Kochbuch von Donna Hay: Meine Kochschule

Kochbuch von Donna Hay: Meine Kochschule ★★★★☆

Meine Kochschule: 180 Rezepte, die sicher gelingen
Donna Hay, Fotos C. Court
AT Verlag, www.donnahay.com (2012)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Das erste Mal hat seine ganz eigene Spannung. Vor allem wenn das Objekt Soufflé, Steak oder Brot heißt. Ich erinnere mich gut daran. Vor allem an die Fragen. Soll das jetzt so sein? Ist der Teig nicht zu feucht, das Eiweiß zu schlaff und das Steak nicht zu kurz in der Pfanne? Schön, wenn ein Kochbuch mit präziser und inspirierender Weisheit begleitet.

Anne aus Friedrichshafen, Frieda aus Berlin und Laura aus Schöneck, bloggt auf Chucakes, haben sich Donna Hays Kochschule für uns anvertraut. Elf Rezepte haben sie nach gekocht. Zwei wurden sogar doppelt unter die Lupe genommen. Und das sind ihre Antworten:

Wie lange kochst Du schon und wie benutzt Du Kochbücher?

HayAktiv koche ich seit etwa 3 Jahren. Vorher hat mein Mann das Regiment in der Küche geführt und mir lediglich das Erhitzen von div. Speisen anvertraut. Inzwischen habe ich begonnen, mir Basics mit Hilfe von Kochbüchern und –magazinen anzueignen. Ich halte mich(noch ?) sehr akribisch an die Vorgaben. Umso wichtiger ist es für mich, verlässliche Rezeptangaben zu haben. Inzwischen habe ich eine regelrechte Leidenschaft für Kochbücher (und-blogs) entwickelt – blättere, lese, und stöbere auf dem Weg, das für mich recht neue Terrain zu erobern.

HayIch habe als 13-Jährige angefangen, Kuchen, Torten und Kekse zu backen. Seit einigen Monaten versuche ich mich auch am Herd. Meistens stammen die Rezepte von Food-Blogs aus dem Internet, denn ich besitze nur ein einziges Kochbuch.

HaySo richtig kann ich eigentlich gar nicht sagen seit wann ich koche. Ich glaube ich hatte diese Leidenschaft schon immer in mir und ich durfte schon früh meiner Mama in der Küche beim braten, brutzeln und vor allem backen zur Hand gehen. Ein schleichender Prozess, vom ersten Geburtstagskuchen über das erste Verwöhn-Dinner für meine Eltern bis zu meinen heutigen kreativen Versuchen in der Küche.
Wobei so kreativ bin ich eigentlich gar nicht, zumindest nicht, was die Nutzung von Kochbüchern angeht. Ich stöbere sehr gerne in ihnen und wenn mich ein Rezept anlacht und sich eine nette Gelegenheit findet, wird es nachgekocht. Wobei ich meist schon beim ersten Kochen das Rezept nach meinen Vorstellungen umgestalte. Kochbücher sind also Lektüre und Inspiration aber niemals ein Gesetz an das man sich halten muss.

Zum Kochbuch: Was waren Deine ersten Eindrücke?

HayAls ich das Buch zum ersten Mal in der Buchhandlung liegen sah, habe ich sofort danach gegriffen. Die wunderbar schnörkellosen Fotos, das ansprechende Layout und die übersichtliche Gliederung sind genau das, was ich mir von Kochbüchern wünsche. Durch das flexible Cover liegt das Buch trotz seiner Größe gut in der Hand und lässt sich angenehm blättern. Sehr ansprechend !

HayBeim ersten Blättern weiß ich, dass ich mich mit dem klar strukturierten Aufbau (Schritt 1 – Schritt n) schnell anfreunden werde. Die schlichten Fotos sprechen mich sofort an. Nur warum ein Buch, das Meine Kochschule heißt, zur Hälfte aus Backrezepten besteht, verstehe ich nicht, soll mich aber nicht weiter stören. Allerdings beinhalten viele Rezepte Fleisch, während Gemüse kaum eine Rolle spielt. Nichtsdestotrotz war das Buch bald mit bunten Klebezetteln gespickt, was ich nachkochen wollte.

HayDas Buch ist sehr schön gestaltet. Ich mag das schnörkellose Design, die wunderschönen Bilder zu den Rezepten und die klare Linie, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Rezepte sind gut beschrieben und leicht verständlich. Also auch für Kochanfänger bestens geeignet. Sehr gefallen haben mir auch die kleinen Tipps zu den Rezepten, die teilweise wirklich hilfreich sind und die Zubereitung erleichtern. Zudem werden neben den klassischen Rezepten teilweise 4 Variationsmöglichkeiten geboten, die den Speiseplan abwechslungsreich gestalten. Alles in allem hatte ich also einen sehr positiven ersten Eindruck von dem Kochbuch.

