Kochbuch von Liza & Ziad Asseily: Libanon – Das Kochbuch

Kochbuch von Liza & Ziad Asseily: Libanon – Das Kochbuch ★★☆☆☆

Libanon – Das Kochbuch.
Mezze, Manakish und Taboulé
Liza & Ziad Asseily
Fotos: Rina Nurra
Dorling Kindersley Verlag (2019)
Mehr über den Verlag

Christiane Schwert

Von

Zwei Sterne: Begeisterung sieht anders aus.

Die Levante brummt in der Foodie-Welt. Restaurants mit selbiger Küche sprießen – zumindest in Berlin – nur so aus dem Boden. Und spätestens seit Ottolenghi gibt es auch einen regelrechten Kochbuch-Boom der levantinischen Küche, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Auch ich liebe diese Küche und freue mich daher, eine neue Perspektive auf die Küche kennenzulernen.

Die Autoren des Kochbuchs, Liza und Ziad Asseily (Foto unten), kamen während des Bürgerkriegs im Libanon als Studenten nach Lausanne bzw. nach Paris. 2005 eröffneten sie das Restaurant Liza, in dem Ziad die Küche leitet und Liza sich um die Gäste kümmert. Seit 2013 betreiben sie außerdem ein weiteres Restaurant in Beirut.

Kochbuchautoren Liza und Ziad Asseily

In ihrem Kochbuch wollen sie nun Land und Leute, Speise und Trank einem größeren Publikum näher bringen. Los geht es mit den wichtigsten Zutaten der libanesischen Küche wie Freekeh, Orangenblütenwasser oder Za’atar. Im hinteren Teil finden sich zudem ein ausführliches Inhaltsverzeichnis, ein Register und Bezugsquellen. Hier in Berlin habe ich alle Zutaten leicht bekommen.

Der wichtigste Teil – die Rezeptauswahl – folgt dann dem Lauf des Tages: Frühstück und Brunch, Mittagessen mit Freundinnen, Aperitif, Abendessen mit Freunden, Sonntag am Meer, Familie und Feste, Am späten Abend… Streetfood.

Ansprechend, aber etwas kühl

Jedes Rezept ist bebildert, appetitlich und leicht orientalisch arrangiert, wenn auch insgesamt etwas kühl in der Bildsprache. Es finden sich auch einige Fotos aus den wirklich schönen Restaurants. Zögerlich klebe ich die ersten Post-Its. Ja, das sieht alles nicht schlecht aus, kickt mich aber nicht so richtig.

Kochbuch von Liza & Ziad Asseily: Libanon – Das Kochbuch

Ich starte im heißen Sommer mit einer Limonade. Für den optimalen Genuss soll man die Mischung 24 Stunden ziehen lassen. Freudig – und durstig – stürze ich am nächsten Tag zum Kühlschrank. Uah, sauer. Saft und Schale von vier Zitronen werden mit nur 50g Zucker und nur einem Liter Wasser verdünnt. Für meinen Geschmack zu sauer und auch mit der durchgezogenen Minze zu intensiv. Liegt es an unseren Zitronen?

Bei der weiteren Auswahl der Rezepte zeigt sich schnell ein echtes Manko: So gut wie alle Gerichte sind für mindestens acht, viele sogar für zwölf Personen konzipiert. Hm, ich wollte eigentlich nicht in die Gastro einsteigen. Auch finde ich, dass beim Halbieren der Zutatenmengen manchmal der Kern einer Rezeptidee verloren geht.

Meine Rezept-Erlebnisse

Aber beginnen wir von vorne: Na, Frischkäse geht immer und ist ja auch haltbar. Also lasse ich griechischen Joghurt mit reichlich Salz 24 Stunden im Kühlschrank abtropfen. Und siehe da, herauskommt ein leckeres Labneh. Das war nicht schwer! Darauf kommen Kirschtomaten, milde Zwiebel, schwarze Oliven, Thymian und reichlich Olivenöl. Da isst man gern eine große Portion!

Zum Weiterlesen

Leseprobe beim Verlag

Website von Liza & Ziad Asseily

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An Manouche wollte ich mich immer schon mal probieren. Die kleinen pizzaartigen Taler sehen zum Anbeißen aus. Außerdem bin ich auf den Hefeteig gespannt, der aus Weizenmehl, Weizenvollkornmehl und hellem Bulgur besteht. Aber oje, welche Körnung ist denn da gemeint? Ich habe Bulgur noch nie als Teigzutat verwendet. Und ist ein Kilo Schafskäse nicht etwas viel? Und wo ist auf dem Foto denn die Petersilie aus dem Rezept? Auch die fertigen Manouches überzeugen leider nicht. Die Hefe kommt gegen Bulgur und Vollkornmehl einfach nicht an, der Teig ist eher trocken als knusprig.

Auch bei anderen Rezepten finden sich Ungenauigkeiten, stehen z. B. bei den Zutaten Kürbiskerne, auf dem Foto sind es dann aber Sonnenblumenkerne. Und kann es sein, dass in das Taboulé nur 10 g Bulgur auf 600 g Petersilie kommen?

Futsch ist das Vertrauen

Mein nächster Versuch, Moutabbal, ein Püree aus gerösteten Auberginen, schmeckt ok, aber fast etwas fad. Mein Vertrauen in das Buch ist angekratzt. Eigentlich hätte ich mich gern mal an Kibbeh versucht, aber erwische mich bei dem Gedanken, dass ich da noch mal besser woanders nach einem Rezept schaue. Außerdem bin ich zunehmend versucht, die Rezepte zu optimieren bzw. zu verändern. Ein schlechtes Zeichen.

Ach, es gibt Kochbücher, die sprechen zu einem und andere tun dies nicht. Das Libanon-Kochbuch gehört für mich leider zur zweiten Kategorie. Zu ungenau die Rezepte, zu groß die Portionen, und auch die Autoren sind mir irgendwie nicht näher gekommen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juli 2020

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