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Katharina Höhnk

Kochbuch von Kumar und Suba Mahadevan: Die indische Küche ★★★

Die indische Küche
Originalrezepte aus dem Land der Gewürze
Kumar und Suba Mahadevan, Fotograf Mark Roper
Christian Verlag (2013)
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Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Annick Payne

Von

Kumar Mahadevan ist ein indischer Koch, der in Australien als Guru der indischen Küche gehandelt wird und dort zwei Restaurants betreibt, die für ihre modernen Varianten indischer Gerichte gelobt werden. Seine Rezepte legen nun in einem Band vor, der äußerlich das Klischee eines bunten Indien bedient. Der große orangene Schinken führt innen fort, was das Cover vespricht: farbenfrohe Bilder und etliche gemusterte Deckblätter, die uns auf leicht kitschige Weise eine indische Küche zeigen, die auf den ersten Blick etwas außergewöhnlich daherkommt. Neben bekannten Klassikern finden sich hier auch Kalbsröllchen oder Austern mit Mango, gefüllter Tintenfisch mit Tomaten-Coulis. Ist das die gehobene indische Küche?

Arrangiert sind die Rezepte nach Hauptgeschmacksrichtung, die fünf Kapitel heißen salzig, bitter, sauer, würzig und süß. In der Einleitung erzählen die beiden Autoren, das Ehepaar Kumar und Suba Mahadevan, ihre Lebensgeschichte. Kumar, aus einer streng vegetarisch lebenden Familie stammend, entschied sich für eine Ausbildung zum Koch und kam dort zum ersten Mal mit Fleisch in Berührung. Seine Frau dagegen isst auch heute noch vegetarisch. Das Kochbuch widmet sich v.a. der Liebe zu fleischlichen Genüssen, Vegetarier kommen nur bedingt auf ihre Kosten, es gibt nur eine kleine Anzahl von Gerichten, die kein Fleisch bzw. Fisch enthalten. Sehr knapp fallen auch die Beilagenrezepte aus: nur je 2-4 Brote, Reisvarianten, Joghurtsaucen und Chutneys, kein einziges Getränk. Schade, denn gerade hier können andere Kochbücher sehr individuelle Akzente setzen.

foto-rezension-indische-kueche-mahadevan-valentinasAuffällig sind auf den ersten Blick die vielen Fischrezepte, die von ausgebackenem Fisch über Curries bis zu gebratenen ganzen Fischen reichen. Zu loben ist die Vielfalt der Zutaten, an Fischen findet man u.a. Lachs, Snapper, Hecht, Schwertfisch, Barramundi, auch die Fleischgerichte verwenden eine Vielzahl unterschiedlicher Tiere, neben Lamm, Hühnchen und Rind auch Kalb, Wachtel, Ente und Ziege. Auch die Süßspeisen hören sich appetitanregend an, besonders gespannt war ich auf das Rote-Beete Halva mit Rosenblüteneis. Dass es dies nicht auf unseren Tisch schaffte, lag daran, dass es leider kein Rezept für das Rosenblüteneis gab (kaufen kann man das hier erst recht nicht) – wenn, wollte ich aber beides zusammen probieren. Dies war nicht das einzige Rezept, dass sich nicht problemlos verwirklichen ließ. Gerne hätte ich die Kalbsröllchen in Mandel-Safran-Sauce ausprobiert, doch für die Füllung hätte ich Milchpulver benötigt, was mich nicht wirklich ansprach. Auch die Hähnchengerichte fielen weitgehend durch, 1-1,5 kg Hähnchenschenkel fallen in meiner Küche nicht an, Rezepte für ganze Hähnchen muss man dagegen lange suchen.

Das Nachkochen überraschte, denn der erste Eindruck einer neuartigen, gehobenen indischen Küche wich alsbald dem eher einfacher Rezepte. Unbedingt ausprobiert werden musste natürlich das Rezept für Panir Matar, indischer Frischkäse mit Erbsen, ein Rezept, für das ich eine nostalgische Zuneigung empfinde. Das hier angebotene Rezept war bemerkenswert einfach, nur leider muss man sagen, so schmeckte es auch. Unser zuletzt ausprobiertes derzeitige Lieblingsrezept ist deutlich aufwendiger, aber geschmacklich entsprechend vielschichtig, Mahadevans Version einfach nur langweilig. Eingreifen musste ich mehrfach bzgl. der verwendeten Flüssigkeitsmenge, die häufig für das anvisierte Resultat zu knapp bemessen war.

Ein abschließendes Urteil zu diesem Kochbuch fällt mir auch nach 6 Rezepten schwer, da meine Rezeptauswahl dadurch beeinflusst wurde, dass wir eine Vegetarierin mitverköstigen wollten. Dies bringt mich in die unvorteilhafte Lage, ein Kochbuch ausgerechnet nach den Rezepten beurteilen zu wollen, die quantitativ den kleineren Anteil ausmachen und so vielleicht nur bedingt als repräsentativ gelten können. Ganz sicher war das nicht-vegetarische Garnelencurry das beste nachgekochte Gericht, so dass zu hoffen bleibt, dass Fleisch- und Fischgerichte in diesem Band auch qualitativ in der Überzahl sind. Für die von mir ausprobierten Rezepte galt, dass sie geschmacklich zwischen erfreulich und langweilig schwankten, extreme Erfahrungen gab es weder am positiven noch negativem Ende der Skala.

Veröffentlicht im April 2014

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