Welche Rezepte hast Du ausprobiert und wie fandest Du sie?

HayFrittata mit Spargeln, Kartoffeln und Ziegenkäse
Es hat super gut geschmeckt. Allerdings ist die im Rezept empfohlene Form mit 1 ½ l Inhalt zu klein. Die Kartoffel – Spargelmischung stapelte sich, wodurch es recht lange dauerte, bis das Rahm-Eiergemisch richtig gestockt war. Tipp: eine breitere, flachere Form nehmen.

Gestürzter Rhabarber-Biskuit
Sehr lecker ! Auch hier kann man gut eine 26-iger Form benutzen. Dann wird der Biskuit etwas dünner und der Kuchen insgesamt noch saftiger.

Ofenrisotto mit Spinat, Feta und PinienkernenNur kniend zu genießen

Ein Risotto im Ofen, das OHNE Rühren nicht matschig wird, daran habe ich nicht geglaubt. Es heißt doch immer rühren, rühren, rühren… und natürlich habe ich das auch immer brav gemacht. Bis jetzt! Eine tolle, leckere Entdeckung!

Cheesecake
Mit diesem Rezept kam ich gar nicht zurecht. Abgesehen davon, dass es megahochkalorisch ist – ok das wusste ich vorher aufgrund der Zutatenliste – waren die Mengenangaben komplett unrealistisch. Selbst mich als unroutinierte Köchin haben bei der Kombination von 800gr Ricotta/Frischkäse und einer Backform von 20 cm Durchmesser leise Zweifel beschlichen. Aber im Rezept steht es so, also habe ich es auch so gemacht. Natürlich war es viel zu viel Käsemasse, sie hätte locker für eine 26-iger Form gereicht. Außerdem war der Kuchen sehr süß (330gr.Zucker) und kompakt.

HayDas perfekte Steak
Dieser Titel ist mehr als gerechtfertigt. Durch die simplen Tricks (z. B. das Steak nur einmal wenden) wird das Fleisch angenehm zart und ist trotzdem saftig. Die angegebenen Garzeiten stimmen genau.

Tomatensoße
Um diese Soße zuzubereiten, brauchen sie kein Rezept. Tomaten in einer Auflaufform backen, schälen, nach ihrem Geschmack würzen und servieren. Ich bin trotzdem froh, dass dieses Rezept ins Buch aufgenommen wurde, weil ich immer dachte, Tomatensoße kochen sei kompliziert.

Eclairs
Dieser Brandteig lässt sich sehr einfach herstellen.
Nach dem Backen sahen die Eclairs wie beschrieben goldbraun und knusprig aus. Innen waren sie noch etwas teigig. Mit Sahne gefüllt, schmeckten sie cremigsüß und knusprig zugleich, aber nicht nennenswert besser als beim Bäcker.

Gratin
Dieses Gratin ist der Inbegriff von Basic. Trotzdem schmeckt die Mischung aus Kartoffeln und Zwiebeln mit Sahne-Milch-Soße sehr gut, was vor allem den Gewürzen (Knoblauch, Meersalz, Muskatnuss) zuzuschreiben ist.
Einziger Kritikpunkt: Es fehlte eine Portionsangabe. Für alle, die dieses Rezept nachkochen: Die angegebenen Mengen reichen für 2 Personen.

Karamelltorte
Was bringt man zu einer Geburtstagsfeier mit, wenn alle Freundinnen Schokotorte und Brownies backen? Dank Donna Hay weiß ich jetzt, dass Karamell das Einzige ist, was Schokolade noch übertreffen kann. Der fluffige Biskuit und der cremige Karamellguss hat es dem Geburtstagskind und den Gästen so angetan, dass es mich nicht wundern würde, sollte ich in Zukunft zu jeder Feier statt eines Geschenks diesen Kuchen mitbringen müssen.
Das Backen war leider nicht ganz so einfach. Die in Deutschland gängigsten Springformen haben einen Durchmesser zwischen 24 und 28 cm. Die Menge der Zutaten ist für eine 20 cm Springform gedacht, sodass ich erst mal umrechnen durfte.
Außerdem ist die Karamellglasur nicht eingedickt. Ein zweites Mal Kochen und die Zugabe einiger Esslöffel Stärke haben dem Geschmack aber nichts abgetan.

Frittata mit Spargel, Kartoffeln und Ziegenkäse
Nie wäre ich auf die Idee gekommen, Frittata in einer Auflaufform im Ofen zu backen, statt sie in einer Pfanne zu braten.
Die Kombination aus Spargel, Käse und Ei bildet wohl den Höhepunkt der diesjährigen Spargelsaison und ist dabei so einfach und stressfrei zubereitet.

