Kochbuch von Lisa Nieschlag & Lars Wentrup: New York – Capital of Food

Kochbuch von Lisa Nieschlag & Lars Wentrup: New York – Capital of Food ★★★☆☆

New York – Capital of Food
Lisa Nieschlag & Lars Wentrup
Fotos: Lisa Nieschlag, Julia Cawley
Hölker Verlag (2017)
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Simone Brokmeier

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

New York! Wer diese Stadt bereist hat, wird verstehen, dass sie einen nie mehr ganz loslässt. So beginnt auch Lisa Nieschlags und Lars Wentrups neuestes Kochbuch über New York mit den Worten: „People never forget two things, their first love and their first day in New York”. Nachdem meine letzte Reise nach New York schon viele Jahre zurück liegt, freute ich mich sehr auf ein kulinarisches Wiedersehen mit den Klassikern – oder auch Neuem? – aus der „Capital of Food“.

Sobald man das Buch in die Hand nimmt, sieht man klar die Handschrift von Designern und Stylisten. Das edle Cover ziert ein goldfarbener Stadtplan, der uns mit farbigen Metrolines im Inhaltsverzeichnis wiederbegegnet. I like! So spielen auch Fotos eine große Rolle: ob Impressionen von der Brooklyn Bridge, die Skyline bei Nacht, ein Markt in Chinatown, Central Park und Flat Iron Building … Julia Cawley (Foto unten), die als Fotografin die NYC-Fotos beigesteuert hat, versteht es, die Stadt in der sie fünf Jahre gelebt und gearbeitet hat, zu inszenieren.

Die ganzseitigen Food-Fotos der Gerichte stammen zum Großteil von Lisa Nieschlag selbst. Gemeinsam mit Cawley schreibt sie das Blog Liz & Jewels als two girls cooking on two continents (zu Julias New Yorker Zeit) – derzeit nur noch in two cities, Münster und Hamburg. Lisa inszeniert ihre Bilder gern natürlich, mit Kräutern, Puderzuckerstaub und Saucenklecksen. Wunderschön und appetitlich, keine Frage.

Viel Stoff, aber auch Neues?

Darüber hinaus soll uns das 172 Seiten dicke Buch aber nicht nur visuell ansprechen, es nimmt uns auch auf eine kleine Reise mit. Texte berühmter Autoren (Paul Auster, Dorothy Parker u. a.) über diese außergewöhnliche Stadt verschaffen uns Einblicke in den Big Apple, machen Lust auf mehr. Man spürt die Begeisterung der drei Autoren für diesen Melting Pot, die einzigartige Vielfältigkeit der Küchen, die hier zusammenkommen.

So weit, so nett, das Buch blättert man wirklich gerne durch. Und ich habe auch genügend Rezepte gefunden, die ich gerne nachgekocht habe. Von Sweets im Coffee Shop über Picnic im Central Park, vom Dinner an der Upper West Side über einen Zwischenstopp in den internationalen Stadtvierteln Little Italy und Chinatown bis zu einem Sundowner in einer Rooftop-Bar gliedern sich die etwa 50 Rezepte.

Aber sind diese neu oder authentisch, haben sie den speziellen Twist, bleiben sie noch einige Wochen im Herzen, am Gaumen, im Kopf? Für mich persönlich leider nein, irgendwie hat man das doch alles schon so gesehen, gegessen. Gut, bitte nicht vergessen, ich habe eine Kochbuch-Bibliothek, die Wände füllt, ich koche seit Jahrzehnten. Aber dennoch gibt es Rezepte, die lösen immer noch ein Wow! aus, Bücher, die wirklich neu und kreativ sind. Das fehlte mir hier ein bisschen. Woher kommen die Rezepte genau, was ist ihre Geschichte? Leider machen die Autoren Wentrup & Nieschlag (Foto links) dazu kaum Angaben. Vielleicht hätten das Porträt einer Bar, ein paar vorgestellte Läden hinter den Gerichten dem Buch mehr Leben eingehaucht?

Delicious!

Dennoch – alles schmeckte wunderbar und Kochpannen gab es zum Glück auch keine. Am besten gefallen haben mir die Backrezepte. Der Double Chocolate Mud Cake ist wirklich ein Traum für alle Chocoholics, und auch die Cherry Rosmary Pie beglückte alle, die ein Stück davon abbekamen. Die Spicy Meatballs sind so easy zuzubereiten, dass ich sie gerne in mein Repertoire aufnehmen werden.

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Website von Lisa Nieschlag

Blog von Lisa Nieschlag & Julia Cawley

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Mein erster Versuch, endlich meine geliebten Bagels nachzubacken, endete allerdings mit einer Überraschung. Gut, sie heißen „Tuna Pretzel Bagels“, da hätte es bei mir klingeln müssen. Hat es aber nicht. Ich wusste ja, dass die Teigrohlinge für Bagels vor dem Backen kurz in kochendes Wasser getaucht werden. Hier wurde dem Wasser aber eine gehörige Portion Natron zugesetzt – was die Bagels demnach in Laugen-Bagels (also Pretzel) verwandelt. Nach dem Backen hatten sie den typischen kastanienbraunen Glanz und schmeckten – wie bayerische Brezen und nicht wie New Yorker Bagels! Lecker waren sie trotzdem, aber demnächst probiere ich doch noch klassisch die Zubereitung mit Honig-Wasser.

Für mich ist das Buch ein ideales Geschenk für jemand, der eine Reise nach New York plant, oder als Erinnerung an eine gemeinsame Reise. Als tägliche Inspiration dagegen wird es wohl nicht Einzug in meine Küche halten.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2019

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