einfach an öffentlichen, nicht dafür vorgesehenen Plätzen gepflanzt werden. Die darauffolgenden Kapitel drehen sich um das Gemüse selbst; die Aussaat, Erntetipps und kleine Rezepte. Auf jeder Rezeptseite gibt es ein freies Feld für eigene Notizen. Eine wirklich schöne Idee: wie oft verfeinert man Rezepte nach seinen Vorstellungen – und da üblicherweise kein Platz im Kochbuch für eigene Ideen ist, quetscht man die Veränderungswünsche irgendwo an den Rand. Leider sucht man Fleisch- oder Fischrezepte beinahe vergeblich. Ab und zu ist mal ein winziges Stückchen Lachs an den Rezepten vorbei geschwommen, aber da muss man schnell sein, um dies mit zu bekommen. Natürlich ist Fleisch oder Fisch auch eher schwierig auf dem heimischen Balkon zu ernten, nichts desto trotz, hätte ich mir ein paar fleischhaltigere Gerichte, oder Gerichte mit Gemüsefüllung gewünscht.

Katharina: Welche Rezepte hast Du nachgekocht und wie waren sie?

Andreas: Der zeitliche Rahmen erlaubte es mir leider nicht, das Gemüse für die nachgekochten Rezepte selbst anzubauen. Doch nehmen wir einfach an, dem wäre so gewesen: Meine ungeteilte Aufmerksamkeit erregte der „Hippieshake mit Kokosmilch“. Hier habe ich gelernt: besser die fettarme Kokosmilch benutzen anstatt der Creola de Coco, wenn man nicht ein spontanes Stelldichein mit dem Orkus haben möchte. Das „süßsaure Zwiebelchutney“ harmonierte zum schnellen Zwiebelrostbraten und der „Blechkuchen mit Zucchini und Manchego“ passte sinnbildlich genau zwischen Tür und Angel, nämlich als einfaches Gericht für die Mittagspause im Büro.

Lisa: Das erste Rezept, welches ich nachkochte war „Zucchinispaghetti“. Leider schafften es nur Zucchini, Basilikum, Knoblauch, Öl und Salz und Pfeffer in das lecker aussehende original Gericht. So fand ich das ganze etwas fade und verfeinerte das Ganze noch mit, wie im Buch als Tipp aufgeführt, einem Löffel Schmand. Das Gericht ist ehrlich und gradlinig. Ich mag es gerne etwas schnörkeliger und vervollkommnete das Ganze noch mit Rucola, Zitrone und Chili. Beim Kräuter Frischkäse war es ähnlich. Die Zutaten: Kräuter, Salz und Pfeffer, Frischkäse. Nun gut, das funktioniert und zwar gut, aber auch hier kann ein bisschen mehr Pepp nicht schaden. Also: etwas Biozitronenschale und deren Saft und einen Spritzer Sojasauce und schon hat man einen perfekten Begleiter zu Fisch, Fleisch und wie hier im Beispiel Brot.

Katharina: Dein Fazit zu dem Buch und Deine Empfehlung, in welchen Händen es besonders gut aufgehoben ist?

Andreas: Das Buch hat einen originellen Ansatz und ist vor allem gewinnbringend für Stadtmenschen, die sich selbst einmal am Gemüseanbau probieren möchten ohne dafür gleich aufs Land ziehen zu müssen. Das Buch ist sicherlich auch ein Ansporn, Kindern die Themen Gärtnern, Kochen und Essen ganz praktisch nahe zu bringen. Es mag den einen oder anderen Hobbygärtner sicherlich mit Stolz erfüllen, sein eigenes Gemüse zu kochen und zu essen – und gesund ist es auch noch.

Lisa: Fazit: Das Buch ist ehrlich, mit viel Liebe zum Detail gestaltet und liest sich wie die Notizen einer guten Freundin. Wer etwas zum Thema Gemüseanbau – und das am Besten noch auf kleinstem Raum lernen möchte – und einfache schnelle Beilagen mit den eigenen Erzeugnissen kreieren möchte, ist hier genau richtig.

Katharina: Wie viel Sterne bekommt das Kochbuch?


Andreas: 3 Sterne: Hat Stärken, aber überzeugte nicht ganz.

Lisa: Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

Katharina:  Herzlichsten Dank!

Veröffentlicht im Mai 2013

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