Kochbuch von Fordham & Cruz: Fiesta Mexicana

Kochbuch von Fordham & Cruz: Fiesta Mexicana ★★★☆☆

Fiesta Mexicana 

Die besten Rezepte für Burritos, Ensaladas, Tacos und Salsas
Ben Fordham, Felipe Fuentes Cruz, Fotos Peter Cassidy
Christian Verlag (2013)
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Sabine Cikic

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Ein Buch für Neulinge, die sich an die mexikanische Küche rantrauen wollen, auf jeden Fall. Eine sehr gelungene und farbenfrohe Aufmachung. Aber leider wenig Neues für Fans.

„Fiesta, Fiesta Mexicana“ höre ich eine Stimme in meinem Kopf singen. Unglaublich, was ein Buchtitel vermag, denn an diesen Hit von Rex Gildo aus den frühen 70er Jahren habe ich sicher nicht ein einziges Mal in den letzten 30 Jahren gedacht… Hossa! Wie es zum Titel passt, sind die Seiten bunt und fröhlich gestaltet. Die appetitanregenden Fotos machen Lust, am besten gleich mehrere Gerichte gleichzeitig zu kochen, ein paar Freunde einzuladen, Tequila auf den Tisch und los geht’s.

Ganz so turbulent wird es dann doch nicht, aber mehrere Rezepte auf einmal nachkochen, das passiert schon, und das sollte man auch. Zum einen will man(n) ja satt werden und nicht alle Rezepte funktionieren da für sich allein, zum anderen bedingen sie sich oft gegenseitig. Die typischen und wichtigen Zutaten werden auf zwei Seiten knapp erläutert, dann geht es auch schon los. Snacks & Vorspeisen, Suppen & Salate, Hauptgerichte, Beilagen, Salsas, Desserts und Getränke, am Ende noch Hinweise zu Bezugsquellen.

Avocadosalsa-fordham

Abwechslungsreiche Küche – öh …

So abwechslungsreich und vielfältig die Auswahl der Rezepte zunächst scheint – sie ist es nicht. Wir mögen Tacos, erst recht, wenn die Tortillas selbst hergestellt werden, wofür ein Rezept vorhanden ist. Aber es ist doch immer das gleiche Baukastenprinzip: Tortilla, Protein, Pico de gallo und Sauerrahm oder Chipotle-Mayonnaise. Lecker, alle Varianten, und auch praktisch, wenn man die Chipotle-Mayonnaise dann im Kühlschrank vorrätig hat. Aber auch ein bisschen an den Asia-Imbiss erinnernd mit seinen zahlreichen „Gebratene Nudeln mit…“-Gerichten. Burritos werden im Untertitel angekündigt, aber wenn mir die besten Rezepte für Burritos versprochen werden, erwarte ich mehr als zwei (wovon eines ein Dessert ist). Die meisten Hauptgerichte sind sehr deftig-fleischlastig und konnten uns im Sommer nicht verlocken. Wieso müssen von drei Suppen zwei Hühnersuppen sein?

Ich studiere Klimatabellen aus verschiedenen Regionen Mexikos und kann mir gut vorstellen, dass die Mexikaner es nicht so mit den Jahreszeiten haben. Klar schwanken die Temperaturen im Jahresverlauf, aber längst nicht so dramatisch wie in hiesigen Breiten. Vielleicht erklärt das, warum im Buch da nicht so viel Wert darauf gelegt wird, auf der einen Seite noch Hibiskuswasser für heiße Tage, auf der nächsten schon heiße Schokolade und Zimtkaffee.

Die Mission der Autoren

Oh, und es fällt übrigens durchaus auf, wenn Hintergrundfotos mehrfach verwendet werden, wie auf den Seiten 40 und 66 geschehen, vielleicht ist das ja aber auch einfach ein Versehen. Die beiden Autoren des Buches haben 2008 in London ein Restaurant mit Bar gegründet und betreiben mittlerweile vier Filialen. Immer wieder wird im Buch betont, wie wichtig ihnen ihre Mission ist, uns ahnungslosen Europäern (meine Worte) ihre „wunderbaren Geschmackserlebnisse“ zu kredenzen. Aber: so ahnungslos sind wir leider auch nicht mehr (und damit eben auch ein bisschen anspruchsvoller), und: speziell in London kann die Konkurrenz das besser.

„Fiesta Mexicana“ ist ein schönes und geeignetes Buch für absolute Anfänger der mexikanischen Küche. Die tolle Gestaltung soll hier noch einmal ausdrücklich gelobt werden, sie macht wirklich richtig Spaß! Für alle anderen bietet das Buch leider (zu) wenig Neues.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im November 2013

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