Kochbuch von Eleanor Ozich: Rezepte zum Glücklichsein. Glutenfrei kochen mit Eleanor

Kochbuch von Eleanor Ozich: Rezepte zum Glücklichsein. Glutenfrei kochen mit Eleanor ★★★★☆

Rezepte zum Glücklichsein
Glutenfrei kochen mit Eleanor

Eleanor Ozich
Knesebeck Verlag (2015)

Theresa Kellner

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Rezepte müssen heute so viel können. Schlank machen. Gesund machen. Fit machen. Kochbücher werden zu einem Potpourri voller Versprechungen – immer nach dem Motto schneller, besser, gesünder. Wie schön, wenn sich ein Kochbuch zur Abwechslung einmal auf das Wesentliche konzentriert: „Rezepte zum Glücklichsein“.

Bevor mir das Kochbuch Rezepte zum Glücklichsein durch Valentinas über den Weg gelaufen ist, hatte ich den Namen Eleanor Ozich noch nie gehört. Und bis heute ist mir schleierhaft, wie das passieren konnte.

Ozich ist Foodbloggerin. Ihren Blog Petite Kitchen betreibt sie seit 2012 und er zählt allein auf Facebook mehr als 44.000 Fans. Wie konnte mir diese Blogperle mit zauberhaften Fotos und appetitlichen Rezepten nur entgehen, wo ich mich doch täglich auf unzähligen Foodblogs herumtreibe?

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Gluten – der Ruf ist hin

Rezepte zum Glücklichsein ist nicht gerade das Paradebeispiel für einen aufklärenden Titel. Zwar ist es genau das, was wir uns von Rezepten und Kochbüchern erhoffen, ein bisschen Glück auf dem Teller. Aber für die Neuseeländerin (links ein Foto von ihr) bedeutet es etwas anderes, nämlich privates Glück durch glutenfreie Ernährung. Die Autorin verhalf damit der kleinen Tochter zur Heilung einer Hautkrankheit und der ganzen Familie zu neuer Energie, scheibt sie.

Wie Cholesterin vor einigen Jahren ist es heute Gluten, das einen schlechten Ruf genießt und der geht weit über tatsächliche Unverträglichkeiten hinaus. Begonnen hast das in den USA, nun rennt es bei gesundheitsbewussten Europäern offene Türe ein. Eleanor Ozichs Buch trifft den Zeitgeist, aber nicht nur wegen des Themas.

Wenn Verzicht Möglichkeiten erst sichtbar macht

Glutenfreie Ernährung impliziert den Verzicht, eine Diät. Schließlich ist das Klebereiweiß Bestandteil vieler Getreidesorten und somit enthalten in Brot, Nudeln und anderen Teigwaren, die unsere Küche nachhaltig prägen. In diesem Buch folgt dem Weglassen derselben aber nicht der Mangel – das ist das Besondere. Es ist der kulinarische Aspekt, der Neugierde entfacht, weil er den Fokus auf den Reichtum an Möglichkeiten lenkt.

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Bei Gerichten wie Frittata mit karamellisierten Schalotten, Kokosnuss-Crêpes mit Banane und Ahornsirup, Artischocken-Bohnen-Salat mit gerösteten Pinienkernen oder Burgern mit Portobello-Pilzen und Linsen stellt es sich tatsächlich beim Nachkochen ein, das Glück auf dem Teller, kann ich berichten.

In den acht Kapiteln kommen besonders Liebhaberinnen des Süßen auf ihre Kosten. Neben Frühstück, Leichten Gerichten, Hauptgerichten, Getränken und Grundrezepten widmet Ozich gleich zwei Kapitel – Desserts und Süßen Verführern – dieser Seite des Lebens mit Rezepten wie würzige Orangen-Schoko-Mousse oder Zitronen-Kokos-Trüffel. Mmh.

Mitgedacht!

Die Gerichte waren für mich leicht umsetzbar und gut in den Alltag zu integrieren. Kleine Vermerke weisen darauf hin, ob das Gericht vegetarisch, vegan oder laktosefrei ist, wie sich Variationen umsetzen lassen oder ob etwas mehr Vorbereitungszeit eingeplant werden muss – alles sehr praktisch.

Die vegetarischen Rezepte überwiegen, was mir gut gefällt. Aber Gerichte wie Hähnchen mit Honig, Zitrone und Lavendel oder Cassoulet vom Schwein mit Apfel und Salbei berücksichtigen auch die Herzen der Fleischesser. Sie sind alle eingefangen mithilfe wunderschöner Fotos.

„Rezepte zum Glücklichsein“ ist eine Ode an einfaches, gutes Essen und das glutenfrei. Für jede Jahreszeit und Gelegenheit finden sich reizvolle Rezepte aus vollwertigen Zutaten, die einen spannenden Blick über den kulinarischen Tellerrand bieten, eben auch aromatisch. Ein Buch, das meinen Appetit weckte und den gesundheitlichen Aspekt glutenfreier Ernährung zu einem entspannten Begleiter macht.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juli 2015

2 Kommentare

  1. Britta

    Die Rezepte klingen lecker und werden sicherlich nachgekocht werden. Aber es bleibt die Frage, warum es gesund ist, sich glutfrei zu ernähren, wenn man keine Allergie hat? Das leuchtet absolut nicht ein….

    • Theresa

      Liebe Britta, das freut mich, das dir die Rezepte Lust aufs Nachkochen machen! Es lohnt sich sehr! Die Frage, ob es Sinn macht auf Gluten in der eigenen Ernährung zu verzichten, muss jeder für sich selbst entscheiden. Grundsätzlich kann man sagen, dass Gluten in der ursprünglichen Variante nichts Schlechtes ist, nur die heutige vor allem in Weizen vorkommende Variante als stark überzüchtet gilt und so z.B. die Verdauung erschweren kann. Am besten auf den eigenen Körper hören, der weiß am besten, was einem gut tut. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Theresa

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