Kochbuch von Lucinda Scala Quinn: Mad Hungry

Kochbuch von Lucinda Scala Quinn: Mad Hungry ★★★★☆

Mad Hungry
So machen Sie Männer und Jungs satt und zufrieden

Lucinda Scala Quinn, Fotos M. Vang
h.f. ullmann (2011)

Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Das hatte es noch nicht gegeben. Für diesen Kochbuchtest waren Mütter von Söhnen gefragt, auch natürlich mit einem Mann im Haus. “So machen Sie Männer und Jungs satt und glücklich”, verspricht das Kochbuch und das testeten dann Daniela aus Niederfischbach, Stefanie aus Eberdingen und Foodbloggerin Ulrike aus Kronshagen. Eine perfekte Jury.

Wie lange kochst Du schon und wie benutzt Du Kochbücher?

QuinnIch koche schon über 20 Jahre und habe also ziemlich viel Erfahrung. Trotzdem – oder gerade deshalb – nutze ich Kochbücher sehr gerne. Und zwar auf zwei verschiedene Arten: Entweder ich suche GANZ GEZIELT nach einem Rezept, vielleicht weil ich von verschiedenen Lebensmitteln momentan ganz viel im Haus hab und darum nach Anregung für deren Verwertung suche. Aktuell ist das bei Äpfeln der Fall, die ich reichlich in unserem Garten ernte.

Oder die zweite Variante: Ich gehe via Kochbuch auf kulinarische Entdeckungsreise. Vielleicht weil ich einfach Lust habe, etwas Neues auszuprobieren. Oder weil ich meine beiden Männer (Göttergatte und Sohn) mit etwas Besonderem überraschen möchte. Und manchmal auch, weil ich mich selber mit einem leckeren neuen Gericht belohnen möchte, etwa nach einer besonders stressigen Arbeitswoche.
Bei der Suche nach neuen Rezepten sind mir die Fotos in den Kochbüchern sehr wichtig. Weil ich einfach gerne vorher schonmal wissen möchte, wie das fertige Gericht denn auch aussieht.

QuinnIch koche seitdem ich ein Teenager war. Also nun rund 20-25 Jahre. Kochbücher nutze ich eigentlich auch seitdem.

QuinnAngefangen mit dem Kochen habe ich im Vorschulalter auf einer Elektroplatte mit dem aus der Werbung bekannten Vanillepudding aus der Tüte. Dann immer mehr oder weniger intensiv, wobei ich lieber backe als koche. Seitdem ich Mutter bin, koche ich sehr intensiv. Seit 6 Jahren berichte ich im Blog Küchenlatein über meine Abenteuer in der Küche.
Kochbücher habe ich schon immer gerne gemocht und lese sie wie Krimis – auch im Bett. Von Reisen bringe ich gerne Kochbücher mit, die Sammelleidenschaft begann schon gleich nach dem Studium. Im Moment backe ich mich durch mein Lieblingsbrotbackbuch, d. h. so gut wie jedes Rezept wird ausprobiert. Berufsbedingt halte ich Rezepte gerne möglichst genau ein.

Zum Kochbuch: Was waren Deine ersten Eindrücke?

QuinnAuf den ersten Blick fand ich das Kochbuch schon sehr außergewöhnlich. Die vielen Tipps rund um Kochen, Einkaufen und Lebensmittel sind teilweise sehr persönlich geschrieben und das finde ich sehr schön. Die Idee, ein Kochbuch, das speziell auf hungrige Männer und Söhne zugeschnitten ist, auf den Markt zu bringen, ist meiner Meinung nach eine sehr gute Idee.
Die Einteilung in die verschiedenen Kapitel ist sehr übersichtlich und man findet sich schnell zurecht. Ich habe mich zu Anfang gleich in die verschiedenen Ratgeber vertieft, die ich wirklich sehr informativ und auch unterhaltsam finde. Man erkennt in den teilweise sehr humorvoll und mit einem Augenzwinkern geschriebenen Anekdoten gleich die eigene Familie wieder. 🙂

QuinnAls das Kochbuch kam, war ich total überrascht. Der hochwertige Einband erinnert an Leinen. Die Aufmachung ist sehr ansprechend. Die frische Farben auf dem Einband und im Buch sind für mich sehr schön zum Anschauen. Das Papier ist dick und griffig und die Abbildungen sind sehr gut.

Die Mischung aus Tipps und Rezepten ist sehr ausgewogen und vor allem sehr gut. Mit diesen Tipps kann man auch was anfangen, z.B. was die Autorin immer in ihrem Gefrierschrank hat, um auf unvorhergesehene Horden von heranwachsenden Jungs gewappnet zu sein. Sie machen Sinn und sind mit Sicherheit bewährt. Auch die kleinen Geschichten, die sie hat einfließen lassen, machen das Buch lebendig.

