Kochbuch von Katie Quinn Davies: What Katie Ate at the Weekend

Kochbuch von Katie Quinn Davies: What Katie Ate at the Weekend ★★★★★

What Katie Ate at the Weekend
100 neue Rezepte
Katie Quinn Davies
Umschau Verlag (2014)
Mehr über den Verlag

Christiane Schwert

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Die Welle reißt nicht ab. Immer mehr Foodblogger veröffentlichen Printversionen ihrer digitalen Ergüsse. Und viele publizieren sogar schon das zweite oder dritte Kochbuch. So auch Katie Quinn Davies. Das ist in ihrem Fall besonders erfreulich.

Die erste Veröffentlichung der Wahl-Australierin war gleich ein Bombenerfolg. Sie wurde in zehn Sprachen übersetzt und in nahezu zwanzig Länder verkauft. Dieses neue Buch soll nun, laut Davies, einen leichteren, fröhlicheren Touch haben. Außerdem soll man es als eine Zusammenstellung der Rezepte und Reisen ihrer letzten zwei Jahre betrachten. Das kommt mir bekannt vor. Auch andere Foodbloggerinnen nehmen uns in ihren Folgebüchern mit auf die Reise: Rachel Khoo, Nicole Stich und Green Travel Kitchen.

Kulinarische Wochenendausflüge

Auf die Einleitung, die sehr sympathisch und persönlich geschrieben ist (und, wie auch der Rest des Buchs, gut geschrieben ist, was ja nicht immer der Fall ist.), folgen Rezepte zu klassischen Menüteilen im Wechsel mit Rezepten kulinarischer Wochenendausflüge. Das liest sich so: Breakfast und Brunch, Ein Wochenende im Barossa Valley, Salate und Suppen, Ein Wochenende in Dublin, Geflügel, Fleisch und Fisch, Ein Wochenende in Italien, Gemüse, Wochenendlunch mit den Mädels, Pizza, Pasta und Brot, Party-Snacks und Drinks, Ein mexikanisches Wochenende, Bei mir Zu Hause und Süßes.

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Das Cover des Buches hat der Verlag von der englischen Version übernommen. Eine weise Entscheidung. Es zeigt eine festlich gedeckte Tafel kurz vor dem Eintreffen der Gäste. Die Gläser sind schon gefüllt. Das wirkt unheimlich einladend und hat mich sehr angesprochen. Ebenso wie die gesamte Fotografie, für die – Chapeau! – Frau Davies wie auch für Design und Styling, allein verantwortlich zeichnet.

Innerhalb des Buches gibt es immer wieder kurze Fotostrecken, losgelöst von den Rezepten (die übrigens alle bebildert sind), aber immer eine stimmige atmosphärische Ergänzung. Überhaupt ist die Ausstattung des schönen Bandes sehr gelungen. Einzig ein Lesebändchen hat mir gefehlt. Dabei mögen das doch alle KochbuchleserInnen so gern. Das Papier ist matt und griffig, das Format ist großzügig und lässt den exzellenten Fotos Raum. Dadurch habe ich das Buch immer wieder gern in die Hand genommen, weil es eben auch ein ästhetisch schöner Bildband ist. Das alles ist visuell sehr zeitgemäß, aber ich mag diesen vintage-homemade-Style!

Eher für das Kochen am Wochenende

Die Rezepte umfassen eine große Bandbreite, die sich gar nicht so direkt zuordnen lässt. Es gibt Pizza, aber auch asiatisch inspirierte Gerichte, und auch vieles, was sich gar nicht eindeutig zuordnen lässt (vielleicht australisch?). Trotzdem ist es in sich eine runde Zusammenstellung. Ich habe sofort vieles markiert und dann losgelegt. Tatsächlich bedürfen einige Gerichte der Muße des Wochenendes. Für die Linsen-Kichererbsen-Suppe müssen erst Paprika und Tomaten eine Stunde schmoren, das schaffe ich nicht nach Feierabend. Der reiche Geschmack hat mich dann jedoch belohnt. Und die Zubereitungsweisen sind in sich schlüssig und die Ergebnisse rechtfertigen den teils größeren Aufwand.

Teilweise sind die Zutatenlisten nicht gerade kurz. Aber auch hier sind das keine Umwege, um ein Gericht künstlich interessanter zu machen, sondern essentielle Bestandteile einer Rezeptidee. Und es gibt im Übrigen auch köstliche Gerichte, die selbst mit knappem Zeitbudget zu wuppen sind, wie z.B. das Pilz-Spinat-Omelett mit Käse.

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Eigener Stil & sympathisch

Die Ergebnisse meiner Nachkoch-Kunst konnten sich beinahe alle sehen lassen. Denn sie sind von Davies (links) gut beschrieben. Anekdötchen werden dem Rezept vorausgestellt, sind als solche jedoch typografisch zu erkennen und müssen von daher ja nicht gelesen werden. Gestört hat mich lediglich die Größe (Kleinheit) der Schrift.

Auf meinem Nachkochplan steht auf jeden Fall noch jede Menge. Unbedingt ausprobieren will ich das Filet Wellington, das hier noch mit dünnen Kräuter-Crepes umhüllt wird. Oder auch das Sellerie-Kartoffel-Gratin, das von Katie als das beste Comfort Food der Welt angepriesen wird. Und die Zutaten für die Feta-Crostini mit Zucchini und rohem Schinken harren bereits in meinem Kühlschrank ihrer Bestimmung (am Wochenende), ebenso wie die Buttermilch-Eiscreme mit frischen Beeren.

Katie Quinn Davies ist da ein feines Buch gelungen, das ihre große Professionalität zeigt. Sie ist eine sehr angenehme Autorin, die einen deutlich eigenen Stil hat, sich dabei als Person aber nie in den Vordergrund drängt, sondern den Raum ihrem Sujet lässt. Dabei bin ich ihr gern gefolgt und wurde köstlich belohnt mit Rezepten für Wochenende und Alltag, die eigen, aber nie überkandidelt sind und dabei superb bebildert.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im November 2015

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