Kochbuch von Jérôme Eckmeier: Vegan tut gut – schmeckt gut

Kochbuch von Jérôme Eckmeier: Vegan tut gut – schmeckt gut

Vegan tut gut – schmeckt gut
Jérôme Eckmeier, Fotos Brigitte Sporrer
Dorling Kindersley Verlag (2013)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Sabine Cikic

Von Sabine Cikic

Vegan, das muss man heutzutage ja nicht mehr lange erklären, bedeutet „komplett ohne Tier“. Jérôme Eckmeier gefällt das und es macht ihm Spaß zu zeigen, wie einfach und unkompliziert veganes Kochen und Genießen sein kann. Mit Vegan tut gut – schmeckt gut liegt nun sein zweites Kochbuch vor, in dem er mit bodenständiger und ehrlicher Küche vom „Kiddy“ bis zu den „echten Kerlen“ überzeugen möchte. Mal sehen, was die Frau im besten Alter dazu sagt …

Aufgefallen ist mir das Buch erstmals in der Auswahlliste zur Abstimmung über das VEBU-Kochbuch des Jahres 2013 (VEBU= Vegetarierbund Deutschland e.V.). Es belegte nach Attila Hildmanns „Vegan for Fit“ den zweiten Platz, wohingegen „mein“ Buch, also das, wofür ich gestimmt hatte, noch nicht einmal unter die Top 10 gelangen konnte. So was merkt frau sich und ich beäuge Vegan tut gut – schmeckt gut umso interessierter, als ich es nun in meinen Händen halte – und sehe als erstes, dass der VEBU selbst Herausgeber des Buches ist, dh Preis-Ausrichter und Zweitplatzierter quasi identisch sind … hmmm …

kochbuch-vegan-jeromeNun ja, es gibt reichlich Rezepte, die mich anlachen, und so markiere ich erst einmal munter mit vielen bunten Zettelchen die zum Nachkochen auserwählten. Die Rezepte sind verteilt auf fünf Kapitel: „Vegan to go – schnell gemacht“; „Lieblingsgerichte veganisiert – Deftiges für echten Hunger“; „Wenn die Kasse knapp ist – einfach und lecker“; „Wenn Sie beeindrucken wollen – Rezepte für Party und Gäste“ und „Süße Sachen – Desserts und Gebäck für Schleckermäuler“. Ich finde das eher verwirrend als nützlich. Nicht immer ist klar, wie das Rezept gemeint ist, wie satt man werden wird oder anders gesagt: wie viel Hunger man haben sollte oder besser nicht. Da steht ein Suppenrezept zwischen Rezepten für Königsberger Klopse und Maultaschen. Weiter hinten: Möhrenspaghetti gefolgt von pikant belegten Pfannkuchen gefolgt von Dinkelspaghetti mit Zucchini. Vielfalt durch Unübersichtlichkeit? Im hinteren Drittel, etwas versteckt, eine Doppelseite mit Informationen zu „Soja & Co.“. Hier finden sich auch kurze Informationen zu Tempeh und Lupine, Rezepte mit diesen Zutaten finden sich im Buch jedoch keine. (Screenshot links: Blog von Jérôme Eckmeier)

Wider besseres Wissen mache ich mit: ich verwende Fertigbrühe statt leckerer selbstgekochter Gemüsebrühe. Als wäre dafür nicht auch noch Platz bei den Grundrezepten im hinteren Teil des Buchs gewesen, und als wäre die Herstellung so kompliziert. Aber die Grundrezepte kreisen ums Veganisieren: Béchamelsauce, Mayo, saure Sahne u.ä., eine Gewürzmischung, zwei Brotrezepte. Schade, denn Gemüsebrühe wird in den Rezepten häufig verwendet und so schmeckt es halt in der Basis immer ein bisschen zu salzig-würzig, zu ordinär. Da hilft dann auch kein Estragon im Steckrüben-Eintopf oder Aprikose im Wirsingauflauf.

So sind die Ergebnisse oft okay, mehr aber auch nicht. Einige wenige Rezepte fanden wir richtig lecker, würden sie beim nächsten Mal dennoch modifiziert nachkochen (ja, immer noch vegan!). In meinem Regal definitiv nicht unter den Top 10.

Ein Buch für die vegane Studentenküche – ein bisschen wie bei Mutti und prima Rezepte für nach der Party, wenn der Elektrolythaushalt mal wieder deftig-bodenständig aufgefüllt werden muss.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2014

Schreib' uns!

Meistgelesen

Themen A-Z