Kochbuch von Cynthia Barcomi: Let’s Bake

Kochbuch von Cynthia Barcomi: Let’s Bake ★★★★☆

Let’s Bake: 70 wundervolle Back-Rezepte, die perfekt gelingen!
Cynthia Barcomi, Hg U. Meyer zu Kueingdorf
Fotos M. Smend, Mosaik Verlag (2013)
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Katharina Höhnk

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Wenn ein neues Backbuch von der in Berlin lebenden Amerikanerin erscheint, dann ist die Freude groß. Sie hat mit ihrem Erstling Maßstäbe gesetzt und daran wird nun jede Neuerscheinung von ihr gemessen, was wirklich tricky ist. Denn wie kann man die damalige überraschende Wow!-Lawine wiederholen? Mathias und Nele haben sich frei von der Frage für Valentinas mit Freude ins Backen gestürzt. Wir waren gespannt. Gibt es wieder wunderbare Backrezepte?

Katharina: Ganz kurz zu Dir als Köchin: wie lange und leidenschaftlich bist Du dabei?

Nele: Ich habe recht früh mit dem Kochen angefangen. Erste Kontakte zum Herd gab es zuhause und in der Schule. Mit 18 ging es dann mit der ersten eigenen Wohnung richtig mit dem Kochen los. Intensiviert hat sich das Kochen bei mir dann nochmal vor drei Jahren und seitdem ich meine beiden Foodblogs kuechendelikte.de und pralinenwahnisnn.de betreibe, gibt es kaum noch Momente, in denen ich mich nicht mit dem Kochen beschäftige. Denn wenn ich nicht koche, dann lese ich Kochbücher oder Foodblogs und plane neue kulinarische Schandtaten. 😉

Mathias: Würde man mich fragen, ob ich eher Freude am Kochen oder einen Hang zur Backkunst habe, so würde ich definitiv letzteres vorziehen. Obwohl es immer heißt, dass der Experimentier-Spielraum im Bereich des Garens und Bratens größer ist und das manchmal selbst kleine Fehler beim Backen nicht verziehen werden, wenn man bestimmte Angaben ausser Acht lässt. So kann ich jedem nur raten einen Hefeteig beim Aufgehen zu beobachten, wenn er über Stunden hinweg bearbeitet wird. Oder einmal seine Nase in die Küche zu Weihnachten halten. Backen ist Vielfalt, Backen ist Lebensfreude und Backen ist meine Leidenschaft.

Katharina: Was hat Dir spontan an dem Buch gefallen, was nicht so?

Nele: Mir hat die Aufmachung dieses Buches sehr gut gefallen. Es ist recht klar strukturiert und gibt sich nicht dem aktuellen Trend des extrem Verspielten und Verschnörkelten hin. Es konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich auf das Rezept und dessen Zubereitung. Die Zutaten sind farblich hinterlegt und die Zubereitungsschritte sind kurz und verständlich erklärt. Zu Torten (hier Cakes) gibt es jedem Rezept Mengenangaben zu zwei Cakegrößen, was ich sehr gut finde. Und an schöne Foodfotos wird auch nicht gespart.  Etwas verwundert war ich, dass herzhafte und süße Rezepte in diesem Buches gemischt sind. Das Buch ist aber in klare Bereiche unterteilt, z. B. Muffins, Scones & Biscuits, Coffee Cakes, Breads & Bagels, Cakes & Cheesecakes, …, so dass die fehlende Unterteilung in Herzhaft und Süß nicht störend ist.

Mathias: Allein Frau Barcomi herzlich lachend auf dem Cover zu sehen, macht Lust auf mehr. Ein Eindruck, der sich bei der Sichtung des großartigen Bildmaterials nur bestätigen soll. Ganzseitige Fotos von ihr und dem Backwerk lassen den Gaumen höher springen. Gefallen hat mir überdies, dass zu Beginn keine Liste gegeben wurde, was die Küche unbedingt an Geräten hergeben sollte, sondern es werden Tipps und Techniken eines Profi verraten. Dies sind keine Anweisungen, aber nette Schulterklopfer à la ‚Wie wärs, wenn Du es so machst …‘ Weniger gefallen hat mir die Auswahl an Rezepten, da es sich nicht nur um die üblichen Kategorien zu Torten, Kleinkuchen und Brot handelt, sondern ich das Gefühl hatte, diese schonmal bei ihr gelesen zu haben. Da es scheinbar im vierten Buch um die Ursprünge ihrer Backkunst geht, ist dies jedoch auch verzeihlich und Freude daran hat man allemal.

Katharina: Welche Rezepte hast Du nachgebacken und wie waren sie?

