Kochbuch von Gabriele Gugetzer: Frozen Sweets

Kochbuch von Gabriele Gugetzer: Frozen Sweets ★★★★☆

Frozen Sweets –
Sorbets, Parfaits & Eisdesserts
Gabriele Gugetzer
Fotos Tanja Bischof
BLV Buchverlag (2015)

Isabel Geigenberger

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Phantasievolle Dessertkreationen mit selbstgemachten Eis, ob flüssig oder gebacken. Eine hübsche Inspiration für heiße Sommertage, kein Basiswerk für zukünftige Gelatai.

Auch ohne Eismaschine eine Menge kalter Köstlichkeiten verspricht uns Gabriele Gugetzer in ihrem Werk „Frozen Sweets“. Granitas & Sorbets, Semifreddi & Sundaes, Eisdesserts mit & ohne Gebäck, Ice-Pops & Eispralinen, Eisgetränke, Eiscremes lauten die Kapitel. Der Schwerpunkt des Buches liegt nicht in der Herstellung verschiedener Eiscremes, sondern in der Kombination der Eissorten mit Gebäck, dem Anrichten als Eisbecher oder der Kombination mit Getränken. Die Fotos sind mit Liebe zum Detail gestaltet. Sympathisch finde ich, dass sie Inspirationen zum Dekorieren geben, ohne dass daraus im Rezept großes Bohei gemacht würde. Insgesamt wird das Werk aufgrund seiner eher konventionellen Aufmachung (Farb- und Schriftgestaltung) zwar keinen Design-Preis gewinnen, doch die Desserts kommen gut zur Geltung.

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Ein Schwerpunkt: Eis & Gebäck

Den Anfang machen die Sorbets, bei denen zumeist pürierte Früchte mit etwas Zucker und Zitrone oder Alkohol zu der bekannt erfrischenden kristallinen Konsistenz gebracht werden. Hat man das Prinzip einmal verstanden, ist das eine schöne Möglichkeit, auch freihändig leicht überreife Früchte zu verarbeiten. Bei den Semifreddi wird’s gehaltvoll, Sahne, Eier, Crème double oder auch Mascarpone, manchmal Nougat verhelfen der in einer Form gefrorenen Masse zu Cremigkeit.

Hier beginnen auch die Kombinationen mit Gebäck, mal mit selbst gebackenen Pflaumenmuffins, mal mit Löffelbiskuit. Dazu gesellt sich eine Handvoll Sundae-Vorschläge. Sundae versteht Frau Gugetzer (Foto links) als amerikanische Variante unseres Eisbechers. So finden sich die Kombination von Bananeneis mit gerösteten und gesalzenen Erdnüssen mit weißer Schokoladensauce oder eine Fruchteisvariation mit knusprig gebratenen Haferflocken.

Den größten Teil nimmt das Kapitel Eisdesserts mit & ohne Gebäck ein. Dazu zählt zum Beispiel eine spektakuläre Kreation wie „Baked Alaska“, bei der auf einem Biskuitbödchen eine Kugel Eis in Eischnee gehüllt, tiefgefroren und anschließend gebacken wird, so dass sich am Ende schmelzendes Eis unter der Meringue-Haube befindet. Aber auch Eis-Sandwiches, Éclairs, Waffeln oder Crêpes in Kombination mit Eiscreme.

kochbuch-frozen-sweets-gabriele-gugetzer-inside-valentinasSehr interessant: Ice-Pops, Eispralinen & Getränke

Nette Spielereien finden sich bei den Ice-Pops (also Eis am Stiel) und Eispralinen. Grundprinzip: Eis in Form bringen und Schokolade darüber hart werden lassen. Unter den sechs Rezepten für Eisgetränke finden sich vom klassischen Eiskaffee über verschiedene Shakes auch Ice-Teas oder ein Mango-Shot. Die Eiscremes, die die Basis für viele Rezepte bilden, finden sich ganz am Ende, darunter klassische Milch- und Fruchteisvarianten, aber auch üppigere Kreationen wie ein Bananeneis mit Chocolate chips.

Mit und ohne Eismaschine

Das Buch verspricht ausdrücklich kalte Gaumenfreuden auch ohne Eismaschine. Nun bin ich seit kurzem in Besitz eben einer solchen und wollte die natürlich auch zum Einsatz bringen, so dass ich die jeweiligen Massen von meinem Maschinchen rühren, und sie nicht – wie die Alternative lautet – in einem flachen Behälter im Tiefkühlfach ließ, um immer wieder umzurühren. Tatsächlich spricht die Physik dagegen, dass die beiden Methoden zum gleichen Ergebnis führen würden. Das kontinuierliche Rühren sorgt einfach für kleinere Eiskristalle und damit für eine schmelzend-cremige Konsistenz.

Vermutlich greift Frau Gugetzer bei den Eiscremes gern zu eher gehaltvollen Sahne-Ei-Massen, um auch ohne Eismaschine eine gute Eisstruktur zu erhalten. Meine Erfahrung mit den Rezepten war gut, alles ist gelungen. Ich persönlich suche aber mehr Infos zu den verschiedenen Eismassen – cremige Üppigkeit gegen erfrischende Leichtigkeit – und die Möglichkeiten, damit zu spielen.

Da der Schwerpunkt im Kreieren von Desserts liegt, könnte das Buch auch interessant für den einen oder anderen sein, der nur begrenzten Ehrgeiz zur Eisherstellung hat, aber die vorgeschlagenen Kreationen mit gekauftem Eis zubereiten möchte. Für die Lakto-Phoben gibt Frau Gugetzer den Hinweis, dass sie selbst alle Rezepte mit laktosefreier Milch und Sahne ohne Probleme hergestellt hat.

Ein hübsches Büchlein mit Inspirationen für eisbasierte Desserts – keine Bibel für die ersten Eismach-Schritte.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juli 2016

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