QuinnDer erste Eindruck: Das Buch ist schlicht gehalten, wenig Bilder, die Männern den Mund wässrig machen. Es ist ein Querschnitt durch viele Kochkulturen, Gerichte, die meinen Herren auch schmecken. Besonders gut gefiel mir der Ratgeberteil, der für unerfahrene Köche beiderlei Geschlechts geeignet ist. Den Titel „So machen Sie Männer und Jungs satt und glücklich“ sollte Frau nicht allzu ernst nehmen.

Ich fand den an die 50er und 60er Jahre erinnernden Einband sehr ansprechend. Das Buch ist stabil und die aufgeschlagenen Seiten bleiben aufgeschlagen. Die Texte sind mit verschiedenen Schriftarten ansprechend gestaltet. Die hellblaue Schrift ist allerdings sehr hell und nicht gut zu lesen, das kann sehr anstrengend sein.
Mit Bildern wird sehr spärlich umgegangen und nicht alle Bilder wie z.B. der Tomaten-Zucchini-Auflauf oder die Roten Bohnen New Orleans regen unbedingt zum Nachkochen an. Auf der anderen Seite brauchen unbekannte Gerichte Bilder. Ein Kochanfänger kann sich vielleicht nicht vorstellen wie z.B. der Bistro-Salat aus der Speisekammer oder das Steak Pizzaiolla aussehen soll.
Das Register ist prima, so finden sich z.B. zum Stichwort Nudeln alle im Buch vorhandenen Rezepte.

Welche Rezepte hast Du ausprobiert und wie fandest Du sie?

QuinnDas erste Rezept, das ich ausprobiert habe, waren die Pasta alla checca auf Seite 174. Leider gibt es zu diesem Rezept kein Bild, das habe ich etwas vermisst. Ich habe mich aber für dieses Rezept entschieden, weil mein Mann Italiener ist und ich ihn gerne damit überraschen wollte. Und auch mein Sohn liebt Pasta über alles.
Die Zubereitung war ganz einfach und problemlos und die Zutaten konnte man in jedem Supermarkt bekommen. Außerdem dauert die Zubereitung nicht lange, so dass ich das Gericht auch nach Feierabend schnell „zaubern“ konnte. Geschmeckt hat es uns allen sehr gut. Ich habe mich auch genau an das Rezept gehalten und nichts abgewandelt. Wir werden diese Pasta auf jeden Fall noch öfters machen und nehmen das Rezept in unsere „Familien-Speisekarte“ mit auf. 🙂

Das zweite Rezept war der Apfelkuchen mit knusprigem Überzug von der Seite 230. Die Zubereitung war zwar hier etwas aufwändig und man sollte ein bisschen mehr Zeit einplanen, aber Dank der guten und ausführlichen Beschreibung hat alles sehr gut geklappt. Das Ergebnis hat uns alle sehr begeistert, man sollte den Apfelkuchen aber möglichst frisch genießen, da er recht schnell innen „matschig“ wird. Gut gefallen hat mir, dass es ein Bild zum Rezept gibt. Bis auf eine kleine Ausnahme habe mich auch hier genau an die Rezeptvorgabe gehalten: Muskat habe ich weggelassen, da dieses Gewürz in meiner Familie niemand gerne mag. Das ist aber reine Geschmackssache. Ansonsten ist das ein toller Apfelkuchen und auch gut geeignet, wenn die Schwiegermutter mal zu Besuch kommt 🙂

Einige Tage später gab es den Eiskalten Bananen-Beeren-Smoothie von der Seite 52. Ich habe dafür selbst gepflückte aber tiefgefrorene Brombeeren von diesem Sommer genommen und zusammen mit den Bananen (ich habe zwei genommen, statt nur einer) ergab das wirklich ein köstliches und super erfrischendes Getränk.

Zum guten Schluss testeten wir noch den Bistro-Salat aus der Speisekammer (Seite 92): Durch den gebratenen Speck und die Zwiebeln eine tolle Salat-Variation, sehr herzhaft, aber trotzdem leicht und auch für abends geeignet und auch optisch eine Augenweide. Aber auch hier habe ich es bedauert, dass es zu diesem Rezept kein Bild gab.

QuinnIch habe meine Jungs die Rezepte aussuchen lassen. Wir haben Pancakes, Hamburger, Hähnchen mit Essigglasur, Lachs Teriyaki und Shrimps gemacht.
Diese Gerichte haben alle durchgehend sehr gut geschmeckt. Waren gut zu machen und haben keine besonderen (d.h. kompliziert zu bekommen) Zutaten erfordert. Die Hamburger waren super lecker, kein Vergleich mit den bekannten Fast Food Ketten.
Das Hähnchen war eine Geschmacksexplosion pur. Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach ist, so einen Geschmack an ein Gericht zu bekommen. Der Lachs war ein Gedicht. Super zart, saftig und sehr aromatisch. So habe ich noch nie einen Lachs gegessen. Die Shrimps waren auch super lecker und haben sehr raffiniert geschmeckt.