Scones
Während ich die abkühlenden Scones sicher auf dem Küchenschrank wähnte, platzte meine Schwester ins Zimmer: „Deine Kekse sind wirklich lecker!“ Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Die Scones waren süß und knusprig, hatten aber leider keinerlei Ähnlichkeit mit Brötchen-/Kuchenteig. Keine Ahnung, ob der Fehler bei mir, beim Backpulver oder im Rezept zu suchen ist.

HayFladenbrot
Also auf den ersten Blick klingt das Rezept zum Fladenbrot ziemlich einfach und mit wenig Zutaten leicht umzusetzen. Jedoch musste ich bei der Herstellung leider feststellen, dass sich 375g Mehl mit etwas Milch und einem Schuss Öl nicht zu einem schönen glatten Teig verarbeiten lassen. Das Mehl blieb nahezu in seinem nicht haftenden Urzustand. Obwohl ich so einiges an Öl, Milch und Wasser hinzugegeben habe, wollte der Teig nicht wirklich geschmeidig werden.
Trotzdem wollte ich das Rezept zu Ende bringen und habe den eher an Streuselteig erinnernden „Teig“ in eine Springform gedrückt. Leider ebenfalls nicht ganz so easy-peasy wie im Rezept beschrieben.
Das Ergebnis, ein pickliges, bröckliges Fladenbrot, das leider nicht wirklich geschmackvoll ist.

Pavlova
Nach dem Reinfall mit dem Fladenbrot und meiner allgemeinen Skepsis gegenüber Eiweiß, das ja leider in Kombination mit Zucker nicht immer steif wird, selbst wenn man sich zu 100% an das Rezept hält , wollte ich nun die Pavlova nach Donna Hay versuchen. Ich habe mich für das Basisrezept entschieden, dieses aber statt mit Passionsfrucht und Nektarinen, nur mit Sahne und Heidelbeeren serviert.
Das Rezept war gut beschrieben, die Zubereitung einfach und das Ergebnis zum Glück kein Reinfall, sondern eines, das meinen Vorstellungen entsprochen hat. Würde ich sofort wieder machen.

Scones
Auch hier habe ich mich für die klassische Variante entschieden. Denn wenn die Basis schon nicht stimmt, wie sollen dann die Variationen was werden. Auch hier war das Rezept einfach beschrieben und dieses Mal waren auch die Maßangaben korrekt. Vom Ergebnis bin ich nicht zu 100% überzeugt, aber das ist rein subjektiv und totale Geschmackssache. Ich mag Scones gerne außen kross und innen schön fluffig. Diese waren allerdings sowohl außen als auch innen recht fest, aber geschmacklich super. Serviert habe ich sie statt mit Rahm mit Quark und Marmelade. Hat super geschmeckt.

Dein Fazit zu dem Kochbuch?

HayInsgesamt ist ‚Meine Kochschule’ ein Kochbuch, das Lust auf Ausprobieren und Nachkochen macht. Sehr hilfreich für Kochanfänger sind auch die alternativen Vorschläge und Tipps in jedem Kapitel, die dazu anregen, ein bisschen rumzuprobieren. Bei den nächsten Rezepten werde ich in Bezug auf die Mengen- und Größenangaben ganz mutig meiner Intuition folgen und mich nicht sklavisch an die Angaben halten.

HayDieses Kochbuch kann ich allen Kochanfängern weiter empfehlen. Donna Hay bemüht sich, die Rezepte so unkompliziert wie möglich zu beschreiben und die Gerichte gelingen meistens.
Ich habe viel neues über das Kochen, das Backen und die Zutaten gelernt.
Kritisieren kann ich nur Kleinigkeiten, etwa dass die Gradangaben für den Umluftherd fehlen und viele Rezepte für den Alltag zu kalorienhaltig sind.

HayAlles in allem ist das Kochbuch „Meine Kochschule“ von Donna Hay optisch sehr schön und ansprechend gestaltet. Man findet sich leicht zurecht, zu jedem Rezept gibt es zur Visualisierung ein sehr schönes Bild und zu einigen Klassikern (Risotto, Fladenbrot,etc.) werden kreative Variationsmöglichkeiten vorgestellt.
Auch die Auswahl der Rezepte hat mir sehr gut gefallen, es ist für jeden etwas dabei und die Rezepte sind weder total neumodisch und abgedreht, noch schlichte Hausmannskost. Zur Zubereitung sind weder lange Kocherfahrung noch total exotische Zutaten notwendig. Bis auf das Fladenbrot, haben bei mir alle Rezepte geklappt und auch gut geschmeckt. Somit kann ich das Buch, nach kleineren Korrekturen der Mengenangaben jedem, ob Kochanfänger, gestresste Businessfrau oder täglich kochende Hausfrau, wärmstens empfehlen. Ich werde noch viel Spaß mit diesem Buch haben, besonders gespannt bin ich auf das Ergebnis des Ofenrisottos.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2012

Schreib' uns!

Meistgelesen

Themen A-Z