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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | June 22, 2017

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Kochbuch von Donna Hay: Life In Balance ★ ★ ★ ★ ★

Kochbuch von Donna Hay: Life In Balance
Rezension

Life In Balance – Frische, leichte
Rezepte für gesunden Genuss
Donna Hay
Fotos Chris Court, William Meppem
AT Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

FÜNF STERNE: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut!

Sabine Cikic Von

Mit „Life In Balance“ präsentiert uns Donna Hay ihre Version einer zeitgemäßen und gesunden Küche. Die australische Autorin und Unternehmerin steht für schnelle, unkomplizierte Rezepte, die sitzen und schmecken. Aber: Wer nun glaubt, zu wissen, was da kommt, irrt gewaltig.

Seit 2005 begleiten mich die Kochbücher von Donna Hay (Foto unten) in meiner Küche. Sei es für ein schnelles Abendessen unter der Woche oder für ein unkompliziertes, aber dennoch außergewöhnliches Dinner mit Freunden am Wochenende – noch stets wurde ich in einem der zahlreichen Bücher der Queen of Simple fündig. Die Ergebnisse haben mich – und meine Gäste – regelmäßig begeistert.

So sah ein typisches Donna-Hay-Rezept bislang aus: übersichtliche Zutatenliste, kurze Anleitung, das Ergebnis zum Reinbeißen appetitlich fotografiert. Überhaupt: die Fotos, da muss man ja eigentlich nicht mehr viel zu sagen, aber die Frau hat wirklich was bewegt in der Geschichte der Food Photography.

Und das war üblicherweise drin: gerne Fleisch oder Fisch (die Frau ist Australierin); auch sehr gerne: Käse, Sahne, Milch; natürlich auch Beiwerk: frische Kräuter und Salate, Reis, Pasta und Polenta. Viele asiatische und auch mediterrane Einflüsse.

Same same but different

Was den Leser nun in „Life In Balance“ erwartet, mag bei der ersten Durchsicht des Buches bekannt vorkommen. Diese unglaublich tollen Fotos! Dieses Essen, das man unbedingt sofort jeden Tag ausschließlich auf seinem Teller sehen und genießen möchte! Der gewohnte Rezeptstil und die verhältnismäßig kurzen Anleitungen. Im Nullkommanichts kleben 38 (!) Merkzettel im Buch, na das kann was werden!

Bei der Planung des Nachkochens und der späteren Zubereitung der Rezepte wird dann aber sehr deutlich: Hier ist etwas ganz anders als früher. Da werden auf einmal Zutaten verwendet, die so bei Donna Hay noch nicht vorgekommen sind: Kokoswasser, Chia, Leinsamen, Reismehl, Quinoa- und Dinkelflocken, und immer wieder Grünkohl, um nur einige zu nennen – und überhaupt ist das alles so GRÜN!

Viel hilft viel

Donnas Ansatz, in quasi jedes Gericht so viel Gesundes reinzupacken wie irgend möglich, gefällt mir ausnehmend gut. So besteht die Panade für den Knusprigen Chia-Tofu zu beinahe gleichen Teilen aus Chiasamen, Quinoaflocken und Pankobröseln. Das Ergebnis ist außen herrlich knusprig mit einem leicht sesamartigen Geschmack, innen ist der Tofu nach dem Braten noch ganz weich. Toll! Oder wo hat man schon mal gesehen, dass der Hauptbestandteil eines Gerichts ein ganzer Brokkolikopf ist, aufgepeppt in diesem Fall mit Halloumi, Salbei und karamellisiertem Lauch?

Beim Entblättern der Rosenkohlröschen für das wunderbare Quinoa-Risotto stelle ich zwar wiederholt fest, dass viele der nachgekochten Rezepte nicht mehr ganz so ruckzuck gehen, wie es sonst für Donna-Hay-Rezepte üblich war, aber das ist dann auch der Preis, den ich gerne bereit bin „zu zahlen“ für eine derart spannende und vielfältige Bereicherung meines Speiseplans.