QuinnDas Rezept Altmodische Pfannkuchen ist zwar aus der Rubrik Frühstück, geht bei uns in der Familie aber als Mittagessen durch. Ich erhielt aus der Teigmenge 9 dicke Pfannkuchen, die gerecht 6 zu 3 aufgeteilt wurden. Nur mit Ahornsirup übergossen war das ein Hochgenuss.
Die Schweinekoteletts mit Zwiebeln waren auch sehr gut, wir fanden die Zwiebelmenge ein wenig zu knapp bemessen, aber das kann man ja leicht ändern.
Die Sauce aus rohen Tomaten für die Pasta alla checca soll 1 bis 8 Stunden ziehen. Ein Gericht also, das sich gut vorbereiten lässt. Wenn Mann dann nach Hause kommt, müssen nur noch die Spaghetti gekocht werden und fertig ist eine leckere Mahlzeit. Das Gericht war eine sehr schmackhafte Verwendung für unsere Tomaten aus eigener Ernte.
Der Schokoladenkuchen für Eilige hat mir und den weiblichen Kollegen gut geschmeckt. Die Meinung der Männer war geteilt: Ein Kollege war glücklich, kein 2. Stück essen zu müssen, der andere bemängelte, man könne keine Sahne dazu essen und dem 3. war das zu weihnachtlich. Wenn Männer diesen Kuchen selber backen und den Damen servieren, können sie auf jeden Fall damit Punkten. Faszinierend fand ich, dass der Teig direkt in der Form zusammengerührt wird. Das spart Abwasch.
Das Chili con Carne war gut, aber überzeugte die jungen Herren nicht zu 100 %. Das nächste Mal hätten sie lieber die althergebrachte Variante.
Italienische Pommes Frites: Absolut köstlich, nur die Mengenangaben im Rezept stimmen nicht, oder unsere deutschen Kartoffeln sind zu klein. 500 g geriebener Pecorino auf Pommes aus 800 g Kartoffeln erschien uns dann doch ein wenig viel und füllte nur 1 Backblech. Dem Geschmack tat das keinen Abbruch, diese Variante der hausgemachten Pommes ist eine glatte eins.

Dein Fazit zu dem Kochbuch?

QuinnDas Buch enthält eine Fülle origineller Rezepte, die zum größten Teil sehr leicht nachzukochen sind. Die vielen Tipps und sehr persönlich geschriebenen Anmerkungen der Autorin machen einfach Spaß und sind informativ und unterhaltsam zugleich.
Einen kleinen Punktabzug muß ich dennoch geben: Wie schon mehrfach erwähnt, hätte ich mir zu mehr Rezepten Bilder gewünscht. Wer darauf aber keinen gesteigerten Wert legt, liegt mit diesem tollen Kochbuch goldrichtig!!!!

QuinnDieses Kochbuch hat uns noch gefehlt. Es sind einfache und sicher bewährte Rezepte darin, jedoch raffiniert umgesetzt. Sie sind gut beschrieben und gut zum Nachkochen. Das Kochergebnis ist super lecker. Mein Sohn (8 Jahre) meinte nur: Mama Du kochst ja eh schon lecker, aber mit dem Kochbuch kochst Du doppelt lecker. Mein Mann hat beschlossen künftig öfter zu kochen. Er ist begeistert von dem Kochbuch und vor allem von dem, was dann auf dem Tisch steht.

QuinnMein Fazit: Obwohl ich nicht der Zielgruppe – Frauen mit wenig Kocherfahrung– entspreche, hat mir das gut strukturierte mit vielen Informationen zu Einkauf, Zubereitung, richtigem Werkzeug und gesundem Essen gefallen. Es ist ein ideales Nachschlagewerk für junge Leute, die erstmals einen eigenen Haushalt führen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich meinen Herren Söhne das Buch zum Auszug mitgeben werde. Sie wissen, dass es auch im Amerika des 21. Jahrhunderts nicht alleiniges Ziel von Frauen sein kann, Männer glücklich zu machen. Aber Liebe geht eben auch durch den Magen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2011

3 Kommentare

  1. Ulrike

    Und wer sich für die italienischen Pommes Frites interessiert, hier entlang. http://kuechenlatein.com/mad-hungy-dagegen-helfen-italienische-pommes-frites/

  2. Suzanne

    Mein Favorit aus dem Kochbuch“Mad Hungry“ ist das Parmesan Hähnchen – wunderbar!

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