Kochbuch von LEON: Suppen, Salate und Snacks – Natürlich schnelle Rezepte

Kochbuch von LEON: Suppen, Salate und Snacks – Natürlich schnelle Rezepte ★★★★☆

LEON – Suppen, Salate und Snacks
Natürlich schnelle Rezepte

Henry Dimbleby, Kay Plunkett-Hogge
Claire Ptak, John Vincent
Dumont Verlag (2014)
Mehr über den Verlag

Patricia Drewes

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Ich gebe zu: Das erste Buch von Henry Dimbley und John Vincent, „LEON. Natürlich Fast Food“, habe ich weniger deswegen gekauft, weil mich Unternehmensphilosophie oder Rezepte der beiden Londoner Fastfood-Visionäre mit erfolgreicher Restaurantkette angesprochen haben, sondern allein deswegen, weil das Layout des Buches schlagartig meine Kindheit ans Tageslicht befördert hat. Kleidung, Spielzeug, Tapeten, Frisuren – die 70er wurden im verspielten Scrapbooking-Style lebendig. Schöner und liebevoller betextet als jedes meiner Kinder-Fotoalben.

Das Kochen kam im zweiten Schritt, und vor allem der Mann an meiner Seite schätzt die LEON-Bücher mittlerweile sehr, sie bewahren ihn vor (nur mühsam zu unterdrückender) ernährungsphysiologischer Schelte meinerseits („Igitt, schon wieder Hotdog mit Ketchup, warum kochst du nicht mal was anderes, wenn ich weg bin?“) und erfüllen das Grundbedürfnis einer Familie mit notorischer Zeitknappheit und schlagartig sehr hungrigen Kindern („Ich habe Hunger, Hunger, Hunger. Wann ist das Essen fertig?“). Seit dem ersten LEON-Buch sind mehr als drei Jahre vergangen. Im Buchregal gesellten sich nach und nach LEON Backen und LEON Vegetarisch zum ersten Buch, weil ich dem Ansatz der Autoren, gut und gesund zu kochen und dabei alltägliche Zwänge wie Zeitnot, aufgeschlagene Knie, spontane Terminänderungen und leere Kühlschränke nicht aus den Augen zu verlieren, sehr viel abgewinnen kann.

Neugierig meldete ich mich darum, um das neue Pocketformat der LEON-Autoren zu testen. „Suppen, Salate und Snacks“ sind vor allem im Sommer eine feine Sache, insbesondere, wenn man während der Ferien einen Umzug bewerkstelligen muss und die Stärken des ausführenden Küchenstudios offenbar eher in der Planung der Steckdosen als im Einhalten des Zeitplans liegen.

Mein erster, spontaner Eindruck des Büchleins nach den opulenten LEON-Bänden war „Oh, das ist aber sehr, sehr klein!“ Das Hardcover-Exemplar des Mini-LEONs umfasst 63 Seiten, darin enthalten ist eine einseitige Einleitung, ein vollständiges Inhaltsverzeichnis und eine sehr praktische Umrechnungstabelle für Flüssigkeiten und Gewichte, die allerdings für das Kochen mit diesem Buch nicht benötigt wird, weil die Rezepte vollständig deutschen Maß- und Temperaturangaben angepasst sind.

kochbuch-leon-suppen-inside

Gemäß dem Titel des Buches erfolgt die Unterteilung der Rezepte völlig unprätentiös in „Suppen“, „Salate“ und „Snacks“. Jedes Unterkapitel beinhaltet eine bunte Auswahl aus den großen LEON-Büchern, die von A wie „absolut bodenständig“ bis Z wie „ziemlich exotisch“ reicht. Jedes Rezept ist bebildert, aber anders als in den großen Büchern liegt der Fokus eindeutig auf den Ergebnissen des Kochprozesses, die Food-Fotografien schauen so wenig gestylt aus wie in den wenigen Momenten, in denen ich eine Kamera auf den Teller halte.

In bewährter LEON-Manier liefern die Autoren auch in diesem Buch neben der recht präzisen Zubereitungs- und Garzeit auch ernährungsphysiologische Informationen (gesättigte Fettsäuren, glykämischer Index, Gluten, vegetarisch, vegan und all die Dinge, die viele Menschen aus gesundheitlicher oder ethischer Sicht bewegen) zu jedem Rezept – und ab und an gibt es, wie bei den großen Brüdern, kleine Geschichten zu den Menschen, nach denen viele der Rezepte benannt sind.

Vorneweg: Da im Lauf dieses Sommers mehr und mehr Küchenutensilien und Gewürze in Umzugskartons verschwanden, waren wir sehr dankbar für die durchweg schnellen und unkomplizierten Rezepte, die alle mühelos gelangen und vom jüngsten bis zum ältesten Familienmitglied ohne Murren verspeist wurden – was nicht heißen soll, dass LEON Mainstream Food bedeutet.

Mein Fazit für das LEON Buch „Suppen, Salate und Snacks“ lautet: Quadratisch, praktisch, gut. Wer den großformatigen, detailverliebten LEON-Büchern wenig abgewinnen kann, eine kleine Küche mit wenig Buchregalen sein Eigen nennt und einfach nur gut und schnell kochen möchte, dem bietet sich mit den LEON-Bänden im Pocket-Format eine kleine, günstige Alternative. Wer aber die großen LEONs besitzt und Kochbücher nicht nur zum Kochen, sondern als Vehikel zur Entspannung nutzt, braucht die kleinen Brüder nicht, insbesondere deshalb nicht, weil sich alle Rezepte auch in den großen Büchern befinden.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2014

Meistgelesen

Themen A-Z