Kochbuch von Jody Vassallo & Emily Ezekiel: Asiatisch kochen

Kochbuch von Jody Vassallo & Emily Ezekiel: Asiatisch kochen ★★★★☆

Asiatisch kochen. 300 Rezepte in 1200 Fotos
Schritt für Schritt. Thailändisch, japanisch,
chinesisch, koreanisch.
Jody Vassallo & Emily Ezekiel
Fotos Deirdre Rooney
AT Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

Maria Kufeld

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Lust auf Kartoffelsalat, Schweineschnitzel und Spargel? Aber bitte Asiatisch! Kein Witz. Die neue Allzweckwaffe – wenn Wok und Reiskocher rufen – heißt „Asiatisch kochen“ und hält auf 528 Seiten neben den üblichen Verdächtigen einige Überraschungen aus der thailändischen, japanischen, chinesischen und koreanischen Küche parat.

Das nenne ich mal ein echtes Schwergewicht! Zum einen bringt das gute Stück über zwei Kilo auf die Waage, zum anderen enthält der Wälzer 300 Rezepte aus der thailändischen, japanischen, chinesischen und koreanischen Küche. Wow! Wer kommt denn auf die Idee? Eine Frau, die längst keine Unbekannte auf dem Gebiet ist und über die Jamie Oliver sagt, ihre „Rezepte kämen von Herzen“.

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Von der Autorin Jody Vassallo (links) sind bereits im AT Verlag zu den einzelnen asiatischen Länderküchen Bücher erschienen, sie schrieb mit Jane Bowring „Das große Buch der asiatischen Küche“ und ist Foodstylistin für Donna Hay. Von letzterer meint man die simple wie pfiffige Art der Rezeptkonzeption herauszulesen.

Denn mal ehrlich? Wie will man realistisch vier Länderküchen zuhause kombiniert bekommen, ohne sich einen neuen Haushaltschrank voll mit Zutaten zusammenzukaufen? Mit dem Buch gelingt das erstaunlich gut, ohne dass der Eindruck entsteht, man würde geschmacklich Kompromisse eingehen.

300 Rezepte auf 1200 Fotos

Zu Beginn gibt das Buch einen Einsteiger-Exkurs zum „Reis kochen“ und „Den Wok einbrennen“, dann geht es weiter mit den großen Kapiteln „einfach thailändisch kochen“ (126 Seiten), „einfach japanisch kochen“ (122 Seiten), „einfach chinesisch kochen“ (130 Seiten) und einfach „koreanisch kochen“ (120 Seiten), denen jeweils kurze Einführungen zu typischen Küchenutensilien des Landes vorangehen.

Was vielleicht erst mal nach zu viel Asia-Input klingt – und ja, ich wollte gefühlte 100 Rezepte auf der Stelle nachkochen – ist dank der Struktur doch übersichtlich, klar und einfach. Denn auch wer noch nicht firm ist mit der fernköstlichen Küche, bekommt mit jedem Rezept vier Bilder (insgesamt also 1200 Fotos!). In drei Schritten wird das Gericht auf der rechten Seite samt Kniffen gezeigt, links das Ergebnis.

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Und das Beste daran: Die Zubereitungszeiten schlagen jeden Lieferservice, die Zutatenlisten bleiben im einstelligen Bereich und oft verspricht das Gericht „einfach“ bis „sehr einfach“ zu sein. Was ich wirklich bestätigen kann. Einmal den Asiashop aufgesucht, hat man mit Mirin, Austernsoße und Sesamöl eine gute Basis. Oder man ist so verrückt wie ich und greift im kulinarischen Kaufrausch noch den Reiskocher und die viereckige Tamagopfanne.

Von Sushireis bis Pad Thai

Letztere wurde noch nicht getestet – aber der Reiskocher war von Tag eins im Dauereinsatz und hat mein Kochen revolutioniert, weil absolut vereinfacht. Der Sushireis gelingt darin genauso spielend wie der klassische Basmati. Und neben der optimalen Konsistenz saut man keinen Topf mehr ein und kann parallel das Essen zubereiten.

Asiatische Pasta habe ich dadurch allerdings vernachlässigt. Wobei der Soba-Nudelsalat mit Süßkartoffeln und Sojabohnen und das Pad Thai ganz oben auf der To-Cook-Liste stehen. Auch interessant, aber bisher unversucht: Die verschiedenen Tofuvariationen etwa zu lauwarmem Radieschen-Salat, gebraten mit Knoblauch und Pfeffer oder frittiert.

An diesem Übersichtswerk der asiatischen Küche guckt sich niemand so schnell satt. Die klare Struktur, die simplen Gerichte und oft zackigen Zubereitungszeiten machen einfach Spaß. Und die vierfache Länderküche potenziert sich noch durch spannende Kombinationen: Klassiker wie Bibimbap, Dim Sum, Schweinefleisch süßsauer oder Misosuppe finden sich darin genauso wieder wie bis dato unbekannte Rezepturen für selbstgemachten Zimt-Ingwer-Gin, Venusmuscheln mit Shiso und Zitronengras, Kimchi-Pancakes oder süße Rote-Bohnen-Suppe mit Reis. Als Einsteigerbuch genau das richtige, könnten Asiaexperten die Authentizität vermissen, die bei den überschaubaren Zutatenlisten womöglich ab und an vernachlässigt wird. Andererseits ist es doch aber genau das, wofür die Küche dieser Länder steht: Sie ist einfach (und) gut!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im August 2016

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