Kochbuch von Heike & Stefan Leistner: Asia Street Bowls

Kochbuch von Heike & Stefan Leistner: Asia Street Bowls ★★★★★

Asia Street Bowls – Authentische Suppen
und Brühen aus fünf asiatischen Ländern

Heike & Stefan Leistner
Neuer Umschau Buchverlag (2017)
Mehr über den Verlag

Julia Eckl-Dorna

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Wer gerne Neues entdeckt und sich mit dem Ehepaar Leistner auf eine kulinarische Reise von Seoul bis Kuala Lumpur einlässt, wird mit außergewöhnlich schmeckenden One-Pot-Gerichten belohnt. Und ganz nebenbei wecken die Fotos der Fischmärkte und Städte auch die Lust, nicht nur kulinarisch mehr von Asien zu entdecken. Ein Buch für Fans asiatischer Vielschichtigkeit – und Neugierige, die es werden wollen!

Heike (Foto unten) und Stefan Leistner sind in der Foodblog-Welt keine Unbekannten, und der vorliegende Titel, „Asia Street Bowls“, ist bereits ihr zweites aus dem Blog entstandenes Buch. Für ihr erstes, „Asia Street Food“, erhielten sie die Auszeichnung „Best in the World“ in der Kategorie Streetfood des Gourmand Cookbook Awards 2016. Wie sie Valentinas Kochbuch in einem Interview verrieten, sind sie bei einer Reise nach Hanoi der vietnamesischen Küche verfallen und bereisen seitdem häufig Südostasien, wovon sie im vorliegenden Buch fünf Länderküchen vorstellen.

Enthusiastisch, ohne aufdringlich zu sein

Was bereits beim Durchblättern positiv auffällt ist: Die Autoren bringen dem Hobbykoch mit viel Enthusiasmus und reich bebildert die Küche wie auch die Kultur Asiens näher, halten sich selbst als Personen jedoch im Hintergrund (was bei Bloggern nicht immer der Fall ist).

Bowls sind ja zurzeit stark in Mode und die Menge an Büchern zu dem Thema ist schwer überschaubar. Auch hier hebt sich das Buch angenehm von der breiten Masse ab, indem es die Authentizität der Speisen und die vielfältigen Aromen der asiatischen Küche in den Vordergrund stellt. Den Geschmack der Suppen nur „umami“ zu nennen, wäre viel zu wenig – sie sind geschmacklich komplexe und vielschichtige Suppen, die einfach rundum zufrieden machen.

Kochleidenschaft verbunden mit Reiselust

Als Reiseorte stehen im Inhaltsverzeichnis Seoul, Taipeh, Hanoi, Bangkok und Yangon zur Auswahl. Ich entscheide mich dafür, meine Entdeckungen in Seoul mit einem „Hot Pot mit Pilzen und Tofu“ zu beginnen – und bin von der geschmacklichen Ausgewogenheit begeistert. Dies ist überhaupt für mich die große Stärke des Kochbuchs: Die Rezepte mögen nicht immer einfach sein, aber das geschmackliche Erlebnis ist ausnahmslos nicht nur zufriedenstellend, sondern perfekt.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert, die Rezeptbeschreibungen sind so exakt, dass wirklich nicht schiefgehen kann. Neben Kurzartikeln über Hanoi oder Bangkoks Hauptschlagader gibt es auch zu jedem Gericht eine kurze Einführung, die Einblick in die Kultur des jeweiligen Landes gibt und auch mein Herz in Bezug auf Reiselust höherschlagen lässt.

Nur Zeitangaben sind zu den Rezepten keine zu finden. Im Zeitaufwand liegt auch der einzige Grund, warum meine Familie in den letzten Wochen nicht jeden Abend asiatische Street Bowls bekommen hat – der vielfältige Geschmack hat seinen (zeitlichen) Preis. Bei den wenigsten Rezepten kommt man unter 3 Stunden weg, wenn man den zeitlichen Aufwand für das Kochen der Grundbrühe auch noch dazurechnet. Dafür ist dann am Tisch zunächst helle Begeisterung gefolgt von zufriedenem Schweigen.

Vor dem Kochen ist auch bei gut sortiertem Gewürzschrank der Besuch eines asiatischen Supermarkts zu empfehlen, einige der Zutaten sind ausgefallen. Was mir im Buch fehlt ist ein Glossar und eine Beschreibung der häufigsten Zutaten – die Autoren verweisen hier auf ihren Foodblog, allerdings möchte ich beim Rezepteschmökern nicht ständig mein Handy befragen.

One-Pot-Gerichte von Seoul bis Kuala Lumpur

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Die Bandbreite der Speisen reicht von Rind- über Hühner- und Schweinefleischrezepte bis hin zu zahlreichen Bowls mit Meeresfrüchten. Vegetarische Rezepte sind eher selten, Fleischtiger kommen bei Gerichten wie der Wonton-Suppe mit gegrilltem Schweinebauch auf ihre Rechnung. Neben den „klassischen“ Suppenrezepten werden auch kalte Suppen für heiße Tage präsentiert, die ich im nächsten Sommer sicher als Alternative zu Gazpacho oder geeister Gurkensuppe probieren werde. Auch Reis-Congee als asiatischer Frühstücksklassiker ist sicher einmal einen Versuch wert. Es bleibt also noch viel auszuprobieren.

Wer asiatisches One-Pot-Essen schätzt und ein wenig Aufwand nicht scheut, wird von den Rezepten begeistert sein. Ein Buch, das sich in seiner Schlichtheit und in seinem Enthusiasmus für die authentische asiatische Küche angenehm von der breiten Masse an Bowl-Kochbüchern abhebt und in meiner Küche noch viel in Verwendung sein wird.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2018

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