Kochbuch von Eva Derndorfer & Elisabeth Fischer: Alkoholfreie Drinks

Kochbuch von Eva Derndorfer & Elisabeth Fischer: Alkoholfreie Drinks ★★★★☆

Alkoholfreie Drinks. Die perfekten
Begleiter von Frühstück bis Dinner
Eva Derndorfer & Elisabeth Fischer
Fotos Eisenhut & Mayer
Brandstätter Verlag (2016)
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Maria Kufeld

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Ein Titel, der neugierig macht: „Alkoholfreie Drinks – Die perfekten Begleiter von Frühstück bis Dinner“. Dabei spart man im Gegensatz zur klassischen Speisebegleitung ordentlich Kalorien und kann als Gastgeber endlich spannende Alkoholalternativen anbieten jenseits von Apfelschorle, Tee und Brause.

Ich muss gestehen: Auf dem Getränkegebiet war ich bisher „Koch“-Anfänger. Ich habe mich im Winter zwar mal an einem Glögg versucht, im Sommer an einer Bowle. Zwischendurch ein paar Cocktails. Aber was fällt da schon auf? Richtig – es handelt sich ausschließlich um Versuche mit Alkohol. Aber warum nicht mal auf selbstgemachte Drinks setzen, die ohne auskommen?

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Dachten sich auch Eva Derndorfer (auf dem Foto links) und Elisabeth Fischer (rechts), die sagen: „Zu einem guten Essen gehören gute Drinks. Und diese müssen nicht immer mit Promille sein.“ Also tat sich die Köchin und Kochbuchautorin (Fischer) mit der Ernährungswissenschaftlerin (Derndorfer), die gleichzeitig Tee- und Käsesommelière ist, zusammen. Für ihr gemeinsames Buchprojekt haben sie 100 gesunde Alternativen zu Wein, Bier und Co. entwickelt. Drei Jahre lang!

Unterteilt ist ihr Buch in „Erfrischende Drinks“, „Lust-auf-Natur-Drinks“, „Festliche Dinner-Drinks“, „Dessert-Drinks“, „Pionier-Drinks“ und last but not least die allseits beliebten „Smoothies“. Ergänzt werden die Rezepte durch Wissenswertes zu Tees, Gewürzen, Traubensorten, Kokosmilch & Kokoswasser und „Geniale Drinks zu Käse“. Außerdem präsentieren sie als Extra Siruprezepte und „Flüssige Geschenke hausgemacht“.

Sensoriktabelle mit 18 Kategorien

Als Orientierungshilfe für das gesamte Buch stellen sie den Rezepten noch ein eigenes Kapitel zur Sensorik voran, das mit einer 18-Kategorien-Tabelle (wie herb, blumig, holzig, prickelnd) endet und einen Überblick gibt. Zu jedem Drink verraten Piktogramme außerdem das optimale Glas.

Klingt recht aufwendig für die Kategorie „Alkoholfreie Getränke“. Erweist sich aber in der Praxis als hilfreiche und interessante Zusatzinfo. Das Schöne an den Drinks ist nämlich, dass sie mit wenigen Zutaten aber spannenden Kombinationen wirklich Lust machen sie auszuprobieren. Zumal viele als Minutendrinks ausgewiesen sind, für die man genauso lange braucht, „wie das Heraufholen einer Flasche Wein aus dem Keller.“

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Schwarzwälder-Kirsch oder Cranberry-Ahorn-Kümmel?

Ich habe mich zunächst an naheliegenden Rezepten versucht wie dem schnellen Ananas-Avocado-Smoothie und Granatapfel-Kirschsaft. Die in sich stimmig waren, aber geschmacklich keine allzu großen Überraschungen. Neugieriger war ich da auf die flüssige Version des Schwarzwälder-Kirsch-Kokosvergnügens und den Traubensaft mit Rosmarinsud. Da kommt einem dann wirklich weinvergleichendes Vokabular wie „Abgang“ und „Körper“ über die Lippen.

Vielleicht auch bei den herzhaften und exotischen Kombis wie dem Rote-Rüben-Meerettich-Drink mit Tahin oder Cranberry-Ahorn-Kümmel-Drink, die beide von mir allerdings bisher unversucht blieben. Zeitnah versuche ich mich wohl auch an der Mangoweißen mit alkoholfreiem Bier (Banane fand ich immer komisch) und dem Sauerkraut-Apfel-Drink mit Vanille.

Da ich persönlich Tomaten- und Rote-Bete-Saft liebe, hätte es aus der Sparte ruhig mehr sein dürfen. In der Sensoriktabelle stehen lediglich drei Getränke in der Salzig-Spalte. Auch bei Flüssigem wie aromatisiertem Soda, Bowle oder Fermentiertem à la Kombucha sitzt man weitgehend auf dem Trockenen. Sicherlich Geschmackssache. Einen Klassiker habe ich in dem Buch allerdings ungelesen vorausgesetzt und nicht gefunden: selbstgemachte Zitronenlimonade.

Es handelt sich um ein wunderhübsch aufgemachtes Buch, in dem die Liebe zum Detail und Drinks deutlich wird. Saisonale Zutaten bringen Frische und Abwechslung ins Glas. Die ausführlichen Tipps zum Foodpairing jedes einzelnen Rezeptes und dessen Wirkung runden das Ganze ab. Bei den Drink-Typen hätten die Autorinnen für meinen Geschmack allerdings noch bunter sein dürfen. Gemüsesäfte, Wässer und Limos finden nur punktuell statt. Fruchtsäfte, Sirupe und Milch dominieren auf 176 Seiten die Rezepturen, die  schmecken. Denn das Schöne an den ausbalancierten Variationen ist: Man kann seine Gäste und sich damit maßlos, weil promillefrei verwöhnen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2016

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