Gesund und glücklich

Und auch das gibt es bei der neuen Donna Hay: vegane Haselnusskekse und vegane Schoko-Erdnussbutter-Schnitten mit Datteln und Reismalzsirup (alles noch auf meiner Nachkochliste, aber die Freundin, die die Rezepte schon ausprobiert hat, hört nicht auf zu schwärmen). Und ein Schokokuchen mit 200 g Butter und 6 Eiern. Es ist eben alles eine Frage der „Balance“, und hier gefällt mir Donnas Philosophie, die kleine und große Sünden erlaubt, besonders gut: nicht zu dogmatisch und nie den Genuss vergessend. Diät? Nein, danke! Ein bisschen mehr aufpassen? Okay!

Life In Balance bietet eine Fülle an Rezepten für jede Lebenslage, ob vegetarisch, vegan, glutenfrei, mit Fleisch oder Fisch. Alles ist vertreten und alles ist erlaubt. Dabei wird nicht gekleckert, sondern regelrecht geklotzt bei der Verwendung natürlicher Superfoods – teilweise sind die Zutatenlisten auch mal länger, als man es bislang von Donna Hay gewohnt ist, aber dass hier vor allem auch Gemüse die Hauptrolle spielen darf, begeistert. Ein Buch, in dem es viel zu entdecken gibt, das Unmengen an Anregungen liefert und garantiert nicht langweilig wird. Donna Hay mal nicht schnell & easy, sondern aufwendiger & grüner – aber im Genuss bleibt sie sich treu.

Nachgekochte Rezepte:

Kürbis-Dinkel-Salat mit Feta und Granatapfel-Dressing
Ein farbenfroher Salat, der warm gegessen wird und am besten auf einer großen runden Platte zur Geltung kommt. Im Bioladen gibt es übrigens vorgegarten Dinkel im Kochbeutel, damit verkürzt sich die Zubereitungszeit angenehm.

Kokos-Chai-Chia
Für dieses Frühstück wird Kokosmilch mit Chai-Tee aufgekocht und anschließend mit Milch oder Nussmilch, Honig und Chiasamen verrührt. Als Topping gibt es Kokosjoghurt, Granatapfelkerne und gehackte Pistazien – besser kann der Tag nicht beginnen.

Hühnerhackbällchen mit Zucchini und Feta
In diese Hühnerhackbällchen packt Donna Hay noch reichlich Quinoa, Zucchini, Kräuter und Feta. Und als gewisses Extra: Quittenpaste. Prima zum Aperitif.

Schweinefleischteigtäschchen mit Grünkohl und Zuckerschoten
Die Füllung dieser Teigtäschchen ist so was von grün und dazu noch knackig durch Wasserkastanien. Sehr anders als die üblichen Dim-Sum-Geschichten im Asiarestaurant und eine tolle Abwechslung.

Grüngemüse-Kokos-Curry mit Limetten
Ein „Curry“, das eigentlich mehr eine Suppe ist, da hier überwiegend Kokoswasser und nur sehr wenig Kokosmilch verwendet wird. War nicht ganz so umwerfend.

Körner-Cracker
Diese tollen Cracker mit Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Sesam und Chia können zwei Wochen im Voraus zubereitet werden und sind eine tolle Ergänzung zu allen möglichen Pasten und Dips.

Kresse-Brokkoli-Knoblauch-Pesto
Eine ganze im Ofen gegarte Knoblauchknolle wird in diesem köstlichen Pesto verarbeitet. Dazu knuspriges Brot, so einfach kann es sein.

Matcha-Joghurt-Pops
So grün wie auf dem Foto wollte dieses Eis bei uns leider nicht aussehen. Der ausgeprägte Joghurt-Honig-Geschmack war auch nicht so meins.

Espresso-Granola
Würde mir das Essen dieses Granolas doch auch so viel Spaß bereiten wie die Zubereitung. Ich bin einfach eher der Porrigde-Typ, auch wenn die Mischung aus Haferflocken, Rosinen, Ahornsirup, Sonnenblumenkernen und Mandelblättchen vermischt mit Espresso sehr ansprechend ist.

Geschrieben im Februar 2017