Kochbuch von Manuela Rüther: Linsen & Bohnen

Kochbuch von Manuela Rüther: Linsen & Bohnen ★★★★☆

Linsen & Bohnen – Die 100 besten Rezepte für Hülsenfrüchte
Manuela Rüther, Christian Verlag (2012)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Doris Brandl

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Auf Entdeckungsreise zur kulinarischen Vielfalt von Hülsenfrüchten. Hundert Rezepte aus aller Herren Länder animieren zu genussreichen und dabei gesunden Gaumenfreuden. Und dann noch eine unkomplizierte Zubereitung. Was will man mehr?

Als gelernte Köchin und mit Erfahrungen aus verschiedenen deutschen Sterneküchen ausgestattet, arbeitet Manuela Rüther seit 2008 als selbstständige Food-Fotografin und kulinarische Journalistin in Köln. In einem Interview für ‚valentinas-kochbuch‘ im November 2010 wurde Manuela Rüther gefragt, was denn nach dem Fotografieren mit dem Essen passiert. Ihre Antwort: „Es wird aufgegessen!“ Und wenn es für sie zu viel ist, profitieren auch die Nachbarn davon. Schade, dass ich nicht in ihrer Nachbarschaft wohne! Hier wird also bei den Fotos nicht getrickst, wie das sonst so mit Hilfe von Lack oder anderem bei Fotosessions üblich ist. Und ihre Fotos in ihrem neuen Kochbuch „Linsen & Bohnen“ sehen zum Anbeißen aus.

Dem Thema ‚Linsen & Bohnen‘ habe ich mich in der Vergangenheit bereits gärtnerisch gewidmet. Den Bohnen konnte ich einen verregneten Sommer lang beim wachsen sozusagen zusehen und das Ernten war eine abenteuerliche Beschäftigung in den riesigen Büschen. Nur bei der Verwendung in der Küche verließ mich meine Kreativität. Auch in gut sortierten Supermärkten lächeln mich regelmäßig lustig gepunktete und verschiedenfarbige Linsen- und Bohnensorten an und dann greife ich doch wieder nur zu den einschlägig bekannten und bewährten Sorten. Meinerseits Neugierde pur, welche Inspirationen Manuela Rüther hier gibt.

Eine beachtenswerte Einführung mit Informationen, wie gesund sie sind, eine kleine Warenkunde, Einkaufstipps, Lagerungshinweise und Grundregeln zur Zubereitung lassen mich schnell eintauchen in die Materie. Schier unglaubliche 18.000 verschiedene Hülsenfruchtarten soll es weltweit geben und für mich neu: die Erdnuss gehört dazu. Eine Tabelle gibt einen schnellen Überblick zu Einweich- und Kochzeiten für frische bzw. getrocknete Sorten. Praktisch wäre ein Foto der jeweiligen Linsen- bzw. Bohnensorte gewesen.

Wie vielseitig verwendbar Hülsenfrüchte in der Küche sind, das vermitteln bereits die einzelnen Kapitel. Beginnend als Hauptbestandteil in Form von Snacks und Dips, über Salatvariationen, Terrinen, Suppen und Currys, als Füllungen in Aufläufen, Soufflés oder als Beilagen zu Fisch- und Fleischgerichten. Sogar Süßes fehlt nicht. Das Register am Ende des Buches hätte ich mir allerdings umfangreicher gewünscht. (Beim Suchen nach einem bestimmten Rezept muss man sich an die jeweils verwendete Hülsenfrucht erinnern!)
Die Rezepte sind übersichtlich und gut strukturiert auf einer Seite untergebracht und werden meist von schnörkellos appetitlichen Fotos begleitet. Erfreut registriere ich, dass die Zutatenlisten überschaubar sind, so dass mein Einkaufskorb und die Geldbörse nicht überstrapaziert werden. Die Angabe von Einweich- Zubereitungs- und Garzeiten sind hier unerlässlich, denn mit einigen Gerichten muss man sich wegen der Einweichzeit schon tags zuvor beschäftigen.
Nun aber zum spannendsten Teil – den Rezepten. Als erstes musste es etwas schnelles sein, um meiner Ungeduld angesichts der köstlich anmutenden Zutatenlisten Herr bzw. Frau zu werden.

Die erste angenehme Überraschung: die angegebenen Zeiten für Zubereitung und Garzeit stimmen mit meinem Küchentempo überein. Auch die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte sind klar formuliert, gut nachvollziehbar und lassen keine Fragen offen. So kann man sich auch getrost auf neues Terrain wagen.
Die zweite Überraschung: die Ergebnisse aus meiner Küche sahen genauso köstlich aus wie auf den jeweiligen Fotos. Das Schönste aber: es schmeckte auch so lecker wie es die Bilder verheißen.

Selbst mein Feinschmecker-Ehemann, der bei dem Wort „Hülsenfrüchte“ normalerweise etwas die Nase rümpft, schlich voller Vorfreude durch die Küche, wenn ich verkündete, es gäbe wieder etwas aus dem neuen Test-Kochbuch. Dabei erhielt ich auch eine erstaunliche Erkenntnis. Irgendwoher hatte ich mal gelernt, dass man Hülsenfrüchte erst salzen darf wenn sie weich sind, weil sie sonst hart bleiben. Hier wird gleich in mehreren Rezepten Salz zu Beginn der Kochzeit zugegeben und sie wurden trotzdem weich.

Es gibt Rezepte, die werden von einem gut gemeinten Rat begleitet. Das kann man als hilfreich empfinden, oder auch als überflüssig bewerten.
Insgesamt bietet das Buch sowohl Innovationen als auch neue Interpretationen von Bewährtem. Eine gewisse Vorliebe für die Gegensätze zwischen süß und salzig zieht sich wie ein roter Faden durch die Rezeptsammlung. Dieses Wechselspiel der Aromen machen die Gerichte spannend und haben nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im März 2013

Schreib' uns!

Meistgelesen

Themen A-Z