Kochbuch von Florian Löwer: Süßes aus der Kräuterküche: Kuchen, Desserts und andere Köstlichkeiten

Kochbuch von Florian Löwer: Süßes aus der Kräuterküche: Kuchen, Desserts und andere Köstlichkeiten ★★★★☆

Süßes aus der Kräuterküche:
Kuchen, Desserts und andere Köstlichkeiten

Florian Löwer, Fotos Mathias Neubauer
Styria Verlag (2014)
Mehr über den Verlag

Patricia Rahemipour

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

„Süßes aus der Kräuterküche“ von Florian Löwer fängt den Sommer ein. Kräuter und Süßes sind keine unbekannte Kombination mehr. Dem Konditor Löwer gelingt es, diese Verbindung ambitioniert und stilsicher umzusetzen, ohne in Schnickschnack abzugleiten. Ganz nach meinem Geschmack.

Eigentlich gehöre ich nicht zu den Menschen, die Kochbücher mit in den Urlaub nehmen. Viel eher fröne ich meiner ausgeprägten Faulheit und versuche mich im Urlaub rundum verwöhnen zu lassen, idealerweise von Menschen, die etwas vom Kochen verstehen.

Diesmal war jedoch alles anders. Die Zeit bis zu den großen Ferien verflog in ungekannter Geschwindigkeit und der Urlaubsplan besagte lediglich: Wir fahren nach Süden und dann sehen wir weiter. Gelandet sind wir in Italien. An seinen wunderschönen Oberitalienischen Seen begann ich, mich meinem Mitbringsel aus Deutschland zu widmen.

Florian Löwers „Süßes aus der Kräuterküche“ hat mich nicht auf den ersten Blick für sich eingenommen. Ich bin nicht so der Typ fürs Süße. Umso mehr aber der Typ für Kräuter, und dieser spezielle Fokus hat mich wiederum gereizt.

kochbuch-florian-loewer-suesses-aus-der-kraeuterkueche-valentinas-insideDie Idee des Bändchens ist konsequent und wirklich hübsch umgesetzt. Folgerichtig gliedern sich die Kapitel nach Kräutern. Zu jedem einzelnen gibt es ein ansprechendes Zitat und eine kurze Information zum vorgestellten Kraut. Da finden sich Lavendel, Rosmarin oder Minze und Basilikum – allesamt übliche Verdächtige auf der Liste der Dessertwürze. Verveine, Geranien oder exotische Vertreter wie Zitronengras und Koriander klangen da schon ungewöhnlicher und machten mich neugierig, ob das Versprechen der Einleitung, „dass der Kräuter-Konditorkünstler Florian Löwe staunen machen würde“, gehalten werden könnte.

Es konnte. Mein anfängliches Vorhaben, von jedem Kapitel ein Rezept auszuprobieren, wurde schon bald von der Lust auf mehr über den Haufen geworfen. Noch in Italien wurden ein paar einfache Getränke und Rezepte mit Genuss verspeist. Mehr versprach die Rückkehr in heimische Gefilde. Nicht nur, dass es einen Ofen und eine gut ausgestattete Küche für mehr brauchte, auch Kräuter kann man nicht beliebig und überall beschaffen. Und Herr Löwe hatte definitiv andere Sorgen als sich zu fragen, wo seine Leser wohl frischen Waldmeister herkriegen könnten.

Doch ich war gut vorbereitet. Man kann zwar nicht behaupten, ich hätte mir anlässlich dieser Rezension extra einen Garten angeschafft, aber dass ich stolze Gartenbesitzerin bin, hat definitiv nicht geschadet. Denn: Es sei jedem, der dieses Buch zur Hand nimmt, an Herz gelegt, erst einen gut ausgestatteten Kräuterbalkon anzulegen. Das braucht es nicht für jedes Rezept, aber man bekommt einfach Lust auf mehr.

Da sind diese Rezepte. Man wird hier einfach fündig. Der schnelle Sandkuchen mit Zitronenmelisse ist sicher ein zukünftiger Klassiker bei uns. Oder es ist ein raffiniertes Mitbringsel wie der Rosengeranienzucker. Wahnsinn ist auch der Lorbeer-Kaffee-Schokoladenaufstrich. Die Liste könnte noch lang geführt werden. Da ist aber auch die Anleitung zu den Rezepten. Klar, strukturiert und genau nach meinem Geschmack. Werte und Zeiten die stimmen, was will man mehr. Und nicht zuletzt ist da der Anhang des Buches mit den Grundrezepten. Denn wenn einmal die Lust an Kräutern geweckt ist, findet man hier die Grundlagen für künftige Kreationen. Und kann den Sommer noch etwas verlängern. Das ist doch was, oder?

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im April 2015

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