Nele: Baguette: Mein erstes selbstgebackenes Baguette war lecker, nur passten bei meinem Ofen die Backzeiten nicht. Die Kruste hätte gerne noch etwas krosser sein können.
Chocolate Cake with Raspberry Ganache:Sehr lecker, aber auch sehr mächtig. Die Zubereitung ging leicht von der Hand und die Himbeer-Ganache ist köstlich. Vielleicht ein kleiner Schuss Himbeergeist beim nächsten Backen?
Marzipan Cheesecake: Das Backen an sich ging gut. Die Zubereitung war sehr gut beschrieben. Die einzelnen Schritte wahr ratzfatz erledigt. Nur das finale Backen war für mich eine Zitterpartie… funktioniert das Backen im Wasserbad? Läuft das Wasser nicht in den Biskuitboden? Es hat alles wunderbar funktioniert, nur hab ich den Cheesecake zum Schluß nur mit Backpapier auf die Tortenplatte setzen können. Der Cheesecake aber war so lecker und frisch, den wird es öfter geben.
Lemon Whoopie Pies: Klang sehr lecker, aber Whoopies und ich werden wohl keine Freunde… Meiner Ma haben sie aber wunderbar geschemeckt.
Salted Caramel Pudding: Das Buch kam bei mir an, ich blätterte es grob durch und stand sofort in der Küche und kochte Salted Caramel Pudding. Wenn es das nächste Mal wieder diesen Pudding gibt, darf es für meinen Geschmack etwas mehr Stärke sein. Aber der Pudding ist der Hammer!

Mathias: Viele Rezepte präsentieren sich in neuem Gewand und sind für den Neuling und Fortgeschrittenen eine tolle Anregung. So stürzte ich mich auf die Ziegenkäsemuffins mit Erbsen und Kräutern, unbedingt musste ich ihre Vollkorn-Bagels probieren und zum Sonntag-Nachmittag-Kaffe gab es einen ‚Danish‘. Großartig ist dabei die Schritt-für-Schritt Anleitung in Bildern. Das Nachbacken macht wie immer viel Freude und man kann den Rezepten fast die ‚Geling-Garantie‘ aussprechen. Auch Laien sollten Freude daran haben und Kompliziertes soll verständlich und einfach erscheinen. Kleine Hinweise am Rand geben Unterstützung und man hat immer wieder Erfolgserlebnisse bei Dingen, die man sich sonst nicht zugetraut hat. Gerade der ‚Dänische Plunder‘ mit Hefeteig und besonderer Falttechnik war eine Herausforderung, die ich in Zukunft nicht mehr scheue. Wenn ich mich daran erinnere, wie genussvoll ich danach die Augen verdreht habe, dann gibt das Zuversicht für andere Wagnisse.

Katharina: Dein Fazit zu dem Buch und Deine Empfehlung, in welchen Händen es besonders gut aufgehoben ist?

Nele: Bei „Let’s bake“ handelt es sich um ein sehr schönes Backbuch mit einer guten Auswahl von Rezepten und klarer Struktur. Ich mag das Buch und es wird ein fester Bestandteil meiner Backbücher werden. Alle, die Spß am Backen haben und nicht so sehr auf verspielte und verschnörkelte Rezepte stehen, werden dieses Buch mögen.

Mathias: Mein Gesamteindruck ist, was ich eigentlich immer schon wusste, Cynthia Barcomi schafft es zu begeistern. So gesehen auf den wirklich tollen Bildern und auch gelesen, in den Texten zu ihren amerikanischen Wurzeln und ihrem deutschen ‚Zu Hause‘. Jeder, der sie in ihrem Restaurant in Berlin besucht hat oder eines ihrer Bücher kennt, weiß um diese Herzlichkeit. Zugegeben hat sie damals auch in mir diese Leidenschaft geweckt. Ich scheue mich daher fast ihr ein paar Abzüge in der B-Note zu geben, da ich mir doch nur ein kleines bisschen mehr erwartet hätte. Der Anfänger wird, wie auch in ihren anderen Büchern, an die Hand genommen und man ist nach kurzer Zeit Feuer und Flamme. Der Fortgeschrittene (nicht Profi) könnte sich eventuell ein wenig unterfordert fühlen. Begeisterung kommt auf alle Fälle auf und den ein oder anderen Hinweis hat Cynthia Barcomi für jeden parat. Komm in die Küche, mach den Ofen an und ‚Let’s bake‘.

Katharina: Wie viel Sterne bekommt das Kochbuch?


Nele: 4 Sterne

Mathias:4 Sterne: Ein Kochbuch, das sehr(sehr) zufrieden macht.

Katharina: Herzlichsten Dank!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2013

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