Kochbuch von Jamie Oliver: Essen ist fertig!

Kochbuch von Jamie Oliver: Essen ist fertig! ★★★★☆

Essen ist fertig! Die besten Rezepte für jeden Tag.
Jamie Oliver, David Loftus, Chris Terry
Dorling Kindersley Verlag (2005)
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Theresa Kellner

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Essen ist fertig! So klang es in Kindertagen vielversprechend aus der Küche. Im besten Fall konnte man sich dann an den gedeckten Tisch setzen und mit der Familie schlemmen. Für die Genüsse aus Jamie Olivers neuem Kochbuch „Essen ist fertig“ muss man selbst an den Herd, aber es lohnt sich!

Ich bin ihm verfallen. Ich weiß nicht mehr genau wann. Vielleicht hat es mit der Kürbissuppe mit Parmesancroutons begonnen oder mit dem unfassbar leckeren Feigensalat, seinem „sexiest salad in the world“. Ich weiß es nicht mehr und es spielt auch keine Rolle. Jamie Oliver hat mich von Anfang an überzeugt, weil seine Rezepte genau das versprechen, was mir wichtig ist. Unkomplizierte Gerichte mit der gewissen Raffinesse aus frischen, saisonalen Zutaten. Und immer umwerfend gut!

Auch sein nun schon 5. Kochbuch „Essen ist fertig!“ hat nicht umsonst den Untertitel „Die besten Rezepte für jeden Tag“. Im Englischen heißt es gar „Jamie’s Dinners. The essential family cookbook“. Und genau das soll dieses Buch sein, ein Buch für einfache, schnell zuzubereitende Rezepte mit preiswerten und leicht erhältlichen Zutaten. Ein Buch für die Lust am Kochen für Familie und Freunde – zu Hause und jeden Tag.

Als Einstieg seines 11 Kapitel und 335 Seiten starken Buches wählt Jamie die „Top Ten“ seiner Fans. Gerichte, die zu All-Time-Favourites seiner Leser geworden sind. Die Bratwurstspiralen mit Kartoffelpüree und Zwiebelsauce finden hier ebenso Platz wie Lasagne mit Kürbis, Ofenkartoffeln oder der klassische Apple Pie. Im zweiten Kapitel – „Thema mit Variationen“ – zeigt er, wie man aus Grundrezepten ganz simpel verschiedenste Gerichte zaubern kann. Pesto zum Beispiel – mit Brathuhn, Miesmuscheln, Bruschetta und Fisch. Oder Kompott. Mal verwandelt es sich in einen Crumble, mal in ein Jogurtdessert. Geht es nach Jamie, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das finde ich großartig. Im dritten Kapitel treibt er es weiter auf die Spitze und präsentiert seine „5-Minute-Wonders“. Erst hier werde ich etwas skeptisch, denn bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass für jedes Rezept Vorarbeit notwendig ist und man alles in allem wohl nicht einmal unter 20 Minuten bleibt. Jamie sei das verziehen, die Rezepte überzeugen mich trotzdem. Allen voran der Lachs mit Gemüse-Couscous.

Bevor es mit den klassischen Kapiteln „Salate, Suppen, Gemüse, Pasta, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte und Desserts“ losgeht, wagt er allerdings einen weiteren Abstecher – ein ganzes Kapitel zum Thema Sandwiches, mit Tipps und Tricks für mehr Abwechslung in der Brotbüchse. Nicht alle Rezepte sind kindertauglich, der ein oder andere Erwachsene dürfte sich aber umso mehr über ein getoastetes Brot mit Feigen, Basilikum und Parmaschinken oder über ein Räucherlachs-Sandwich mit Zitrone und Crème fraiche freuen. Und vielleicht werden kleine Esser dank Jamie ja zu den großen Feinschmeckern von morgen.

Wer bisher noch nicht ausreichend fündig geworden ist, kommt in den folgenden Kapiteln ganz auf seine Kosten. Für jeden ist etwas dabei. Mir haben es ganz besonders die Pasta-Rezepte angetan, sie sind wirklich unkompliziert und wahre Seelenschmeichler. Andere Gerichte, besonders die Fisch- und Fleischrezepte, sind etwas aufwändiger und aus meiner Sicht auch nicht unbedingt für jeden Tag geeignet, der Aufwand wird dafür aber auch belohnt!

Jamie Olivers “Essen ist fertig!” ist vielleicht nicht “the essential family cookbook”, es ist jedoch eine gelungene Hommage an die Freude am Kochen. Die große Vielfalt an Rezepten mit persönlichen Anekdoten und kleinen Tipps macht Lust aufs Kochen und Ausprobieren. Die Fotos von David Loftus tragen ihren Teil dazu bei. Jamie hat mir ein paar neue Lieblingsrezepte beschert. Aber, ganz ehrlich, ich habe auch nichts anderes erwartet.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2014

7 Kommentare

  1. Christiane

    Hallo, zu der Verwunderung über den Kuhmilch“Mozzarella „:

    wenn man an der Amalfiküste in eine Käserei geht – und dort gibt es viele- kann es passieren, dass man sehr verständnislos angeguckt wird, wenn man „Mozzarella “ verlangt, obwohl genau das in großen Mengen dort verkauft wird.
    In dieser Gegend ist Kuhmilch“Mozzarella “ Tradtion und heißt eben nicht Mozzarella sondern Fior di Latte. Da das Rezept von dort stammt, kann man davon ausgehen, dass sich Jamie Oliver tatsächlich gut auskennt. Grüße Christiane

  2. Willow-Catkin

    Hallo,

    ich habe mal wieder eins der rezepte nachgekocht, und zwar die Rigatoni mit Auberginen-Tomaten-Sauce. Wei ich es fand, könnt ihr auf Willow-Catkin lesen: http://willow-catkin.blogspot.de/2014/03/rezept-von-jamie-oliver-rigatoni-mit.html

    Gruß, Anika

  3. Stefan

    Das ist eine sehr schöne Rezension. Offen bleibt für mich aber, was zu einer Fünfsternebewertung eigentlich gefehlt hat – ich finde in der Rezension absolut nichts Negatives, aber sehr viel Lob, ja geradezu Begeisterung. Und mal ehrlich: wie viele Kochbücher gibt es, die einem gleich mehrere Lieblingsrezepte bescheren?

    • Katharina

      Dank Dir, Stefan, für das Kompliment. Ich erläutere gerne – 5 Sterne, das ist für uns ein Buch, das überrascht und Verzückung auslöst. Das ist für Jamie natürlich schwer, weil er seinem Konzept und Stil treu bleibt. Aber sieh‘ es so – unsere 4 Sterne („macht zufrieden“) sind absolut als Empfehlung anzusehen. Zufriedenheit ist ein unterschätztes Kompliment, glaube ich. Es sind die Bücher, die man gerne hat und nicht mehr hergibt, aber nicht die, von denen man der Freundin aufgeregt erzählt iSv „Wow, das ist einfach genial.“

  4. bootsy10@gmx.de

    Das Kochbuch ist schon 2005 erschienen, also nicht wirklich neu

    • Katharina

      Oh, das ist uns selbstverständlich bekannt. Wir stellen hier auch Bücher vor, die schon länger im Regal stehen, auf die man immer wieder zurückgreift. Ich finde, ein gutes Kochbuch und erst recht seine Rezepte sind alterlos.

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